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Kein Unglück, sondern ein Verbrechen

Was haben Scholz und Merkel mit dem schweren Bahnunglück in Griechenland zu tun?

Meldungen über Zugunglücke regen mich immer besonders auf. Jedes Mal stellt sich nämlich heraus, dass sie vermeidbar waren. Die Eisenbahner in Griechenland protestieren seit vielen Jahren gegen den miserablen Zustand der Bahn und das fehlende Personal. Nun hat sich herausgestellt: Der beim Unglück diensthabende Eisenbahner war gar nicht genügend ausgebildet für die Tätigkeit, und die Sicherheitstechnik der Strecke war Schrott.

Das erinnert mich an die diversen „Rettungspakete“ für Griechenland ab 2010. Bis zu 150.000 Staatsangestellte sollten entlassen werden, von Lehrern und Lehrerinnen bis zu Eisenbahnern und Eisenbahnerinnen, das war das Spardiktat. Unserem Finanzminister Schäuble ging das damals zu langsam, einen Schuldenschnitt lehnte er sowieso ab. Den wollte sogar der damalige US-Präsident Obama, als er bei einem Staatsbesuch in Griechenland gesehen hatte, was los war. Die Bundeskanzlerin Merkel lehnte damals jede Änderung der „Sparpakete“ ab. Sie wolle sich nicht von Griechen „am Nasenring durch die Manege führen lassen“ sagte sie auf einem CDU-Landesparteitag (Focus online, 13. November 2013). So wurde auch Stimmung gegen die „faulen“ Griechen gemacht.

Das fiel mir wieder ein bei den Meldungen von der Zugkatastrophe. Kanzler Scholz kann sein Beileid wirkungsvoller ausdrücken – indem er endlich die von Deutschland im besetzten Griechenland erpresste Zwangsanleihe zurückzahlt. Von den Nazisoldaten Deutschlands wurden den Griechen 476 Millionen Reichsmark während der Besatzung geraubt. Das war ihre Währungsreserve. Mit Zinsen sind das geschätzte 8 bis 11 Milliarden Euro heute. Die Griechen haben bis heute keinen Cent davon wiedergesehen.

ukm

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