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Der verheimlichte Krieg

Die Partisanen: die verschwiegene Front gegen den Faschismus

Das Gedenken 60 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus ist geprägt vom Wiedererstarken des deutschen Imperialismus. Und so stehen nicht das erfolgreiche Ende und die Leistungen der Alliierten in diesem Befreiungskrieg gegen die aggressivste Herrschaft der Menschheitsgeschichte in Gestalt des Hitlerfaschismus im Mittelpunkt der Betrachtung. Zwar spricht jetzt sogar der Bundespräsident von Befreiung[1], aber die Ursachen dafür, dass der Faschismus an die Macht kam und die Nutznießer und Profiteure, von denen wird in Westdeutschland wie eh und je nicht gesprochen und auch auf dem Gebiet der einverleibten DDR soll nur noch „an das Kriegsende“ erinnert werden.

So soll es im Sinne reaktionärer Geschichtsschreibung sein; nicht das deutsche Monopolkapital hatte Hitler an die Macht gebracht, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und dabei alle demokratischen, sozialistischen und kommunistischen Ideen und Bewegungen in Europa sowie alles jüdische Leben auszulöschen. Es wird ein Kriegsende dargestellt, bei dem alle Nationen gleichermaßen Opfer gebracht haben für den Frieden, den nun zu bewahren alle „zivilisierte“ Menschheit bestrebt sei. Es gibt keine Angreifer und keine Angegriffenen mehr, es gibt nur noch Opfer. Der Kernsatz des Bundespräsidenten Köhler im Bundestag am 8.Mai war daher auch: „Wir trauern um alle Opfer Deutschlands – um die Opfer der Gewalt, die von Deutschland ausging, und um die Opfer der Gewalt, die auf Deutschland zurückschlug. Wir trauern um alle Opfer, weil wir gerecht gegen alle Völker sein wollen, auch gegen unser eigenes.“[2] Gerecht will er also sein, der höchste Repräsentant des Nachfolgestaates des Naziregimes und seine Opfer neben die Opfer der Täter und Verantwortlichen stellen, die im Auftrag des deutschen Monopolkapitals halb Europa verwüstet haben. In diesem Sinne mischt sich Gerhard Schröder, selbst schon befleckt mit dem Blut aus neuen Kriegen, in einer für einen deutschen Politiker unbekannten Deutlichkeit demonstrativ unter die Feierlichkeiten der befreienden Völker von 1945. Wieder einmal soll verschleiert werden: Die jetzigen Auslandseinsätze und Kriegshandlungen der Bundeswehr stammen aus dem Schoß ihrer einstigen, größten Niederlage. Und so treten deutsches Militär und deutsche Geheimdiplomatie, von deren aggressivster Expansion die Welt sich unter Verlust der tapfersten Menschen 1945 vorübergehend befreien konnte, jetzt selbst als Befreier auf, spielen endlich wieder Friedensstifter. So tanzt ein Gerhard Schröder auf der internationalen Bühne den unschuldigen und gleichzeitig geschichtlich-schuldbewussten neuen deutschen Volkstanz, dessen Takt aus immer neuen Bundeswehreinsätzen besteht. Nochmals dazu Köhler: „Wir werden in der Welt geachtet und gebraucht. Die Bundeswehr hilft weltweit, den Frieden zu sichern und Menschenrechte durchzusetzen.“[3]

Keine fünfzig Jahre später soll das Ergebnis unserer Befreier zunächst im Süden und Osten Europas – auch mit Bundeswehrstiefeln – zertreten werden. Es sind zunächst genau die Staaten, die auf antifaschistischer Grundlage errichtet wurden oder als Teil der sozialistischen Sowjetunion maßgeblich an der Befreiung vom Hitlerfaschismus beteiligt waren. Soweit sie überhaupt noch existieren, – man denke neben Jugoslawien nur an die zerschlagene Tschechoslowakei, die DDR und eben an die Sowjetunion ... – galten und gelten sie längst als Unrechtsstaaten, Völkergefängnisse, ethnische Kunstgebilde usw., sofern sich ihre Repräsentanten gegen die unverhohlene Einmischung des Imperialismus, allen voran des deutschen, zur Wehr setzen.

Ist es da ein Wunder, dass wir über die Kämpfe der Partisanen, die einen so wichtigen Beitrag auch zu unserer Befreiung geleistet haben und die Expansionsgelüste des deutschen Imperialismus – zeitweilig – zurückzudrängen vermochten, nichts wissen sollen und dass unser (noch viel zu geringes) Wissen aus dem Gedächtnis der Menschen verschwinden soll? Ebenso wenig verwunderlich dabei ist, dass die Beteiligung jüdischer Menschen in aller Herren Länder am Kampf gegen den deutschen Faschismus bis heute nicht im bundesrepublikanischen Bewusstsein gelandet ist. Eher setzte sich die widerliche faschistische Propaganda von der „Feigheit der Juden“ fort. Totgeschwiegen wird, dass viele derjenigen, die als faschistisches Sinnbild des Feindes europaweit zusammen getrieben und vernichtet werden sollten und ihren Verfolgern entkommen konnten, gegen die deutschen Faschisten kämpften. Ob in Jugoslawien, Albanien oder Griechenland, in Frankreich, Italien oder der Sowjetunion, schlossen sich Juden den Partisanen an oder bildeten eigene Partisanenabteilungen. Sie waren Teil der nationalen Partisanen­bewegungen.

Dass diese Kämpfe in den verschiedensten Ländern eine weitere entscheidende Front gegen den Faschismus bildeten und vom Gesamtprozess der Befreiung nicht losgelöst werden können, soll im Folgenden nachgezeichnet werden. Die Partisanenkämpfe entwickelten sich entlang zweier Fronten: Gegen die Hauptfront des deutschen Faschismus bildete sich eine zum Teil sehr weit klassenübergreifende Volksfront. Aber in dieser Volksfront wirkten die Klassengegensätze mehr oder weniger stark ausgeprägt weiter, was zum Teil den antifaschistischen Kampf nicht unerheblich beeinträchtigte. Im Folgenden werden beide Fronten bzw. Seiten berücksichtigt, ohne dabei einen Augenblick aus den Augen zu verlieren, dass es der deutsche Faschismus war, der mit seinem Angriff solche klassenübergreifenden Bündnisse erzwang. Diese Zusammenschlüsse gab es sogar in den Ländern der imperialistischen Rivalen Deutschlands; unter dem Druck des Volkes mussten die Herrschenden solche Bündnisse mit Kommunisten, Gewerkschaftern und anderen Antifaschisten eingehen und die eigenen Expansionsgelüste zurückstellen. Auch nicht ausgeblendet werden darf, dass es heute der deutsche Imperialismus ist, der Zug um Zug die Ergebnisse dieses opferreichen Kampfes revidiert und seinen dritten Anlauf zur Weltmacht unternimmt!

Der Partisanenkampf gegen den Faschismus gestaltete sich in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich – in Abhängigkeit von der Stärke der jeweiligen kommunistischen- und Arbeiterbewegung. Insgesamt haben sich in fast zwanzig Ländern Partisanenbewegungen entwickelt. Einen Eindruck von den bedeutsamsten soll der folgende Überblick geben.

Sowjetunion

In der Sowjetunion, gegen die der deutsche Faschismus einen erklärten Vernichtungsfeldzug führte, entfaltete sich der Partisanenkampf in enger Verbindung zu den regulären Truppen der Roten Armee. Nach dem Überfall auf die UdSSR, bzw. teilweise schon in Vorbereitung darauf, wurden in der Ukraine und in Belorussland (und anderen Sowjetrepubliken) Kader ausgewählt sowie Waffenlager und Versorgungsdepots angelegt. Die KPdSU hat den Grundstein für einen wahren Volkskrieg geschaffen[4].

