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Das System, auf unmittelbare Zwecke ausgerichtet, erbringt ganz andere Wirkungen als beabsichtigt

Um diese Regelung aber durchzuführen, dazu gehört mehr als die bloße Erkenntnis. Dazu gehört eine vollständige Umwälzung unserer bisherigen Produktionsweise und mit ihr unser jetzigen gesamten gesellschaftlichen Ordnung.

Alle bisherigen Produktionsweisen sind nur auf die Erzielung des nächsten, unmittel­barsten Nutzeffekts der Arbeit ausgegangen. Die weiteren, erst in späterer Zeit eintretenden, durch allmähliche Wiederholung und Anhäufung wirksam werdenden Folgen blieben gänzlich vernachlässigt. Das ursprüngliche gemeinsame Eigentum am Boden entsprach einerseits einem Entwicklungszustand der Menschen, der ihren Gesichtskreis überhaupt auf das Allernächste beschränkte, und setzte andrerseits einen gewissen Überfluß an verfügbarem Boden voraus, der gegenüber den etwaigen schlimmen Folgen dieser waldursprünglichen Wirtschaft einen gewissen Spielraum ließ. Wurde dieser Überschuß von Land erschöpft, so verfiel auch das Gemeineigentum. Alle höheren Formen der Produktion aber sind zur Trennung der Bevölkerung in verschiedne Klassen und damit zum Gegensatz von herrschenden und unterdrückten Klassen vorangegangen; damit aber wurde das Interesse der herrschenden Klasse das treibende Element der Produktion, soweit diese sich nicht auf notdürftigsten Lebensunterhalt der Unterdrückten beschränkte. Am voll­ständig­sten ist dies in der jetzt in Westeuropa herrschenden kapitalistischen Pro­duktions­weise durchgeführt. Die einzelnen, Produktion und Austausch beherrschenden Kapitalisten können sich nur um den unmittelbarsten Nutzeffekt ihrer Handlungen kümmern. Ja selbst dieser Nutzeffekt - soweit es sich um den Nutzen des erzeugten oder ausgetauschten Artikels handelt - tritt vollständig in den Hintergrund; der beim Verkauf zu erzielende Profit wird die einzige Triebfeder. ... Gegenüber der Natur, wie der Gesellschaft, kommt bei der heutigen Produktionsweise nur der erste, handgreif­lichste Erfolg in Betracht; und dann wundert man sich noch, daß die entfernteren Nachwirkungen der hierauf gerichteten Handlungen ganz andere, meist ganz entgegengesetzte sind ... .“ (F. Engels, Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen, MEW 20, S.454f.)

Und dann wundert man sich noch, daß die entfernteren Nachwirkungen der hierauf gerichteten Handlungen ganz andere, meist ganz entgegengesetzte sind - so könnte das Dasein vieler Betriebsräte überschrieben sein. Man wollte z.B. mit der Zustimmung zu Kurzarbeit Entlassungen verhindern, bereitete sie dadurch vor und erleichterte sie durch Demoralisierung der Belegschaft. Man hatte ja gesagt: Kurzarbeit ist besser als Entlassungen. Man hätte auch sagen können: Kurzarbeit kann uns eine Atempause geben. Nutzen wir sie, um den Kampf gegen die damit drohenden Entlassungen vorzubereiten.

Zu welch’ entgegengesetzten Wirkungen als den beabsichtigten die So­zialpartner­schaftsideologie und Hoffen auf Dank für Nachgiebigkeit führen, zeigt das Flugblatt der IGM zu Sony-Wega.

Halten wir fest: Standortsicherung kann es im Kapitalismus nicht geben. Kapitalis­mus bedeutet Anarchie. Er ist auf Unsicherheit gebaut, auf die Unsicherheit, ob das, was wir produzieren, Absatz findet, ob der Schuldner noch zahlt, ob die Bank noch Kredit gibt, ob der Kurs der Aktie oder der Währung steigt oder fällt usw. Nur wir sollen dem Kapitalisten die Sicherheit bieten, daß er von uns alles verlangen kann, was er für seinen Standort braucht. Dabei verlieren nur wir. Und vor allem wir verlieren unseren Standort, den Standort einer Klasse, die als einzige die Entwicklung des Affen zum aufrechten Gang vollenden kann. Und je mehr wir diesen Standort verlieren, desto mehr verlieren wir sogar die Kraft, mit dem Kapitalisten zu kämpfen um die Konditionen, zu denen er uns aufs Pflaster wirft, zu denen er verlagern oder dicht macht.

Und halten wir doch auch mal fest: Die brauchen uns – nicht jeden einzelnen von uns und nicht jeden ständig, und nicht immer am gleichen Ort und nicht immer im gleichen Land –, aber sie brauchen uns als Klasse, die ihnen die Arbeit macht. Die brauchen uns – wir sie nicht. Und um das Bewußtsein über diesen Zusammenhang zu organisieren, dafür brauchen wir die Gewerkschaft.

Wir brauchen die Fabriken und Büros - die Kapitalisten brauchen wir nicht!

Arbeitsgruppe „Gewerkschaften“

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