KAZ
Lade Inhalt

„Die Glut bewahren, nicht die Asche!“

Rede von Max Renkl, Vorsitzender des Freundes­kreises „Ernst Thälmann“ e. V., Ziegenhals-Berlin, am 23. und 24. August 2025 in Berlin und Ziegenhals anlässlich des 81. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde.

Am 18 August 1944 vor 81 Jahren wurde Ernst Thälmann, auf direkten Befehl Hitlers, hinterrücks im Krematorium des KZ Buchenwald ermordet. Die Nazis, Schlägertrupp und Auftragsmörder des deutschen Kapitals, wollten mit der Ermordung Thälmanns dem Kommunismus in Deutschland die Zukunft nehmen. Doch das ist ihnen nicht gelungen. Die Partei Thälmanns, die KPD, konnte nicht zerschlagen werden, auch wenn sie die besten unserer Genossinnen und Genossen bestialisch ermordet haben. Die Genossinnen und Genossen, die die faschistische Barbarei überlebten, errichteten den ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden, die DDR. In West-Deutschland wurde die KPD wieder zu einer Partei, die sich ihr Vertrauen in den Massen aufbaute, die KPD wurde zum Zentrum der Kämpfe gegen Remilitarisierung und Wiederaufrüstung der BRD. Das wurde vom westdeutschen Staat, wo die braunen Ratten von einst sich nun wieder eingenistet haben, mit einem Verbot der KPD beantwortet. Abermals saßen unsere Genossen, 11 Jahre nach dem Gräuel des Faschismus und der Konzentrationslager, wieder in Haft – Adenauers Personal in Justiz und Polizei war größtenteils noch das gleiche.

Abermals dachten die Herrschenden in diesem Land, dass es jetzt vorbei sei mit dem kommunistischen Spuk. Aber das rote Gespenst ging erneut um. Die Studentenproteste der 60er Jahre führten dazu, dass sich Studierende, Auszubildende und junge Arbeiter den Gedanken des Sozialismus und Kommunismus zuwandten. Es bildeten sich kommunistische Zirkel, Gruppen, Organisationen, 1968 entstand die DKP. Und selbst nach 1989/90, nach unserem Rückschlag, oder wie unser langjähriger Vorsitzender und Sprecher Heinz Schmidt immer betonte, nach der „Rückwende“, war der Kommunismus und Sozialismus immer noch nicht tot.

Bis er wieder zu einer Kraft wird, die etwas bewirkt und verändert, die bündelt und konzentriert haben wir noch viel Arbeit vor uns.

Wir begehen in diesem Jahr ein kleines Jubiläum, da wir jetzt seit genau 25 Jahre die Kundgebungen hier vor dem Thälmann-Denkmal durchführen. Einerseits führten wir damit das Werk der Anwohner des Thälmann-Parks fort, andererseits war und ist unser Ziel, mit dem Gedenken an Ernst Thälmann einen – wenn auch bescheidenen – Beitrag zur Bündelung unserer Kräfte zu leisten. Wir wollen Kommunisten, Sozialisten, Antifaschisten und Kriegsgegner hier im Geiste Thälmanns versammeln und zusammenbringen. Wir wollen hier einen kleinen Beitrag leisten, damit linke und revolutionäre Kräfte sich verbinden können. Wir sehen uns jedoch nicht allein als Bündnisorganisation. Uns ist es auch ein Anliegen, die Traditionslinie zu verdeutlichen, in der wir heute stehen, wenn wir gegen Faschismus und Krieg aufstehen. Vor 100 Jahren hat sich das Thälmannsche ZK der KPD gebildet. Damit war der Weg bereitet für eine Massenpartei die diesen Namen verdient. Die KPD hat sich tausendfach im Kampfe bewährt. Ihren Genossinnen und Genossen mit Ernst Thälmann an der Spitze gilt unser Respekt. Ihr Vorbild leitet uns im Kampf.

Denn vergessen wir nicht: Dort wo die Reaktion wütet und wo sich das Konservative Lager wieder offen den Faschisten zuwendet, wie Klöckner und das rechtsaußen-Portal „nius“ oder Phillip Amthor der einen Burschenschaftler als Bürochef hat, aber auch wie in den USA, bildet sich Widerstand und formieren sich Proteste. Oder in Israel, wo junge Menschen den Wehrdienst verweigern und die vergangenen Tage über eine halbe Million Menschen nicht nur gegen die Netanjahu-Regierung sondern gegen den Krieg gegen das palästinensische Volk, gegen den Völkermord, gegen das Verhungern und Bombardieren der Palästinenser streikten und demonstrierten. Aber Proteste und Demonstrationen reichen nicht. Die gewerkschaftlichen, antifaschistischen und antimilitaristischen Kräfte müssen gebündelt werden, weil nur gemeinsam mit einem klaren Ziel vor Augen diese Einzelkräfte zu einer Kraft werden.

Und das ist nochmals der Brückenschlag zu Thälmann, seiner Partei, seiner Genossinnen und Genossen. Sie waren es, die als einzige Kraft den Klassencharakter des Faschismus richtig erkannt haben. Sie waren diejenigen, die die Funktion der Faschisten richtig einschätzten. Von Thälmann und seinen Kampfgenossinnen und –genossen haben wir daher viel zu lernen: Die Klarheit der Analyse einerseits, das Verständnis der Lage der Menschen, ihre Sprache, ihre Nöte, ihre Sorgen, kurz eine Nähe zu Massen andererseits. Die Flexibilität im politischen Tagesgeschäft verbunden mit festen politischen Prinzipien und einem klaren Ziel. Und vor allem die Unversöhnlichkeit mit diesem System, die Unversöhnlichkeit mit den Interessen der deutschen Banken und Konzerne und dem Staat, den sich das Kapital untergeordnet hat und der die Kapital-Interessen gegen unsere Interessen vertritt.

Wir müssen auch unversöhnlich sein! Deshalb ist unser Motto „Die Glut bewahren, nicht die Asche!“ und ich möchte meine Ausführungen mit einem Zitat aus August Bebels aus „Die Frau und der Sozialismus“ schließen. Das Buch hatte 1895 seine 25. Auflage, wurde also Jahrzehnte vor der Oktoberrevolution 1917 und der Novemberrevolution 1918 geschrieben:

Die Morgendämmerung zu einem schönen Tage zieht mit Macht herauf.

Kämpfen und streben wir also immer voran, unbekümmert darum, ,wo’ und ,wann’ die Grenzpfähle für eine neue, eine bessere Zeit für die Menschheit eingeschlagen werden.

Und fallen wir im Laufe dieses großen, die Menschheit befreienden Kampfes,

so treten die uns Nachstrebenden für uns ein.

Wir fallen in dem Bewusstsein, unsere Schuldigkeit als Mensch getan zu haben,

und in der Überzeugung, dass das Ziel erreicht wird, wie immer die dem Fortschritt der Menschheit feindlichen Mächte sich dagegen wehren und sträuben mögen.“

DEM SOZIALISMUS GEHÖRT DIE ZUKUNFT.

Ich bitte Euch nun in diesem Sinne Eure Blumen und Kränze zu Ehren Ernst Thälmanns niederzulegen.

Spenden unterstützen die Herausgabe der Kommunistischen Arbeiterzeitung
Email Facebook Telegram Twitter Whatsapp Line LinkedIn Odnoklassniki Pinterest Reddit Skype SMS VKontakte Weibo