Auch wenn manche Gruppen in den Wäldern des besetzten Gebietes lediglich Schutz suchten, begannen doch die meisten dieser Gruppen schon sehr bald mit Widerstandsaktionen. Das brutale Verhalten der faschistischen Verbrecher in Uniform verhalf den Einheiten relativ schnell zu beträchtlicher Stärke. Es folgte ein Prozess des Zusammenschlusses und der Bildung von Verbänden.

Den stärksten Antrieb für einen bewaffneten Widerstand schufen so die faschistischen Besatzer selbst. Den angreifenden Truppen (die, besonders im Osten, jenseits jedes Kriegsrechts mit äußerster Brutalität vorgingen) folgten die Sonderkommandos. Dazu zählten z.B. das Bataillon „Nachtigall“ mit seinem Führer Oberländer (dem späteren BRD-Minister, Kriegs- und Menschenrechtsverbrecher[5] ), das für die Ermordung von Tausenden Bürgern in polnischen und sowjetischen Städten verantwortlich ist.

Einen ersten Aufschwung erfuhr die Partisanenbewegung nach dem Sieg der Roten Armee vor Moskau. In der Ukraine, Belorussland und den Baltischen Staaten begann 1942 die Formierung von Partisanenverbänden und die Schaffung von Partisanengebieten. Diese Verbände erreichten nicht selten Stärken von 6.000 bis teilweise 12.000 Kämpfer und waren in den letzten Jahren des Krieges durchaus auch mit Granatwerfern, PAKs und FLA-MG ausgerüstet[6].

Die Faschisten reagierten mit äußerster Brutalität auf jede Art von Widerstand. In vielen Ländern erfolgten nach Partisanenaktionen Geiselerschießungen und auch die Vernichtung ganzer Dörfer. So wurden allein in Belorussland 628 Dörfer dem Erdboden gleich gemacht.[7] Zur Partisanenbekämpfung versuchten die Faschisten nationalistische Verbände[8] zu schaffen, aber auch Polizeieinheiten aus anderen Verrätern und Kriminellen bzw. ehemaligen Weißgardisten wurden aufgestellt und zur Partisanenbekämpfung ausgeschickt. Aber schon bald mussten reguläre Fronttruppen, ja teilweise sogar komplette Panzerdivisionen, in die Partisanenbekämpfung einbezogen werden. Dort, wo sich die Partisanenverbände allerdings die Weite des Raumes sicherten und das gedeckte Manöver erreichten, waren sie kaum zu vernichten. Ihr Kampf forderte gewaltige Verluste auf Seiten der faschistischen Truppen und das in vielen Ländern Europas.

Eine immer noch nicht aus der Welt geschaffte, wenn auch durch die Wehrmachtausstellung zumindest etwas angekratzte Geschichtsfälschung lautet, dass die Wehrmacht an den Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und die Widerstandskämpfer unbeteiligt gewesen sei. Die faschistischen Erlasse des Militärs sprechen hingegen eine andere Sprache (siehe Kasten nächste Seite).

Ebenso wenig, wie das Kriegsverbrechen der Vorbereitung, Beteiligung und Durchführung eines Angriffskrieges, lässt sich die Beteiligung an sogenannten „Befriedungsaktionen“, Geiselerschießungen verbunden mit der Kriegsführung der „verbrannten Erde“, denen Hunderttausende zum Opfer fielen, bestreiten.

„Nacht-und-Nebel“-Erlass – Lizenz zum Töten für die Wehrmacht

Von OKW[*] -Chef Keitel unterzeichnete Richtlinien Hitlers vom 7.12.1941 (Auszug):

l. In den besetzten Gebieten ist bei Straftaten von nichtdeutschen Zivilpersonen, die sich gegen das Reich oder die Besatzungsmacht richten und deren Sicherheit oder Schlagkraft gefährden, grundsätz­lich die Todesstrafe angebracht.

II. Die Straftaten des Abschnittes l sind grund­sätzlich nur dann in den besetzten Gebieten abzu­urteilen, wenn wahrscheinlich ist, dass gegen die Täter, mindestens aber die Haupttäter, Todes­urteile ergehen, und wenn das Verfahren und die Vollstreckung der Todesurteile schnellstens durchgeführt werden können. Sonst sind die Täter, mindestens aber die Haupttäter, nach Deutsch­land zu bringen.

III. Täter, die nach Deutschland gebracht werden, sind dort dem Kriegsverfahren nur unterworfen, wenn besondere militärische Belange es erfordern. Deutschen und ausländischen Dienststellen ist auf Fragen nach solchen Tätern zu erklären, sie seien festgenommen worden, der Stand des Verfahrens erlaube keine weiteren Mitteilungen.

IV. Die Befehlshaber in den besetzten Gebieten und die Gerichtsherren sind im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Durchführung dieses Erlas­ses persönlich verantwortlich.

V. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht bestimmt, in welchen besetzten Gebieten dieser Erlass anzuwenden ist. Er ist zu Erläuterungen, zum Erlass von Durchführungsvorschriften und zu Ergänzungen befugt. Der Reichsminister der Justiz erlässt die Durchführungsbestimmungen für seinen Bereich.

Schreiben des Chefs OKW vom 2. Februar 1942 (Auszug):

Der Erlass bringt eine grundsätzliche Neuerung. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht befiehlt, dass die von Zivilpersonen in den besetzten Gebieten begangenen Straftaten der bezeichneten Art von den zuständigen Kriegs­gerichten in den besetzten Gebieten nur abzu­urteilen sind, wenn

a) das Urteil auf Todesstrafe lautet und b) das Urteil innerhalb von 8 Tagen nach der Fest­nahme verkündet wird.

Nur wenn beide Voraussetzungen gewährleistet werden, verspricht sich der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht von der Behandlung der Strafverfahren in den besetzten Gebieten die erforderliche abschreckende Wirkung. Andernfalls sollen künftig die Beschuldigten heim­lich nach Deutschland gebracht und die weitere Behandlung der Strafsachen hier betrieben wer­den. Die abschreckende Wirkung dieser Maß­nahmen liegt

a) in dem spurlosen Verschwinden lassen der Be­schuldigten,

b) darin, dass über ihren Verbleib und ihr Schick­sal keinerlei Auskunft gegeben werden darf. Für die Abwehrstellen bringt diese Anordnung nur geringfügige Änderungen ihrer Tätigkeit ... Der Erlass des Führers ist zunächst nur in den be­setzten Westgebieten (Norwegen, Niederlande. Belgien und Nordfrankreich, Frankreich) anzu­wenden.

* OKW - Oberkommando der Wehrmacht

Die Partisanenbewegungen an der Westfront

Stellvertretend für den Partisanenkampf an der West-/Südwest-Front seien Frankreich und Italien genannt, gerade weil auch in diesen beiden Ländern, die imperialistische Konkurrenten Deutschlands waren, die Partisanenbewegungen entscheidend zur Befreiung vom Faschismus beitrugen.

