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KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”

Erbrecht: Leistung soll sich lohnen??

Der Spiegel (46/2006) berichtet, dass in der BRD jährlich 150 Milliarden Euro vererbt werden. Beklagt wird, dass es nun schon Spezialisten gäbe, die mit Ahnen und Stammbaumforschung (Blutsverwandtschaft muss in Deutschland schon sein) auf die Suche nach den Erben gehen und dabei kräftig Provision einschieben. „80 Prozent meiner Kunden kennen den Erblasser überhaupt nicht“, verrät dabei ein solcher Nachlass-Spezialist. Und: Erst bei Nachlässen ab 40.000 Euro lohne sich der Aufwand für die Suche nach dem verlorenen Erben.

Zum Vergleich: Der Umfang der Einnahmen, die dem Bund 2005 in Form von Steuern, Abgaben usw. zugeflossen sind, betrug genau 250 Milliarden Euro. Das Aufkommen an Mehrwertsteuer (in das sich Bund und Länder teilen) belief sich im gleichen Jahr auf 108,4 Milliarden Euro, das Aufkommen an Erbschaftssteuer (das in die Taschen der Länder fließt) betrug gerade mal 4,1 Milliarden Euro.

Eine nicht ganz unbekannte Hetzschrift von 1847/48(!) forderte: „3. Abschaffung des Erbrechts“ (Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4, S. 481). Würde das Erbrecht abgeschafft, könnte mit den 150 Milliarden, die jährlich vererbt werden, die ganze Mehrwertsteuer abgeschafft werden. Die Preise auf alle Waren könnten um 16 bzw. demnächst 19 Prozent sinken! Und es blieben sogar noch Mittel, um die Lohnsteuer zu reduzieren. So können die oben genannten Zahlen dazu dienen, den Klugscheißern eins auf die Nuss zu geben, wenn sie wieder einmal mit traurigen Augen in die Medien gehen, um zu verkünden, dass für die Armen im Land leider kein Geld vorhanden sei und man es sich im Gegenteil noch von denselben holen müsse, z.B. mit der angeblich unvermeidlichen Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Außerdem werden nach einer Untersuchung von Pfeiffer/Braun (www.dia-vor­sorge.de) nur etwa 5% der Erblasser (das sind knapp 0,5 Millionen) ein Geldvermögen von mehr als 150.000,- Euro bzw. 6% der Erblasser ein Immobilienvermögen von mehr als 300.000,- Euro hinterlassen. Bei Nachlässen von Eigentum an Fabriken, Banken über Aktien usw. konzentriert sich die Masse auf noch weniger Haushalte. Es wären also die üblichen Verdächtigen zu schröpfen, die unser Land in den Klauen halten.Und vielleicht würde das auch dazu beitragen, manchem Bürschchen aus der Oberschicht Beine zu machen, seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten statt nach der Devise zu leben: Der Papa wird’s scho’ richten. Denn Lohn soll es schließlich doch nur bei Leistung geben, oder?

Dazu wird es nicht weniger als einer Änderung der Machtverhältnisse in diesem Land bedürfen. Bei 95% gegen 5% sollte das eigentlich nicht ganz unmöglich sein.

Corell

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