KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”
Die Stadt Gaza existiert seit 3.000 Jahren vor Christi Geburt. In der Apostelgeschichte heißt sie „die Starke“, „die Stolze mit Durchhaltevermögen“. Dies wurde von Eusebius erwähnt, dem Vater der Kirchengeschichte. Auch im Koran wird die Stadt in einer Sure erwähnt. Der Großvater des Propheten Mohammed (Haschim) ist in Gaza begraben.
Die Araber betrachten sich als die legitimen Nachfolger der Phönizier und Kanaaniter und sind stolz darauf. Mein Großvater, der aus Gaza stammte, hat seinen zehn Kindern christliche biblische Namen gegeben; der Jüngste hieß Hilarion nach Hilarion von Gaza, einem christlichen Asketen. Meine Großmutter stammte aus Kairo. Die arabisch-islamische Kultur hat verschiedene ethnische Völker zusammengebracht und alle zusammen entwickelten die glorreichen Zeiten von Bagdad, Damaskus, Jerusalem, Kairo und Al-Andalus, dem muslimischen Spanien.
Wie ist es zu erklären, dass Israel jetzt in Gaza Kulturinstitute, Museen, Universitäten, Moscheen, Kirchen und den ältesten christlichen Friedhof der Welt mit Bomben und Panzern zerstört? Was in Gaza geschieht, kann nur als Vernichtung der Kultur bezeichnet werden: 32 Kulturzentren wurden total oder teilweise dem Erdboden gleichgemacht. Zwölf Museen mit Statuen aus phönizischer und kanaanischer Zeit, palästinensische, islamische und osmanische Museen wurden zerstört. Zerstört wurde der Kopf von Ashtar, der erst vor drei Jahren entdeckt wurde. Auch die drittälteste Kirche der Welt und der Pascha-Palast, den Napoleon während der Eroberung zu seinem Hauptsitz machte, wurden bombardiert und zerstört. Dies erinnert an die Zerstörung der Bibliothek in Bagdad zur Zeit der Mongolen, die seinerzeit verbrannt wurde. Was wollen die Israelis erreichen? Woher kommen dieser Hass und diese Wut?
Die heutige Vorgehensweise der Zionisten in Gaza ist praktisch eine Fortsetzung der Nakba von 1948. Man will die Bevölkerung vertreiben und ihr Dasein auslöschen. Wenn man die Geschichte dieses Landes auslöscht, kommt man praktisch in ein leeres Gebiet und wird nicht von den alten Völkern, die hier lebten, und von ihrer Kultur gestört. Die Besatzungsmacht tat und tut deshalb alles, um die palästinensische Kultur und Geschichte zu vernichten. Schon während der Nakba von 1948 wurden 400 Dörfer weitgehend zerstört, sowie die Kulturzentren in den Großstädten Jaffa, Haifa, Nazareth und Gaza, der alten Kulturstadt und dem Tor von Asien nach Afrika.
Das heutige Vorgehen wurde seit Jahrzehnten geplant und vorbereitet. „Wir sollten einen Araber finden und ihm eine Million Lira geben, damit er letzten Endes einen Krieg gegen uns startet,“ so ein Zitat aus Ben Gurions Buch „Sharet“ (1978). Golda Meir sagte: „Ich werde den Arabern nie verzeihen, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten.“
Und dies, obwohl die Araber nahezu das einzige Volk waren, das den Juden während der Verfolgung in Europa Tür und Tor öffnete. So erlebten die Juden im muslimischen Spanien 700 Jahre lang überwiegend blühende Zeiten. Verglichen mit den Äußerungen des Alten Testaments über die Juden und andere Minderheiten sind die meisten Aussagen des Korans gegenüber dem Judentum als tolerant zu bezeichnen. Viele Palästinenser berichten noch über das friedliche Zusammenleben der christlichen und muslimischen Araber mit den Juden vor 1948.
Es ist deutlich, dass die israelische Regierung keine Furcht hat. Auch im fünften Monat des Vernichtungskrieges, während die Social Media in vielen Ländern die Massaker detailliert übertragen und Millionen von Menschen, besonders in den westlichen Staaten, demonstrieren und nach einem Waffenstillstand rufen und es sich bei der Tötung und Verletzung von über 100.000 Menschen mehrheitlich um Kinder und Frauen handelt, dreht Israel der ganzen Welt den Rücken zu und massakriert weiter. Bis jetzt ist die Mehrheit der israelischen Bevölkerung für die Fortsetzung des Vernichtungskrieges.
Ich wundere mich über diejenigen, die sich wundern, dass die Zionisten so handeln, denn der Überschuss an (östlichem und westlichem) Kriegsmaterial bis hin zur Atombombe hat sich seit 75 Jahren angesammelt. Der Westen und besonders die USA waren immer darauf bedacht, dass Israel mehr militärische Schlagkraft besitzen sollte als alle arabischen Staaten zusammen. Die Gier der westlichen Politiker auf den Reichtum der Region (Öl- und Gasvorkommen lagern vor der Küste des Gazastreifens) treibt sie dazu, das Land beherrschen zu wollen.
Die Israelis wollen sich in der Region integrieren, aber dabei wollen sie dominant sein. Auch wenn sie in der ersten Zeit vorgaben, demokratisch-sozialistisch zu sein, so hatten sie doch kein Recht, ihre Ziele auf gestohlenem Land verwirklichen zu wollen. Inzwischen ist Israel ein rein kapitalistisches imperialistisches Regime geworden – und dies mit voller Unterstützung der westlichen Politiker. Die Zionisten hatten damals mit Hilfe des imperialistisch-kolonialistischen europäischen Gedankens Palästina als Heimstätte erhalten, und so stellten sie sich am Ende als Handlanger des westlichen Imperialismus und Kolonialismus heraus.
Also geht es in Wahrheit nicht um einen religiösen Konflikt, wie es die Zionisten versuchen darzustellen, sondern es geht letztlich um die Zukunft des ganzen Nahen Ostens. Es geht darum, wer dieses Gebiet beherrschen wird, in dem es reichlich Öl und Gas gibt, besonders vor dem Strand von Gaza, und es geht auch darum, ob der geplante Ben-Gurion-Kanal gebaut wird, der das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbinden soll.
(Dies ist ein leicht modifizierter Artikel eines Freundes und deutschen Palästinensers, der teilweise in Ramallah lebt.)
AG Palästina