Frankreich

General Charles de Gaulle nahm die Kapitulation seines Landes und die Kollaboration von General Pétain mit dem faschistischen Deutschland (Vichy-Regierung) nicht hin und gründete bereits am 23.9.1941 das Nationalkomitee „Freies Frankreich“, wurde Kommandeur der „Freien Französischen Streitkräfte“ und erweiterte das Nationalkomitee zum „Französischen Nationalen Befreiungskomitee“, dem auch die Kommunistische Partei Frankreichs angehörte. De Gaulle repräsentierte damit objektiv die fortschrittlichen Teile der Bourgeoisie, die in den antifaschistischen Kampf eintraten. Dieses Engagement wird heute in der deutschen bürgerlichen Presse mit Süffisanz erwähnt: „Denn am Ende sollte sich de Gaulle auf der Seite der Sieger wiederfinden. Dabei war Frankreichs Beitrag zum Sieg über Hitler und seine Wehrmacht mehr symbolisch als kriegsentscheidend. ... Nach der Kapitulation hatte de Gaulle mit wenigen Getreuen den Widerstand gewählt und befehligte eine vergleichsweise lächerliche Streitmacht von siebentausend Soldaten“, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 8. Mai 2005 in dem Stil, als wären sie die Sieger des Krieges gewesen und nicht aus dem Land der unterlegenen Aggressoren!

Wie entscheidend tatsächlich die französische Résistance (Widerstandsbewegung) für den Kriegsverlauf an der Westfront war, schildert der noch lebende Kommunist und Kämpfer in der französischen Résistance, Peter Gingold wie folgt: „Der direkte militärische Beitrag der Résistance zur Zerschmetterung der Wehrmacht des deutschen Faschismus war enorm. Über eine Million Soldaten und Offiziere der faschistischen Armeen sind außer Gefecht gesetzt worden. 25.000 Militärzüge wurden zum Entgleisen gebracht oder in die Luft gesprengt. Sie zerstörten ein nicht zu übersehendes Militärpotential. Die Truppenbewegungen der Hitlerwehrmacht in der Normandie waren tagelang unterbrochen, als es den Alliierten gelang, einen Landekopf zu erkämpfen. Das hat wesentlich dazu beigetragen, den Landekopf zu erweitern, den relativ schnellen Vormarsch der Alliierten zu ermöglichen. ,Die französische Résistance hat mir 20 Divisionen erspart’, erklärte später General Eisenhower, Kommandeur der alliierten Streitkräfte der Zweiten Front im Westen.“[9] Die französische Résistance war außerdem, auch ihrer Zusammensetzung nach, eine internationalistische Bewegung, in der Armenier, Deutsche[10], Italiener, Jugoslawen, Österreicher, Polen, Rumänen, Russen, Spanier, Tschechoslowaken und Ungarn kämpften.

Italien

In Italien als mit Hitlerdeutschland verbündeter faschistischer Staat galt es zunächst, die eigene faschistische Führung zu stürzen. Mit der Palastrevolution gegen Mussolini am 26. Juli 1943 gelang dies jedoch noch nicht, als der Duce von Marschall Pietro Badoglio, dem „Schlächter von Abessinien“, ersetzt wurde. Das faschistische Deutschland reagierte auf diesen Machtwechsel am 8.9.43 mit der Besetzung Nord- und Mittelitaliens und der Wiedereinsetzung Mussolinis als Marionettenregime im okkupierten Teil des Landes. Das Komitee der antifaschistischen Strömungen formierte sich zum Comitato di Liberazione Nazionale (CLN/Komitee zur nationalen Befreiung), das zum bewaffneten Widerstand aufrief. Daraufhin entstanden erste Partisaneneinheiten, die innerhalb weniger Monate zu einer kampfstarken Armee heranwuchsen. Das antifaschistische Bündnis erreichte unter der Federführung von Longo (Mitglied des EKKI der Kommunistischen Internationale (Komintern)) und Togliatti (Führer der Italienischen Kommunistischen Partei PCI) eine Breite bis hin zu den Monarchisten.[11]

Nachdem die Alliierten am 4. Juni 1944 Rom einnahmen, musste der König abdanken und Badoglio zurücktreten. Das CLN hingegen erhielt in Norditalien und den verbliebenen restlichen Gebieten Regierungsvollmachten. Am 7. Dezember 1944 wurden schließlich mit dem „Römischen Protokoll“ offizielle Beziehungen zwischen der Partisanenarmee und dem anglo-amerikanischen Kommando hergestellt. Die Partisanenarmee wuchs bis Kriegsende auf 256.000 Kämpfer, wobei die PCI mit 155.000 das größte Kontingent stellte. In den befreiten Gebieten entwickelten sich Partisanenrepubliken, in denen die CLN unter der Führung der Kommunisten und Sozialisten antifaschistisch-demokratische Umgestaltungen einleitete.[12] Dazu, dass die faschistische Regierung unter Mussolini bröckelte, haben auch große Streiks von mehr als 100.000 Arbeitern in Turin und Mailand im März 1943 beigetragen. Es war der erste große Streik in einem faschistischen Staat, und das zweite Mal, dass im faschistischen Teil Europas überhaupt gestreikt worden war.[13] Von außen wurde die Schwächung des italienischen Faschismus durch den entschiedenen Kampf des Volkes im von Italien besetzten Albanien vorangetrieben. Im August 1943 musste der italienische Oberbefehlshaber zugestehen, dass sich das „albanische Volk in seiner Mehrheit ohne Unterschied der Klasse gegen Italien und die Anwesenheit unserer Truppen in Albanien erhoben hat.“[14]

In Italien erfuhr der antifaschistische Befreiungs- und Partisanenkampf zudem durch die regulären Truppen der Alliierten eine starke Triebkraft. Die Kommunisten spielten in dieser Bewegung eine führende Rolle, gerade auch wegen ihrer geschickten Taktik des zeitweise klassenübergreifenden Bündnisses.

Die Partisanenbewegungen an der Ost- und Südostfront

Über den Gesamtumfang des Partisanenkampfes in Ost- und Südosteuropa gibt es kaum zuverlässige Zahlen, aber allein in Belorussland wird die Zahl der Kämpfer mit über 500.000 angegeben. Eines der Länder mit der stärksten Partisanenbewegung war Jugoslawien. Sie band mit ihrem Kampf unter dem späteren Marschall Bros Tito bis zu zehn faschistische Divisionen und mehrere Sondereinheiten. Auch im Nachbarland Albanien hatte die „Nationale Befreiungsarmee Albaniens“ unter Führung der Partei der Arbeit Albaniens im Kampf gegen die italienischen und dann die deutschen Faschisten eine Stärke erreicht, die dazu führte, dass im Frühjahr 1944 bereits die Hälfte des Landes aus eigener Kraft heraus befreit werden konnte. Durch die kluge und entschiedene Politik der PAA war es gelungen, die äußerste Reaktion im Lande, die zunächst mit den Besatzern kungelte und dann auf die westlichen Alliierten hoffte, um ihre Klassenherrschaft zu retten, zu isolieren. Auf internationaler Ebene zeigte sich diese Politik in der Erklärung des 1. Antifaschistischen Kongresses der Nationalen Befreiung, in der die „Treue gegenüber dem großen antifaschistischen Bündnis und die Freundschaft des albanischen Volkes zu allen Teilnehmervölkern dieses Bündnisses“ bekräftigt worden ist. Gleichzeitig machte es die eigene Stärke möglich, niemanden um Hilfe zur endgültigen Befreiung von den faschistischen Besatzern zu bitten, sondern klar zum Ausdruck zu bringen, dass das albanische Volk sich selbst befreien und sein Schicksal in eigene Hände nehmen wird.[15]

In anderen Ländern wiederum bildeten sich parallele bzw. gar sich bekämpfende Formationen des Widerstandes. Bei der Betrachtung der jeweiligen Partisanenbewegung enthüllt sich deren Klassencharakter, der ihre jeweilige Taktik und Zielsetzung bestimmte.

