Solidarität
Aus dem Aufruf der SDAJ
Eine kommende Wehrpflicht würde die Militarisierung der jugendlichen Wehrdienstleistenden und der gesamten Gesellschaft massiv erleichtern: Es wird wieder normaler werden, bei der Bundeswehr gewesen zu sein und dort eingetrichtert zu bekommen, dass Krieg und Aufrüstung notwendig seien. Mittels der Wehrpflicht sollen zudem die Nachwuchsprobleme der Bundeswehr angegangen werden. Die Nationale Sicherheitsstrategie von 2023 verschiebt die Prioritäten weiter zugunsten der Aufrüstung für die Auseinandersetzung mit anderen Großmächten. Dafür braucht es auch deutlich mehr Personal. Über Freiwilligkeit, exzessive Werbemaßnahmen und verhältnismäßig hohe Entlohnung funktioniert das bisher alles andere als hinreichend. Deswegen wird mit einer Wehrpflicht auch versucht werden, Menschen zu überzeugen, sich nach dem Wehrdienst länger zu verpflichten. Zudem wird jeder, der Wehrdienst geleistet hat, mindestens zum passiven Reservisten ausgebildet und kann im Kriegsfall leichter eingesetzt werden….
Für die Wehrpflicht sind verschiedene Modelle in Diskussion. Denkbar ist, dass Schritte „zur Gleichberechtigung“ von Männern und Frauen gegangen werden und es Frauen dann genauso trifft. Mit Gleichberechtigung hat die Wehrpflicht aber nichts zu tun: Die Wehrpflicht dient dazu, die Militarisierung und „Kriegstüchtigkeit“ weiter voranzutreiben – Frauen sollten nicht verstärkt Teil davon werden, sondern gemeinsam mit Männern dagegen kämpfen!...
Wir müssen gegen Wehrpflicht, „Kriegstüchtigkeit“ und Militarisierung aktiv werden! Denn klar ist: Wir sollen zu Drill, Gehorsam und Militarismus erzogen werden und gezwungen werden, die Nachwuchsprobleme der Bundeswehr zu lösen – oder alternativ als billige Arbeitskräfte in einem Pflichtjahr dienen. Wir wissen aber, dass Wehrpflicht, Militarisierung und Kriegseinsätze nicht in unserem Interesse sind, sondern im Interesse des Kapitals – der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen….