KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”
Am 8. Mai veranstaltete die DKP Fürth eine Kundgebung am Platz der Opfer des Faschismus.
Wir dokumentieren hier die Rede, die anlässlich dieses wichtigen Datums gehalten wurde.
Liebe Antifaschistinnen, liebe Antifaschisten,
Genossinnen und Genossen!
Am heutigen Tag, erinnern wir an den 8. Mai 1945, dem Tag der Befreiung von der faschistischen Barbarei.
Wir wollen allen denjenigen Menschen gedenken, die für die Befreiung von Millionen Menschen in den von den Faschisten okkupierten Ländern, in den KZ’ s und Gefängnissen, ihr Leben lassen mussten. 55 Millionen Tote dürfen nicht umsonst gewesen sein. Sie mahnen uns, gegen Krieg und Unterdrückung zu kämpfen und einzutreten für ein Leben in Freiheit, ohne Ausbeutung und ohne Faschismus.
Wir danken allen, die gegen den Faschismus gekämpft haben. Wir danken den alliierten Streitkräften. Wir danken insbesondere den Soldaten der Roten Armee, die zweifellos die Hauptlast dieses Krieges getragen haben. 28 Millionen Opfer kostete der 2.Weltkrieg allein den Völkern der Sowjetunion, die von den Faschisten als zu versklavende und zu vernichtende „Menschentiere“ angesehen wurden und entsprechend behandelt wurden.
Das sowjetische Volk zahlte einen hohen Preis. Jede Minute starben 10 Menschen. Jede Stunde 600 und jeden Tag ca.14.000 Sowjetmenschen. Zwei von fünf im zweiten Weltkrieg Gefallenen waren Bürger der Sowjetunion.
Die Wehrmacht und die SS-Einsatzgruppen verwandelten das westliche Russland zur Hölle.
Hier nur einige der verbrecherischen Befehle:
Ausübung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet Barbarossa, 13.5.1941:
„Freischärler sind durch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen ... Auch alle anderen Angriffe gegen die Wehrmacht ... sind von der Truppe auf der Stelle mit den äußersten Mitteln bis zur Vernichtung des Angreifers niederzukämpfen.“
Kommissarbefehl, 6.6.1941:
„In diesem Kampfe ist Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen Elementen gegenüber falsch. ... Sie sind daher ... grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen ...“
Anordnung für die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener in allen Kriegsgefangenenlagern, 8.9.1941:
„Der Bolschewismus ist der Todfeind des nationalsozialistischen deutschen Volkes ... Dadurch hat der bolschewistische Soldat jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenhafter Soldat und nach dem Genfer Abkommen verloren“
Reichenau-Befehl zum Verhalten der Truppe im Ostraum, 10.10.1941:
„... Der Soldat im Ostraum ... ist auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee und der Rächer für alle Bestalitäten, die dem deutschen und artverwandten Volkstum zugefügt wurden“
Kriegstagebuch Armeeoberkommando 6, Ic, 7.12.1941:
„Die Armee meldet der Heeresgruppe, dass im Armeebereich das Partisanenwesen so gut wie beseitigt ist. Sie schreibt dies den rigorosen Maßnahmen zu, die angewandt wurden. Neben den eigentlichen Partisanen wurden auch die vielen, ohne Ausweis im Lande herumstreichenden Elemente beseitigt.“
Im Winter 1941/42 ließ die Wehrmacht etwa zwei Millionen russische Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam unter jämmerlichsten Bedingungen verhungern. Von 5,7, Millionen gefangengenommener Sowjetsoldaten starben ca. 3,3, Millionen, d.h. 57 Prozent. Die Verbrechen an den sowjetischen Kriegsgefangenen erreichte fast die Dimension der Ermordung der europäischen Juden.
Das dürfen wir niemals vergessen.
Vergessen wir auch nicht, dass sich mit der Niederlage des deutschen Faschismus zumindest in einem Teil Deutschlands eine Chance ergab, die Kriegsverursacher zu stürzen und eine neue Gesellschaft zu errichten. Vergessen wir auch nicht, dass der Sieg über den deutschen Faschismus, es vielen Ländern ermöglichte sich vom Kapitalismus und kolonialer Unterdrückung zu befreien!
Die Herrschenden und ihre Politiksprachrohre hierzulande haben das auf ihre Art und Weise nicht vergessen.
Revanchismus ist angesagt.
Das Gedenken an die Befreiung von Faschismus und Krieg wird heute mehr denn je umgedeutet und für außenpolitische Interessen instrumentalisiert.
Die politischen Scharfmacher – insbesondere in Europa – versuchen, den 8./ 9. Mai umzudeuten. Aber nachdem der 8. Mai 1945 aus der Erinnerung der Völker kaum mehr zu verdrängen ist, soll nun der 9. Mai zum „Europatag“ werden und nicht mehr als „Tag des Sieges“ gefeiert werden, wie er insbesondere in den osteuropäischen Ländern seit Jahrzehnten begangen wird.
Auch dieses Jahr ist die Teilnahme an Feierlichkeiten zum 8. Mai für russische und belorussische Delegationen nicht gewünscht bzw. ausdrücklich verboten.
Ein Gedenken an die Befreiung – ohne die Befreier? Was für eine Schande!
Aus politischen Erwägungen soll zwischen „guten“ und „bösen“ Befreiern unterschieden werden.
Ich bin gespannt, ob auch die amerikanischen und israelischen Regierungsdelegationen, angesichts der völkerrechtswidrigen Überfälle auf Venezuela, Iran bzw. Libanon usw. und der Massaker in Gaza, als ungebetene Gäste weggeschickt werden?
Nach alter Herrenvolk Spreche wird behauptet, dass der neue Hauptfeind der Menschheit ein russischer Imperialismus und Despotismus sei.
Was für ein Wahnsinn, was uns hier die Regierung und die Medien tagtäglich auftischen und weismachen wollen.
Die einzige „Lehre“ aus der Niederlage für die Regierenden ist:
Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft, koste es was es wolle! Und der Blick und die Gier nach Osten.
Statt Frieden – Milliarden für die Rüstung. Und sparen bei der Gesundheit, bei Bildung und Renten. Was für ein Hohn. Umwelt und Klima, bleiben dabei sowieso auf der Strecke!
Es geht einzig und allein um die Interessen des deutschen Großkapitals und um deren politische und ökonomischen Bedürfnisse. Es geht um Konkurrenz und Einflusssphären weltweit.
Ich brauche euch nicht zu sagen, wer von der angesagten „Kriegstüchtigkeit“ im Lande profitiert: Einzig und allein die Klasse der Reichen und Mächtigen, insbesondere die Kriegskonzerne.
Wir sagen:
Nein zur Aufrüstung! Nein zur Militarisierung! Nein zur Kriegstauglichkeit! Nein zum Wehrdienst!
Nein zur Stationierung von US -Raketen oder wie jetzt angedacht deutschen Raketen!
Finger weg von unseren Kindern und Enkeln!
Diesem System keinen Mann und keinen Groschen!
Der 8. Mai 1945 war das „Morgenrot der Menschheit“, wie es Peter Gingold, jüdischer Kommunist und deutscher Kämpfer in den Reihen der Résistance und der italienischen Resistenza, in seinen Erinnerungen formulierte.
Dieses Vermächtnis lassen wir uns nicht zerstören.
Wir können uns nicht weiter mit Wettrüsten und Kriegen abfinden, wenn wir nicht unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkel aufs Spiel setzen wollen
Der 8./9. Mai sind die Tage der Befreiung und des Sieges!