Ein genauerer Blick hinter die Kulissen der Befreiungskämpfe in den besetzten Gebieten an der Ost- und Südostfront zeigt deutlich den grundlegenden Widerspruch: der Kampf gegen den Faschismus, der klassenübergreifende Bündnisse erforderte, der aber zugleich die Klassengegensätze innerhalb der Befreiungsbewegungen bzw. zwischen diesen und den regulären Truppen der Alliierten nicht aufheben konnte. Die Sowjetunion und die Kommunistischen Parteien als die fortschrittlichste gesellschaftliche Kraft mussten hier mit allergrößter Umsicht und diplomatischem Feingefühl für die internationale Befreiung vorgehen. Hierin bewies sie ihre hohe proletarisch-internationalistische Reife.

Der Plan Burza – ein sowjetischer und ein polnischer General berichten

Armeegeneral Sergej Matwejewitsch Schtemenko: „Stalin stellte abermals fest, dass die polnische Exilregierung in London die Verantwortung für das Warschauer Abenteuer trage, das ohne Wissen der sowjetischen Führung und im Widerspruch zu deren Plänen unternommen worden war. Er hielt es für wünschenswert, dass eine unvoreingenommene, eigens dazu gebildete Kommission kläre, auf wessen Befehl eigentlich der Aufstand begonnen worden sei und wer die Schuld dafür trage, dass das sowjetische Oberkommando nicht vorher davon unterrichtet wurde. Kein einziges Oberkommando, weder das britische noch das amerikanische, würde sich damit abfinden, wenn vor seiner Front ohne sein Wissen und entgegen seiner operativen Pläne jemand einen Aufstand in einer Großstadt organisierte. Es sei begreiflich, dass auch das sowjetische Oberkommando in dieser Hinsicht keine Ausnahme bilde. Wäre es vorher über die Zweckmäßigkeit eines Aufstandes in Warschau Anfang August befragt worden, dann hätte es sich gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Die sowjetischen Truppen wären zu diesem Zeitpunkt nicht so weit gewesen, Warschau aus der Bewegung heraus zu nehmen, zumal der Gegner bereits Panzerreserven in diesen Raum geworfen hatte.

Mit einem forschenden Blick auf alle Anwesenden fuhr Stalin in seinen Überlegungen fort und sagte, niemand werde der Sowjetregierung vorwerfen können, sie leiste dem polnischen Volk und damit auch Warschau zu wenig Hilfe. Die wirksamste Hilfe seien die aktiven Kampfhandlungen gegen die faschistischen Okkupanten in Polen, in deren Ergebnis schon über ein Viertel Polens befreit worden sei. All das sei das Werk der sowjetischen Truppen, einzig und allein der sowjetischen Truppen, deren Blut für die Befreiung Polens floss.“[1]

Der polnische General Poplawski: „Da das Zentrum und der rechte Flügel der l. Belorussischen Front zurückblieben, war die rechte Flanke der 2. Panzerarmee entblößt. Unter diesen Umständen blieb ihr nichts anderes übrig, als zur Verteidigung überzugehen.

Heute weiß man, dass Stalin am 16. August 1944 an Churchill ein Telegramm richtete, in dem es hieß, dass der Warschauer Aufstand ein unüberlegtes und schreckliches Abenteuer sei, das die Bevölkerung große Opfer koste. Dazu wäre es nicht ge­kommen, wenn man das sowjetische Oberkommando vor Beginn des Warschauer Aufstands rechtzeitig informiert hätte. Angesichts der entstandenen Lage sei das sowjetische Ober­kommando zu dem Schluss gelangt, dass es sich von dem Warschauer Abenteuer distanzieren müsse, da es weder direkt noch indirekt dafür verantwortlich gemacht werden könne.

Inzwischen ist bewiesen, dass die Führung der Armia Krajowa und die Londoner Exilregierung bereits Ende 1943 einen Aktionsplan für den Fall aufstellten, dass sowjetische Truppen polnisches Gebiet erreichten. Dieser Plan trug die Bezeichnung „Burza“ (Gewitter) und sah vor – sollte sich die Möglichkeit dazu bieten –, nach Westen zurückweichende Nachhuten der deutschen Truppen anzugreifen und noch vor dem Eintreffen der Roten Armee in Städten und großen Ortschaften die Macht zu ergreifen. Mit anderen Worten: Mikoiajczyk und Konsorten dachten nicht so sehr an einen Kampf gegen Hitler als vielmehr an ein Vorgehen gegen die Rote Armee.“[2]

1 „Im Generalstab“, Bd. 2, Moskau 1973/Berlin 1985, S. 72, zit. n. Huar, S. 27 f.

2 Poplawski: „Kampfgefährten“, Militärverlag 1980, S.176

Polen

Innerhalb von fünf Jahren Besatzung hatten die deutschen Faschisten allein in Polen sechs Millionen Menschen vernichtet, das waren 25% der gesamten Bevölkerung. 64% der Industriebetriebe (10.200), 2.677 Krankenhäuser, 6.000 Schulen, 3.337 Museen und Theater, 300.000 Gebäude in Städten und über 450.000 Häuser in Dörfern waren zerstört.[16]

Die polnische Widerstandsbewegung war im Wesentlichen in zwei Hauptgruppen gespalten: die feudal-bourgeoisen restaurativen Kräfte (in erster Linie Angehörige der polnischen „Pans“/Großgrundbesitzer), vertreten durch die polnische Exilregierung in London mit einer „Delegatur“ dieser Regierung in Polen und die ab Februar 1942 in den faschistisch besetzten Gebieten Polens gebildete „Armija Krajowa“ (AK) unter maßgeblicher Führung reaktionärer Generale (Bor-Komorowski) und Offiziere.

Die antifaschistischen, demokratisch-revolutionären Kräfte vereinigten sich am 21. Juli 1944 im Polnischen Komitee der Nationalen Befreiung PKWN, dem u.a. die 1942 von kommunistischen Organisationen gegründete Polnische Arbeiterpartei angehörte. Unter ihrer Führung stand die Volksarmee „Armija Ludowa“ (AL), die seit 1942 ihre eigene Volksgarde, die „Gwardia Ludowa“ (GL), hatte. Des Weiteren gehörten der PKWN die Polnische Sozialistische Partei, die Polnische Bauernpartei, die Demokratische Partei und Parteilose an. Es handelte sich also um ein breites Volksbündnis, dessen programmatische Forderungen die (Rück-)überführung der Großindustrie, Banken, Handels- und Transportunternehmen in staatliche Verwaltung vorsahen sowie die Rückgabe von Privateigentum an durch Deutsche enteignete Bürger, Bauern, Kaufleute, Handwerker, kleine und mittlere Unternehmen sowie die Kirche. Dies waren zunächst notwendige bürgerlich-demokratische Forderungen,

Die PKWN agierte in enger Abstimmung mit der Roten Armee, sie wurde von der Sowjetunion als das einzig legitime Machtorgan Polens anerkannt und übte in den befreiten Gebieten die vollständige Kontrolle aus. Von der Delegatur, dem Ableger der Londoner Exilregierung in Polen, hingegen wurde sie wütend bekämpft bis hin zur Ermordung von Partisanen. Die Delegatur tötete auch Sowjetsoldaten und –offiziere und beging Sabotageanschläge gegen rückwärtige Verbindungen der kämpfenden Roten Armee.

