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Einer der letzten Feinde im Kampf gegen den „Weltkommunismus”?

Die US-Regierung erklärte noch vor Monaten, daß sie die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen prüfen wolle, stellte dafür jedoch eine erneute Bedingung: die DVRK solle an einer sog. „Annäherungspolitik“ teilneh­men.

Vor fast vier Jahren war zwischen beiden Staaten eine Rahmenübereinkunft ausgehandelt worden, die eine Aufhebung der Sanktionen unter konkreten Voraussetzungen vorsieht. Die DVRK ihrerseits hat die Vereinba­rungen erfüllt, als da sind:

­- die Aufgabe einer eigenen, unabhängigen Atomindustrie,

- die Stillegung aller grafitgekühlten Reaktoren

- und die garantiert sichere Lagerung von Atomabfällen.

Darüber hinaus hat die DVRK ihre Einschränkungen in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit den USA aufgehoben. Sie hat ihre Friedenspolitik fortgesetzt und an den „Vierergesprächen“ (s.KAZ 288) teilgenommen. Die USA dagegen haben lediglich weniger bedeutsame, mehr symbolische Sanktionen (betr. Reisen und Kommunikation) aufgehoben, während sie die einschneidenden Einschränkungen im Bereich der Investitionen und im Handel voll aufrechterhalten. Anstatt z.B. das Einfrieren von koreanischen Guthaben zu beenden, ist es den US-Banken verboten, Dollartransaktionen in und für die DVRK vorzunehmen.

Die immer neuen Bedingungen der US-Administration haben das zum Ziel, was ihr seit dem Koreakrieg 1950 nicht gelungen ist: die Zerschlagung und Entwaffnung einer Gesellschaft, die nach jahrzehntelanger imperiali­stischer Unterdrückung den Aufbau des Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Die Regierung der DVRK betont dagegen, daß sie den immer neuen Erpressungsversuchen nicht nachgeben werde und - wenn die USA nicht bereit seien, die Sanktionen vollständig aufzuheben - sie ganz darauf verzich­ten werde. Nur auf der Grundlage einer tatsächlichen Erfüllung der beiderstaatlichen Vereinbarungen könne die USA die Politik der Feindschaft gegen das nordkoreanische Volk beenden und die Beziehung zwischen den Völkern verbessern.

Der Koreakrieg: gegen nationale Unabhängigkeit und Sozialismus

Im August 1945 war Korea nach 36jähriger Beherrschung durch Japan von den siegreichen Alliierten befreit worden, im Norden von der Roten Armee, die gemäß den Beschlüssen von Potsdam vom Juli 1945 bis zum 38. Breitengrad vorrückte, und südlich dieser Demarkationslinie von der amerikanischen Armee. Ein Parteien­bündnis aus Liberalen, Konservativen und Kommunisten rief am 6. September 1945 die Koreanische Volksre­publik aus und bildete eine provisorische Regierung. Während die Sowjetunion diese Regierung der „vereinten Kräfte des Widerstandes und der nationalen politischen Strömungen“[2] anerkannte, errichteten die USA dagegen in ihrer Besatzungszone eine Militärregierung, die gewaltsam gegen alle Bestrebungen nach einer Landreform, der Entlassung der Kollaborateure mit Japan, der Einführung des allgemeinen Wahlrechts, der Bildung von Kooperati­ven und der Vereinigung von ganz Korea unter einer Regierung vorging. Mit Hilfe dieser Militärregierung wurde ein faschistisches Regime unter dem US-Emigranten Syngman Rhee installiert, das im weiteren alle Bestre­bungen nach einer demokratischen Wiedervereinigung beider Landesteile auf Grundlage freier Wahlen mit blutigem Terror unterdrückte. Die Gefängnisse in der amerikanischen Zone füllten sich „bis unter das Dach“[3] mit Gegnern des Rhee-Regimes.

Im Norden wurde daraufhin im März 1948 eine Separatregierung unter dem ehemaligen Partisanenführer Kim Il Sung ausgerufen, die als erstes die lang ersehnte Bodenreform durchführte. Die Sowjetunion zog ihre Besat­zungstruppen im Dezember 1948 aus Nordkorea ab. Die US-Regierung dagegen ließ sich durch die von ihr ab­hängige UNO-Mehrheit das Regime in Südkorea absegnen. Die amerikanischen Truppen wurden immer wieder gegen Bauernaufstände und Hungerunruhen und zur Aufrechterhaltung des verhaßten Rhee-Regimes einge­setzt. Gleichzeitig betrieben die USA eine weltweite Kriegspropaganda gegen das „kommunistische Nordkorea und sein Hinterland, die VR China und die UDSSR“.[4]

Am 27. Juni 1950 nahm US-Präsident Truman einen vom südkoreanischen Marionettenregime provozierten Konflikt mit Nordkorea am 38. Breitengrad zum Vorwand, den amerikanischen Luft-und Seestreitkräften im Pazifik den Befehl zu geben, der südkoreanischen Regierung „Schutz und Unterstützung zu gewähren“.[5] Nord­korea wurde zum Aggressor erklärt, obwohl die UNO-Kommission in Korea die unmittelbare Ursache des Kon­flikts nicht feststellen konnte. US-Oberbefehlshaber, General Mc Arthur, der „große Sieger“ gegen Japan und „Befreier“ der Philippinen sah jetzt sein Lebensziel und das aller Kommunistenfresser, Reaktionäre und Kalten Krieger jener Jahre in greifbarer Nähe: Korea und China vom Kommunismus zu befreien und dann, wenn die UdSSR eingreift, gleich bis nach Moskau weiter zumarschieren.

Am 1. Oktober 1950 fielen die US-Streitkräfte in Nordkorea ein, das weder einer bedingungslosen Kapitulation noch der militärischen Besetzung zustimmen wollte, sondern Friedensverhandlungen für ganz Korea unter Aufsicht der UNO fordert. Die vernichtende Antwort des US-Imperialismus war eine unglaubliche Zerstörung des Landes (auch des Südens), war der Vorläufer dessen, was später in Vietnam praktiziert wurde. Mc Arthurs Oberkommandierender des US-Bomberkommandos in Korea, General Emmet O’Donell drückte das so aus: „Man könnte sagen, daß die ganze Halbinsel Korea ein einziger Schutthaufen ist. Alles ist zerstört. Nichts Nennenswertes ist stehen geblieben. Kurz bevor die Chinesen in den Krieg eintraten, wurden von unseren Bombern keine Angriffe mehr geflogen. Es gab in Korea keine Ziele mehr.“[6] Dem Versuch, Korea „vom Kom­munismus zu befreien“ fielen rund 4 Millionen Menschen zum Opfer.

Nach US-amerikanischen Verlautbarungen sollte die VR China mit Hilfe von Atombomben und den 1,5 Mio. Soldaten des von Mao Tsetungs Roter Armee geschlagenen Tschiang Kai-Schek das nächste Opfer des Welt­kreuzzuges gegen den Kommunismus werden. Der Grund dafür, daß der Dritte Weltkrieg nicht über den Kon­flikt mit Korea und die Provokationen gegen die VR China ausgelöst wurde, war: auch die Sowjetunion besaß 1950 bereits die Atombombe und war auf dem ihr aufgezwungenen Weg der Hochrüstung dabei, die H-Bombe zu entwickeln.

Der Aufmarsch von US-Truppen an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze, die ständigen Kriegsdrohungen gegen die VR China und der grausame US-Stellungskrieg in Nordkorea (der bis 1953 fortgesetzt wurde) veran­laßte die chinesische Regierung am 26.11.1950 zum Kriegseintritt. Chinesische Freiwillige trugen entscheidend dazu bei, die amerikanischen Aggressionstruppen, die unter UN-Flagge kämpften, über den 38. Breitengrad in den Süden zurückzudrängen. Im September 1953 kam dann der Waffenstillstand zustande, der bis heute die Grundlage der Teilung des Landes am 38. Breitengrad ist.

In der Folgezeit blühte die Wirtschaft in Nordkorea auf (nach Ansicht des bekannten Wirtschaftswissenschaft­lers Prof. J. Robinson, Cambridge, wurden „alle Wirtschaftswunder der Nachkriegswelt durch diese Leistungen Nordkoreas in den Schatten gestellt“.[7]), während im Süden, trotz massiver finanzieller Unterstützung der jewei­ligen Militärregimes, die Bevölkerung in bitterster Armut lebte.

Zur Beendigung des Krieges hatte auch die Friedensbewegung in den USA unter Losungen wie „Bring the Boys Home“ oder „End the War Now“ beigetragen, obwohl sie einer rabiaten Hexenjagd durch Regierung, Polizei und Geheimdienste ausgesetzt war.

Der Antiimperialismus ist international

Auch in der BRD gab es Menschen, die gegen den mörderischen Koreakrieg der USA und für den Frieden kämpften und dafür mit deutscher Billigung von Gerichten der amerikanischen Militäradministration mit erhebli­chen Strafen verfolgt wurden. Das wiederaufstrebende Westdeutschland, dessen „Wirtschaftswunder“ sich er­heblich auf den sog. Korea-Boom gründete, konnte kritische Stimmen gegen den großen US-amerikanischen Gönner nicht zulassen. Heute, inzwischen zum scharfen wirtschaftlichen und politischen Konkurrenten des US-Imperialismus v.a. in Europa aufgestiegen, ist es sich doch immer einig mit diesem in der Feindschaft gegen alle Völker, die noch an Errungenschaften des Sozialismus festhalten. So auch gegen die Demokratische Volksrepublik Korea, die nach den verheerenden Naturkatastrophen (s.KAZ 286) der vergangenen Jahre breite internationale Hilfe - auch von der reichen BRD - nötig hat.

Am 5. August 1950 verteilten der 22jährige Kaufmannslehrling Manfred Eger und der 21jährige Postbeamte Werner Hoffmann in Ulm untenstehendes Flugblatt. Auf Hinweis eines Passanten wurden sie von der Polizei festgenommen und nach drei Tagen Haft einem amerikanischen Gericht der Alliierten Hohen Kommission für Deutschland übergeben. Hier wurden die beiden Friedensfreunde umgehend wegen Verletzung des „Prestiges und der Sicherheit der Alliierten Streitkräfte in Deutschland“ (Urteilsbegründung) zu 6 bzw. 4 Monaten Haft oh­ne Bewährung verurteilt.

lobo

1 Zit. nach MANIFEST, Zeitung der NCPN vom 2.7.98

2 Vereinte Nationen, Bonn, 2/72

3 Zit. nach D.Horowitz, Kalter Krieg, Hintergründe der US-Außenpolitik von Jalta bis Vietnam, 1965, S.102

4 Vereinte Nationen, Bonn, 3/72

5 Zit. nach J. Bruhn, Schlachtfeld Europa oder Amerikas letztes Gefecht, S.71

6 ebd., S.72

7 Zit. nach Horowitz, S.126

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