KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”
Das vorliegende Buch ist als Ergebnis einer Arbeitsgruppe der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ (KAZ) entstanden. Es ist die überarbeitete und ergänzte Fassung einer Artikelserie, die in den Ausgaben Nr. 319 bis 322 erschienen ist.
Neben den unmittelbar Beteiligten (Corell, D.B. Phu, Lobo, Karlchen, O’Nest) waren viele Genossinnen und Genossen in den Diskussionen um Zwischenergebnisse mit Kommentaren und Beiträgen an der Entstehung beteiligt. Ohne das alles wäre das Buch nicht zustande gekommen und seine Herstellung hätte – ganz nebenbei –auch weniger Spaß gemacht. Besonders sei Kurt Gossweiler hervorgehoben, der große Faschismus-Forscher in der DDR, dem wir seit 1989 ausgezeichnete Beiträge und Bücher zum Revisionismus und seiner verheerenden Bedeutung beim Untergang der sozialistischen Staaten in Europa zu verdanken haben (u.a. „Wider den Revisionismus“, „Taubenfußchronik“ I und II). Er wird vor allem im ersten Teil unseres Buches ausführlich mit seinen Ausführungen zum 20. Parteitag der KPdSU zu Wort kommen.
In der kritischen Auseinandersetzung damit wird der Ausgangspunkt bestimmt für die auf den 20. Parteitag 1956 folgenden Auseinandersetzungen in der kommunistischen Weltbewegung. Sie kulminieren in der Spaltung der Bewegung in den Jahren 1963/64. In der Volksrepublik China werden dann ab 1966 die Konsequenzen gezogen - in und mit der Großen Proletarischen Kulturrevolution.
Die Große Proletarische Kulturrevolution wurde in ihrer Zeit von vielen Jugendlichen auch außerhalb Chinas ebenso von erfahrenen Revolutionären wie Che Guevara begeistert aufgenommen. Von anderen wurde sie totgeschwiegen oder verteufelt. Schließlich wurde sie 1981 auch vom ZK der Kommunistischen Partei Chinas unter „Rückschläge und Verluste“ verbucht. Damit fiel die Große Proletarische Kulturrevolution weitgehend dem kollektiven Vergessen anheim – nur noch dienlich dazu, mit ungeheuerlichen Opferzahlen Mao Tse-Tung als historischen Großverbrecher zu denunzieren.
Wir wollen in unserer Darstellung die Große Proletarische Kulturrevolution in ihrem historischen Kontext einmal für Interessierte erschließen, die sich erstmals mit diesem „Klassenkampf im Sozialismus“ befassen. Zum Anderen aber auch für Interessierte, die durch die Hetze von verschiedenen Seiten damals und heute gegen die Kulturrevolution voreingenommen sind. Einige von ihnen fragen sich natürlich, warum gingen DDR und UdSSR als sozialistische Länder unter, während die Volksrepublik China der offenen Konterrevolution 1989 widerstehen und den Sozialismus gegen seine äußeren wie auch seine inneren Feinde verteidigen konnte? Geschah dies trotz oder wegen der Kulturrevolution?
Keine definitive Antwort können wir natürlich auf die Frage nach dem Klassencharakter des heutigen China geben. Wir verfolgen die Ereignisse und Entwicklung in China mit Sympathie für diese große Nation, wo sie dem Imperialismus die Stirn bietet. Und unsere Sympathie gilt in erster Linie den Volksmassen und den Kommunisten, die den Marxismus-Leninismus und das Mao Tse-tung-Denken verteidigen und für ihren Kampf nutzen. Das Nachwort von Kurt Gossweiler unterstreicht die Hoffnung, dass die revolutionären Kräfte in der Lage sein mögen, die „Machthaber, die den kapitalistischen Weg gehen“ zurückzuschlagen und ihnen dabei die Große Proletarische Kulturrevolution Orientierung sein möge. Dies haben wir auch gegenüber dem Verlag vertreten, der auf dem Standpunkt steht, China habe bereits mit der Rückkehr von Deng an die Spitze der Kommunistischen Partei die Farbe gewechselt. Auch wenn wir diese Sicht zurückweisen, wird die Auseinandersetzung darum an anderer Stelle weiter gehen. Sie würde den Rahmen dieses Buches sprengen, das sich als Beitrag zur Untersuchung der Ursachen der Niederlage des Sozialismus versteht. Damit die Auseinandersetzung auch in Zukunft nicht „akademisch“ werde, halten wir fest:
Der wesentliche Beitrag, den wir zur Unterstützung der revolutionären Sache leisten können, besteht darin, den Widerstand gegen die scheinbar so sicher Sitzenden, gegen die Herrschenden im eigenen Land, zu verstärken. Den deutschen Imperialismus im eigenen Land anzugreifen und zu stürzen ist die Aufgabe und die größtmögliche Unterstützung, die wir dem chinesischen Volk und allen anderen Völkern in ihrem Kampf um nationale und soziale Befreiung geben können. Sinkt dadurch der Druck von außen auf China, wird der Kampf der chinesischen Volksmassen gegen Machthaber, die den kapitalistischen Weg gehen, nicht durch „Wagenburgmentalität“ geschwächt sein und neue Kraft gewinnen.
Hände weg von China!
Der Kurs heißt: Sozialismus oder Barbarei.
Richard Corell, stellvertretend für die Mitautoren
Das Buch ist zu beziehen über den Buchhandel oder direkt beim Zambon Verlag & Vertrieb, Leipziger Str. 24, 60487 Frankfurt, E-Mail zambon@zambon.net,
Fax 069 773054. Preis 14,80 €-