Als verhängnisvollster Sabotageakt erwies sich allerdings der gemeinschaftlich mit der Londoner Exilregierung und mit Zustimmung der britischen Regierung organisierte vorgezogene (d.h. bewusst verfrühte!) Warschauer Aufstand. Dieser Plan „Burza“ (siehe Kasten) sah vor, zwölf Stunden vor dem Eintreffen russischer Truppen in Warschau einen Aufstand gegen die faschistischen Besatzer zu entfachen und die Delegatur der polnischen Exilregierung als legitime Regierung Polens auszurufen. Tatsächlich hatten die sowjetischen Truppen noch die Weichsel zu überqueren, was mit großem militärischen Aufwand verbunden war.

Marschall Rokossowski, Frontoberbefehlshaber der 1. Belorussischen Front, erinnert sich: „Der Zeitpunkt des Beginns war so ungünstig gewählt, dass es schien, der Aufstand sei absichtlich jetzt ausgelöst worden, um ihn scheitern zu lassen. ... Die Befreiung Warschaus hätte ... eine neue große Angriffsoperation erfordert – die dann später ja auch durchgeführt wurde. Aber im August 1944 hätten wir ohne umfangreiche Maßnahmen Warschau nicht einmal als großen Brückenkopf nehmen können.“[17]

Die Sowjetregierung tat dennoch ihrerseits alles, um die im Warschauer Aufstand massenhaft involvierte Zivilbevölkerung soweit wie möglich zu unterstützen.[18] So ließ Rokossowski auf der Westseite der Weichsel eine Landungstruppe absetzen, die allerdings keine Verbindung zu den Anführern des Aufstands aufnehmen konnte. Es stellte sich später heraus, dass die Einheiten der Armija Krajowa sich vor Beginn der Landung aus den Ufergebieten in das Stadtinnere zurückgezogen hatten, wo ihr Führer General Bor-Komorowski alle bewaffneten Abteilungen – gewaltsam! – unter seine Befehlsgewalt zu zwingen versuchte. Die sowjetischen Einheiten mussten sich schließlich vor den faschistischen Besatzern wieder zurückziehen und die Aktion abbrechen. Es dauerte bis zum Winter 1944/1945, bis die Rote Armee unter Einsatz von 600.000 getöteten Sowjetsoldaten Polen vollständig befreien konnte. Die sowjetische Regierung nahm am 5.1.1945 diplomatische Beziehungen zur „Provisorischen Regierung der Polnischen Republik“ auf, die am 31.12.1944 aus der PKWN hervorgegangen war.

Polen ist ein besonders deutliches Beispiel, wie die Klassenwidersprüche den Kriegsverlauf bestimmten und dabei der bürgerliche Klassenegoismus die Zahl der Opfer, in diesem Fall allein 200.000 Tote im Zuge der Niederschlagung des Warschauer Aufstands vom 1.8. bis 2.10.1944, in die Höhe trieb. Hier zeigt sich recht deutlich, wie sich die national-reaktionären Kräfte mit den imperialistischen Klasseninteressen verbinden können gegen die demokratisch-revolutionären, die ihrerseits von der Sowjetunion unterstützt wurden, d.h. der Klassenherrschaft der Arbeiter und Bauern, die ihresgleichen nicht im Stich lässt.

Der deutsche Bundesbürger hingegen hat dieser Tage wieder erfahren, wie sehr „der böse“ Stalin nicht nur das eigene Volk in diesem Krieg „verheizt“ hätte, sondern auch den polnischen Widerstand im Stich gelassen, um anschließend das Volk in einer sozialistischen Republik zu „versklaven“.

Weniger erfährt der deutsche Bundesbürger, wie sehr es Deutschland bereits wieder gelungen ist, in Polen, Ungarn, in der Tschechischen und der Slowakischen Republik eine dominierende Stellung in Schlüsselbereichen der Wirtschaft einzunehmen: im Bankwesen, in der Telekommunikation, in den Medien sowie im Energiesektor. Deutschland konnte dabei Terrain zurück gewinnen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Es schloss außerdem mit Polen, Ungarn, Rumänien, der Tschechischen und Slowakischen Republik sowie mit Russland sogenannte Nachbarschafts- bzw. Freundschafts­verträge ab, die die Anerkennung „ethnischer Minderheiten“ deutscher Abstammung einschließlich(!) sogenannter „Bekenntnisdeutscher“[19] vorsehen, d.h. all jener, die sich zur deutschen Sprache, Kultur oder Tradition bekennen. Der 1991 mit Polen geschlossene deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag enthält z.B. einen Forderungskatalog mit folgenden Punkten: Deutsch als Muttersprache in Schulen mit deutscher Bevölkerung; Gleichberechtigung bei der Ämterbesetzung (d.h. ethnische Quotierung!), „angemessene“ Medienvertretung deutscher Minderheiten, „Heimatrecht“ als kollektives Gruppenrecht. Auf diesem Weg lässt sich ein ganzer Staat sukzessive eindeutschen – oder man muss ihn überfallen, weil die deutschen Landsleute um Hilfe rufen.

Bulgarien

In Bulgarien herrschte unter der Führung der von Georgi Dimitroff, dem Generalsekretär der II. Kommunistischen Internationale (Komintern) von 1935 bis 1943, und Wassil Kolarow geführten Bulgarischen Arbeiterpartei eine starke revolutionär-demokratische Bewegung, die ab Mitte 1942 als antifaschistische „Vaterländische Front“ auftrat mit Patrioten aus allen Klassen der bulgarischen Bevölkerung. Ziel dieses Bündnisses war der Austritt Bulgariens aus der faschistischen Koalition, die Befreiung von den deutschen Faschisten und der Abzug bulgarischer Besatzungstruppen aus Jugoslawien und Griechenland; außerdem der Sturz der bulgarischen monarcho-faschistischen Diktatur und die Erringung bürgerlich-demokratischer Rechte. Ab Februar 1943 führte eine straff organisierte Partisanenbewegung den Kampf gegen die Diktatur, aus deren Partisanenabteilungen im Sommer 1944 eine Volksbefreiungsarmee mit schließlich 28.000 Kämpfern hervorging. Die bulgarische Regierung knüpfte ihrerseits Kontakte mit den westlichen Alliierten bzw. bot der deutschen Kriegsmarine Zuflucht in bulgarischen Häfen. Auch nachdem sie daraufhin wegen Verletzung ihrer Neutralitätsverpflichtung gegenüber der Sowjetunion zurücktreten musste, führte die neue Regierung diese Politik fort. Die Partisanen Dimitroffs agierten in enger Abstimmung mit der Roten Armee. Die Zahl der unnötigen Opfer in der eigenen Bevölkerung konnte so – anders als in Polen – vermieden werden.

Rumänien

Auch Rumänien war von großer strategischer Bedeutung für die imperialistischen Konkurrenten, da England mit der „Balkanvariante“ Churchills über die Zerschlagung der faschistischen Truppen in Rumänien nach Bulgarien und Jugoslawien bzw. weiter nach Ungarn und Österreich vordringen und der Sowjetunion zuvorkommen wollte. Es ist in diesem Zusammenhang allerdings festzustellen, dass bei allen Klasseninteressen, die die imperialistischen Bündnispartner der Antihitlerkoalition (in diesem Fall England) verfolgten, keiner von ihnen aus der Koalition ausschied, um seinen Frieden mit dem deutschen Faschismus zu machen. Dies ist ein unschätzbarer Erfolg der Volksfronttaktik im Zweiten Weltkrieg.

Rumänien war wie Ungarn ein faschistischer Satellitenstaat und Verbündeter Deutschlands. Durch die Siege der Roten Armee fand allerdings eine allgemeine Zersetzung in der rumänischen Armee statt. Viele Soldaten und Offiziere der unteren Ränge wechselten die Front und kämpften an der Seite der Roten Armee gegen die Faschisten. Großbürgerliche und monarchische Generäle hingegen versuchten, mit den Westmächten einen Separatfrieden zu schließen und, als dies nicht gelang, den Rückzug deutscher Truppen und Diplomaten abzusichern.

Eine wichtige Rolle spielten die revolutionären Aktionen der Kommunistischen Partei Rumäniens, die sich gegen die faschistische Besatzung ebenso richtete wie gegen die Gutsbesitzer und das Großkapital der faschistischen Antonescu-Diktatur. Die KPR gründete im April 1944 zusammen mit der Sozialdemokratischen Partei die „Arbeitereinheitsfront“, die im Juni noch um bürgerliche Parteien zum antifaschistischen „Nationaldemokratischen Block“ erweitert wurde. Am 23.8.44 rief die KPR zum Aufstand und am 24.8.44 zum bewaffneten Kampf gegen die deutschen Truppen auf. Von den 8.000 Kämpfern stellte die KPR alleine bereits 2.000. Die Taktik der Roten Armee unterstützte diesen antifaschistischen Kampf: Die Sowjetunion erhob keinerlei Gebietsansprüche gegenüber Rumänien außer der Wiedereingliederung Bessarabiens (Moldawiens) in ihr Staatsgebiet. Im Gegenzug verpflichte sie sich, das von Hitler an Ungarn „abgegebene“ Transsilvanien für Rumänien zurück zu gewinnen.

Tschechoslowakei

Die Tschechoslowakei, die nach der Niederlage des deutschen Kaiserreichs und Österreich-Ungarns 1918 im Ersten Weltkrieg erstmals ein einheitlicher Staat wurde, sollte lediglich zwei Jahrzehnte von weiteren Zugriffen des deutschen Imperialismus verschont bleiben. Mit der Option, nach dem Münchner Abkommen von 1938 die Stoßrichtung auf die Sowjetunion vorzunehmen, billigten die Vertreter Frankreichs, Englands und des faschistischen Italiens die Annexion der „sudetendeutschen Gebiete“. Bald danach löste das faschistische Deutschland die Tschechoslowakei auf, besetzte ganz Tschechien militärisch und verwandelte es unter grausamstem Terror in das Protektorat Böhmen und Mähren. Mit der Slowakei bestand ein „Schutzabkommen“ unter der klerikal-faschistischen Regierung Tiso, die den deutschen Faschisten militärische Anlagen erlaubte sowie eine Einmischung in die slowakische Außenpolitik. Tschechien hatte eine Exilregierung in London, die vom linksbürgerlichen Benes geleitet wurde.

Die slowakische Armee war gespalten: Viele Soldaten und sogar Offiziere liefen offen über zur Roten Armee, die verbliebenen unterstützten die Regierung Tiso. Die tschechoslowakische Armee, die für die Wiederherstellung der Einheit des Landes stand, wurde wiederum in der Sowjetunion aufgestellt und kämpfte an der Seite der Roten Armee.

Die Widerstandbewegung formierte sich auch in der Slowakei in einem breiten antifaschistischen Bündnis mit der kommunistischen Partei an der Spitze des sog. slowakischen Nationalrats, der wiederum mit der Roten Armee und der tschechoslowakischen Exil-KP in Moskau sowie dem ukrainischen Stab der Partisanenbewegung zusammenarbeitete. Neben der Befreiung von faschistischer Besetzung wurde um die Entmachtung des Großkapitals und –grundbesitzes gekämpft. Die Partisanenbewegung entwickelte sich im Laufe des Jahres 1944 zu einer Armee mit 60.000 Mann, ausgerüstet mit über 10.000 Gewehren von der Roten Armee. Am 29. August 1944 fand zur gleichen Zeit wie in Warschau und in Bulgarien der Volksaufstand in der Slowakei statt.

Benes als Vertreter der tschechischen Bourgeoisie initiierte einen separaten „Volks“aufstand bürgerlicher Generäle. Durch geschickte Kooperation mit der Sowjetunion gelang ihm, die I. ukrainische Front zur Unterstützung dieses „Aufstands der Generäle“ in den Karpaten einzubinden, wo sich die Faschisten jedoch mit einer starken Verteidigungslinie verschanzt hatten, so dass diese Truppen aufgerieben wurden. Vom Westen her erwartete Benes die Unterstützung von U.S.-amerikanischen Truppen. Allerdings beging das Kommando der kooperierenden slowakischen Truppen, auf das Benes gesetzt hatte, offenen Verrat und lieferte diese den Faschisten aus. Das hinderte die Partisanen nicht, unter Anspannung aller Kräfte weiter zu kämpfen, unterstützt von der Roten Armee, ukrainischen Partisanen und der Tschechoslowakischen Exilarmee unter Führung des Oberst Ludvik Svoboda.

Die nach der Befreiung von den Hitlerfaschisten wieder erstandene Tschechoslowakei sollte knapp vier Jahrzehnte später, 1992, abermals durch geschickte Diplomatie und direkte Wühlarbeit des deutschen Imperialismus aufgelöst werden. Und heute werden gar innerhalb Tschechiens Spannungen zwischen Böhmen, Mähren und Schlesien geschürt. Nicht zu vergessen die ultrareaktionären Umtriebe der Sudetendeutschen Landsmannschaft unter Schirmherrschaft der CSU, die die Benes-Dekrete und damit die Souveränität auch der tschechischen Republik direkt angreifen.

Jugoslawien

In Jugoslawien entwickelte sich aus den Partisanenverbänden bereits 1942 eine reguläre Volksbefreiungsarmee von 400.000 Soldaten, die 1943 in Teheran von Stalin, Churchill und Roosevelt als Verbündeter der Alliierten anerkannt wurde und mit dem Nationalkomitee zur Befreiung Jugoslawiens (AVNO) eine provisorische Regierung hatte. Problematisch war allerdings ihre Bewaffnung. Sie war in erster Linie auf Beutegewehre der italienischen und deutschen Faschisten angewiesen, Artillerie und Granatwerfer sowie Panzer und Flugzeuge hatte sie nicht. Die sowjetischen Kräfte waren in Stalingrad und anschließend in Kursk so stark gebunden, dass sie keine nennenswerte Hilfe leisten konnten. Im September 1944 war es Tito allerdings möglich, Stalin offiziell um den Einmarsch der Roten Armee in Ostjugoslawien zu bitten. Von da an kämpften Rote Armee und jugoslawische Volksarmee Seite an Seite – nicht ohne in erhebliche Widersprüche an den verschiedenen inneren und äußeren Klassenfronten zu geraten:

Als offizielle Regierung Jugoslawiens galt nach wie vor die monarchistische Exilregierung in London, die neben den deutschen und italienischen Faschisten offen die Volksbefreiungsarmee bekämpfte. Dazu zählten u.a. 270.000 Cetniks und kroatisch-faschistische Ustaschas[20], die regelrechte Blutbäder unter der jugoslawischen Bevölkerung anrichteten. Andererseits war das deutsche Oberkommando hinter Tito her, der schließlich in einer Nacht- und Nebel-Aktion von der Sowjetunion in einen rumänischen Grenzort ausgeflogen wurde. Die Politik Stalins erwies hier ein hohes Maß an Sensibilität: Aufgrund ihrer Bündnisverpflichtungen gegenüber den Alliierten und der offiziell anerkannten jugoslawischen Exilregierung durfte sie dieses klassenübergreifende antifaschistische Bündnis nicht allzu sehr kompromittieren, musste aber alles unternehmen, um die Volksbefreiungsarmee zu schützen. Sie gewährte ihr die Anerkennung als „politisches Organ“ des jugoslawischen Volkes und bat Tito, die Abschaffung der Monarchie auf die Zeit nach der Befreiung Jugoslawiens von faschistischer Besatzung zu vertagen (siehe die Taktik der IKP in Italien). Beim Einmarsch in Belgrad am 20. Oktober 1944 sorgte die Rote Armee im Gegenzug dafür, dass trotz der geringeren Mobilität der jugoslawischen Armee dieser Einmarsch offiziell gemeinsam erfolgte: Die jugoslawischen Volksarmisten der Infanterie fuhren auf sowjetischen Panzern und Lkws in Belgrad ein.

Das jugoslawische Beispiel zeigt damit noch einmal deutlich, wie die Klassengegensätze und –bündnisse über territoriale Grenzen hinweg wirksam wurden. Auf der Seite der Arbeiterklasse stand die Sowjetunion gemeinsam mit der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee, auf der Seite der Bourgeoisie der jugoslawischen Exilregierung gemeinsam mit faschistischen Ustaschas und Cetniks sowie den angloamerikanischen Alliierten, die wiederum ihre eigene Agenda verfolgten.

Das Ergebnis eines einheitlichen unabhängigen Staates Jugoslawien hat jedoch schließlich der deutsche Imperialismus revidiert, indem er mit der einseitigen Anerkennung Sloweniens und Kroatiens die Erosion des Staates in Gang setzte. Den Gipfel seines Zynismus bewies er allerdings mit der Bombardierung Serbiens, in die er die NATO hetzte, und damit dem ersten Waffengang der Bundeswehr seit dem Zweiten Weltkrieg - zur „Verhinderung von Auschwitz“! Nicht genug damit, wird bis heute der Präsident eines einst souveränen Staates zum Verbrecher gestempelt, weil er die „Dreistigkeit“ besaß, sich gegen diesen imperialistischen Übergriff zur Wehr zu setzen (und nicht etwa wegen angeblich befehligter Massaker, die sich eines nach dem anderen als konstruierter Vorwand erweisen).

Griechenland

In Griechenland hatten sich bereits im September 1941 auf Initiative der Kommunistischen Partei antifaschistische Kräfte zu einer nationalen Befreiungsbewegung zusammengeschlossen und im Dezember unter ihrer Führung aus den Partisanenverbänden die Nationale Volksbefreiungsarmee ELAS. Bis Mitte 1943 befreite diese ein Drittel des griechischen Festlandes von den deutschen Faschisten. Im März 1944 wurde das Politische Komitee der Nationalen Befreiung (PEEFA) gebildet, an dessen Wahlen sich 80% der wahlberechtigten Griechen beteiligten. England witterte die Vorbereitung einer sozialistischen Umwälzung und zwang daher die PEEFA, eine gemeinsame Regierung mit der ägyptischen Exilregierung unter der Leitung des Sozialdemokraten Papandreou zu bilden. Dafür sollte die PEEFA 25% der Mandate, d.h. eindeutig die Minderheit, in der Regierung erhalten.

Trotz dieser eklatanten Einmischung in innergriechische Verhältnisse schaffte es die ELAS, bis Ende 1944 Griechenland komplett von faschistischer Besatzung zu befreien. Nun ging England in die Offensive und zerschlug mit Waffengewalt die ELAS, die in Athen bereits alle Polizeiwachen besetzt gehalten hatte. Dieses Vorgehen stieß auch bei U.S.-Präsident Roosevelt auf harsche Kritik. Churchill besaß allerdings durchaus den richtigen „Klasseninstinkt“ – mit der Befreiung Griechenlands durch sozialistische Kräfte wäre ein geostrategisch wichtiger Stützpunkt für imperialistische Nachkriegsstrategien verloren gewesen.

Heute ist es wiederum der deutsche Imperialismus, der durch seine Wühlarbeit im exjugoslawischen Mazedonien auch die griechische Seite (Mazedonien) aufzumischen sucht, wenn es darum geht, das „Selbstbestimmungsrecht“ von Minderheiten wie etwa der albanischen durchzusetzen.[21]

Ehre den Partisanen!

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die unzähligen Opfer und Entbehrungen der Partisanen und Widerstandskämpfer den Armeen der Antihitlerkoalition, insbesondere der Sowjetunion, halfen, die Wende im Krieg herbeizuführen und den Faschismus dort hin zu prügeln, von wo er ausgegangen war. Man kann mit „Fug und Recht“ behaupten, dass die Partisanenbewegung über lange Zeit die einzige zweite Front stellte. „Le Combat“, die Zeitung der französischen Résistance, stellt es so dar:

Vom Nordkap bis zur Pyrenäengrenze, von der Kanalküste bis zum Ägäischen Meer stehen Millionen Menschen, wie verschieden ihre Sitten und ihre Sprache auch sein mögen, in demselben Kampf gegen denselben Feind, im Kampf der Freiheit gegen die Sklaverei, der Gerechtigkeit gegen das Unrecht, des Rechts gegen Gewalt. Wir sind Zeugen eines Wunders, das aus Blut und Tränen hervorgegangen ist. Es ist das Wunder des Widerstandes.“[22]

Und eben dies steht für uns, Kriegsgegner und Kommunisten, im Mittelpunkt des Gedenkens zum 60. Jahrestag der Befreiung: Auf keinen Fall zulassen, dass es derlei Wunder noch einmal bedarf. Und da gilt es genau hinzuschauen, auf die Wühlarbeit des deutschen Imperialismus, gerade in den einst maßgeblich von Partisanen befreiten Gebieten.

AG Zwischenimperialistische Widersprüche

1 Rede Bundespräsident Köhler im Bundestag, 08.05.2005, nach FAZ 09.05.2005, Seite 8: „Diesen Dank schulden wir an erster Stelle den Völkern, die Deutschland besiegt und vom Nationalsozialismus befreit haben.“

2 ebenda

3 ebenda

4 Direktive des Rates der Volkskommissare der UdSSR und des ZK der Kommunistischen Partei der Sowjet­union vom 29. Juni 1941 (Auszug):

„In den vom Feind okkupierten Gebieten sind Partisanenabteilungen und Diversionsgruppen zu schaffen für den Kampf gegen die Einheiten der feindlichen Armee, zur Entfesselung des Parti­sanenkriegs überall und allerorts, für die Zer­störung von Brücken, Straßen, Telefon- und Telegrafenverbindungen, zur Niederbrennung der Versorgungslager usw. In den okkupierten Ge­bieten müssen für den Feind und alle seine Hel­fershelfer unerträgliche Bedingungen geschaffen werden, sie müssen auf Schritt und Tritt ver­folgt und vernichtet werden, ihre Maßnahmen sind zu vereiteln.“

Beschluss des ZK der KPdSU vom 18.Juli 1941 (Auszug):

„Die Aufgabe bestehe darin, ... in den okkupierten Gebieten das Netz unserer bolschewistischen illegalen Organisationen zur Führung sämtlicher Aktionen gegen die faschistischen Okkupanten aufzubauen ... Um diesem Kampf im Rücken der deutschen Truppen weitesten Umfang und höchste Wirksamkeit zu verleihen, ist es unerlässlich, daß sich die Leiter der Republik-, Gebiets- und Rayonkomitees der Partei- und der Sowjetorga­nisationen sofort selbst der Sache annehmen.“

Quelle: Deutsche Chronik 1933-1945, 2. Auflage, Verlag der Nationen, Berlin 1981, S. 414

5 Oberländer war Kommandeur des Bataillon „Nachtigall“, das Tausende Bürger, z.B. in Lwow Prezemysl, Solotschew Ternopol oder Proskurow Winniza, auf brutalste Weise ermordete. Er ist dafür in der BRD nie zur Verantwortung gezogen worden, im Gegenteil: Er wurde in ihr gar zum Minister. Quelle: „Die Wahrheit über Oberländer“, Hrsg. Ausschuss für Deutsche Einheit, Berlin W 8 Friedrichstraße, , S. 169/170

6 „Insgesamt unternahmen die Partisanen vom November 1942 bis zum März 1943 über 2.500 Diversionsakte gegen die Eisenbahn, wobei ungefähr 750 Dampflokomotiven und an die 4.000 Eisenbahnwagen unbrauchbar gemacht und über 100 Kilometer Eisenbahnstrecke zerstört wurden. Die Durchlassfähig­keit der Eisenbahnlinien im okkupierten Gebiet sank in dieser Zeit bedeutend ab. Sehr wirksam waren die Streifzüge der Partisanen durch das tiefe Hinterland der Besatzer. Sie wurden hauptsächlich organisiert, um den Volkskampf auf dem okkupierten Territorium zu entfachen und mit großen Operationen das Hinter­land der Faschisten zu desorganisieren. Die Entwicklung des Volkskampfes in der Ukraine förderten die weitreichenden Streifzüge der Partisanenverbände un­ter dem Kommando von S. A. Kowpak und A. N. Saburow. Am 26. Oktober 1942 setzten sich die beiden Verbände, insgesamt ungefähr 3.000 Partisanen, in zwei parallelen Kolonnen aus den Brjansker Wäldern nach Südwesten in Bewegung. Sie vernichteten auf ihrem etwa 750 Kilometer langen Feldzug Garnisonen der Besatzer, forcierten die Desna, den Dnepr und den Pripjat, überquerten acht Eisenbahnhauptstre­cken und acht Fernstraßen und setzten über zahllose kleine Flüsse.“

Quelle: Der zweite Weltkrieg, 1939-1945, Kurze Geschichte, Internationales Redaktionskollegium, Dietz Verlag 1985, Berlin

7 Man sollte diese Erfahrungen der Belorussen mit den Deutschen zumindest im Hinterkopf haben, wenn es heute um die Hetze gegen den belorussischen Präsidenten Lukaschenko geht. Lukaschenko wird als „Diktator“ verschrien, der die Opposition unterdrückt. Sein Hauptfehler dürfte aber sein, dass er Teile der Bourgeoisie vertritt, die sich einer Anlehnung an die EU widersetzen und sich die mehr oder minder verdeckte Wühlarbeit und die offene Einmischung deutscher Vertreter zugunsten der „demokratischen“ Opposition in Belorussland verbitten. Stattdessen strebt Lukaschenko einen föderalistischen Staatenbund mit Russland und Moldawien an. Ein Beispiel für die seit Jahren dauernde Wühlarbeit im Sinne großdeutscher Interessen konnte man aus der belorussischen Zeitung Nezavisimaya Gazeta erfahren: der ehemalige BND-Chef Hans Georg Wieck begann seine Arbeit in Belorussland im Jahre 1998 als Leiter der von der OSZE eingerichteten AMG (Advisory and Monitoring Group), die den „demokratischen Prozess“ in enger Abstimmung mit der belorussischen Regierung unterstützen sollte. Stattdessen baute Wieck mit Hilfe eines eigenen Verwaltungsapparats an den nationalen Gesetzen und Strukturen vorbei ein eigenes Informationsnetzwerk auf, um die Opposition im Lande zu unterstützen. Er sei auch maßgeblich verantwortlich gewesen, die verschiedenen oppositionellen Kräfte auf einen einheitlichen Kandidaten gegen Lukaschenko einzuschwören.

8 Zu ihnen gehörten z.B. die Banden Banderas, die in der Ukraine und auf dem Gebiet Polens mordeten.

9 Marxistische Blätter, 2-05, S. 33 f.

10 Die „Freie Deutsche Jugend“ wurde bereits 1936 in Paris gegründet, im Sommer 1943 die „Bewegung Freies Deutschland für den Westen“.

11 Die IKP konnte durchsetzen, dass die Partisanen in den besetzten Gebieten zusammen mit monarchistischen Soldaten und Offizieren kämpften und die Staatsfrage zunächst vertagt wurde.

12 Gerhard Feldbauer „Zum Opportunismus in der kommunistischen und sozialistischen Bewegung Italiens“, Heft I, offensiv 7/2003

13 Der erste, eintägige Generalstreik ging gegen die Deportation der Juden in den Niederlanden im Februar 1941

14 Commando 9-a armata. Notizie mensile, Nr. 8, agosto 1943; zit. nach: „Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens“, Institut für marxistisch-leninistische Studien beim ZK der PAA, Tirana 1982, S. 131

15 siehe dazu „Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens“, a.a.O. S. 157 ff.

16 Antipenko, „In der Hauptrichtung“, Moskau 1971/Berlin 1977, S. 216 f., zit. n. Huar, a.a.O., S. 15

17 Rokossowski: Soldatenpflicht. Erinnerungen eines Frontoberbefehlshabers. Moskau 1968/Berlin 1971, S. 341 f.

18 „Stalin sprach mit mir auf der Direktleitung über dieses Problem. Nach meinem Bericht über die Lage an der Front und über alle Fragen, die mit Warschau verknüpft waren, erkundigte sich Stalin, ob die Truppen der Front imstande wären, sofort eine Operation zur Befreiung Warschaus durchzuführen. Als ich verneinte, bat er mich, die Lage der Aufständischen durch jede mögliche Hilfe zu erleichtern.“ (Rokossowski, a.a.O., S. 350)

19 Diese Erweiterung des Volkszugehörigkeitsbegriffs, wonach nicht mehr nur die Abstammung, sondern bereits das reine Bekenntnis zum Deutschtum den Anspruch auf den Ehrentitel „Volksdeutscher“ (fremder Staatszugehörigkeit) erwirkt, eröffnet dem deutschen Imperialismus ganz neue Dimensionen seiner Germanisierungs- und nationalen Grenzkorrekturpolitik. Der Begriff fußt im übrigen auf dem Nationenbegriff des faschistischen Völkerrechtlers Carl Schmitt, der die Nation als einen Zusammenschluss von Menschen nach völkischer Abstammung statt territorialstaatlicher Zugehörigkeit definierte.

20 Diese erhielten wieder mächtigen Auftrieb zu Beginn der neunziger Jahre, als Deutschland die Abtrennung Sloweniens und Kroatiens der Jugoslawischen Republik vorantrieb und damit historische Allianzen wieder belebte. Das erfolgreiche Auseinanderbrechen Jugoslawiens wurde schließlich mit dem von deutscher Seite initiierten Krieg gegen Serbien und das restliche Jugoslawien 1998 gekrönt.

21 So hatte Deutschland mit wesentlicher Beteiligung am Militäreinsatz „Essential Harvest“ über 30 Verfassungsänderungen in Mazedonien zugunsten der albanischen Minderheit durchgesetzt.

22 zit. n. Gingold „Vom Widerstand zur Befreiung“, a.a.O., S. 33 f.

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