KAZ
Lade Inhalt

Die Anstifter und Profiteure

des Vernichtungskrieges

Bei den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten fehlt regelmäßig die Erwähnung der Anstifter und Nutznießer von Faschismus und Krieg. Aus gutem Grund: Die Unternehmen, die Hitler bezahlten, ihm den Weg wiesen und von seinen Schandtaten profitierten sind – von einigen kosmetischen Korrekturen abgesehen – im Wesentlichen die Gleichen. Um nur die ganz Großen zu nennen: Krupp und Thyssen (heute Thyssen-Krupp), die Veba (heute Eon), Siemens (heute Siemens), Bosch (heute Bosch), Daimler, BMW und Volkswagen, die IG Farben Nachfolger (heute: Bayer, BASF; Hoechst heißt heute Aventis; die Degussa), die Dresdner Bank (heute bei der Allianz-Gruppe), Allianz und Münchner Rück (heute heißen sie noch genauso wie damals), die Deutsche Bank, Und nicht zu vergessen die paar hundert Familien der Reichen, die Haniel, Quandt, Siemens, Flick, Thyssen usw., zu denen Bernt Engelmann den treffenden Buchtitel fand: „Das Reich verging, die Reichen blieben.“

Aber hat nicht die bürgerliche Geschichtsschreibung Recht, wenn sie die Unternehmen selbst als Leidtragende, von Hitler Getäuschte und ins Verderben Geführte charakterisiert? Mitnichten! Natürlich interessiert es die Kapitalisten erst mal nicht, wie die Menschen umkommen; es interessiert sie ja auch nicht, was mit denen passiert, die sie auf die Straße werfen. Es interessiert sie nicht so sehr, wie Profit gemacht wird, nur dass Profit gemacht wird. Sie sagen nicht , am 1. September 1939 wird Polen überfallen; sie sagen nur in Polen sitzen Konkurrenten von uns und wenn wir sie nicht ausschalten, dann wird der Profit geringer oder noch besser: dann können wir hier nicht für die Arbeitsplätze garantieren, dann müssen wir entlassen. Oder wenn das Öl in Rumänien unter amerikanischer Kontrolle bleibt, können die uns die Preise diktieren, können wir ständig unter Druck gesetzt und erpresst werden.

Aber auch das ist nicht die ganze Wahrheit. Moderne Kriege können nicht geführt werden ohne engste Abstimmung von Wirtschaft, Militär und Politik. Den Ausschlag geben dabei regelmäßig die wirtschaftlichen Interessen der in der Gesellschaft dominierenden Unternehmen, der Monopole aus Bank und Industrie (die wiederum eng mit denen aus Handel und Dienstleistungssektor eng verflochten sind).[1] Die Monopolbourgeoisie wusste, was sie tat. Sie wollten „nur“ die Arbeiterbewegung unterdrü­cken – und gegen KZs war doch nichts einzuwenden. Sie wollten „nur“ Absatzmärkte und Rohstoffquellen – und wenn die Konkurrenz sie nicht freiwillig abgab, musste man sie zwingen, also bereitete man den Krieg vor. Und schließlich war der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, Karl Marx, Jude. Und das musste doch mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Dass einzelne Vertreter der Monopolbourgeoisie dabei das „schlechte Gewissen“ überkam und die da und dort Mitleid zeigten, ist für die Beurteilung des Bewusstseins ihrer Klasse unerheblich.

Und es sollte im kollektiven Gedächtnis der Arbeiterklasse unauslöschlich eingebrannt sein, zu welchen Taten die feinen Herrn, die Crème der deutschen Wirtschaft in der Vergangenheit fähig waren, wozu sie sich Nazibande gedungen haben und wofür sie sie verwendet haben. Die grundlegenden Strukturen sind geblieben. Die Frage ist: Wie können wir sie zwingen, dass sie nicht noch einmal den Weg von Faschismus und Krieg gehen?

Die erste Phase bis zum Kriegsbeginn 1. September 1939

Im imperialistischen Deutschland hatten sich schon vor dem ersten Weltkrieg zwei große Hauptgruppen der großen Industriemonopole herausgebildet, die um die Vorherrschaft und um den maßgeblichen Einfluss auf den Staat kämpften: die Schwerindustrie, vor allem die Kohle- und Stahlbarone mit den Großgrundbesitzern (Junker) im Osten Deutschlands, und die Monopole von Chemie und Elektro (vgl. dazu auch K. Gossweiler in KAZ 310). Nach dem verlorenen Weltkrieg waren sich beide Gruppen im Ziel einig: Revanche für die Niederlage in einem besser vorbereiteten zweiten Waffengang um die Weltherrschaft, und als ersten Schritt dazu: Beseitigung der Weimarer Republik und Herstellung eines Staates, in dem der Willen der Monopole ungehindert durch demokratische Rechte, durch Parlamente, durch Streiks und Demonstrationen durchgesetzt werden kann.

Ihr gemeinsamer Nenner war:

- „die Wiedererlangung alles nach dem ersten Weltkrieg Verlorengegangen, darunter die Kolonien,

- ein antisowjetischer Kreuz- und Beutezug,

- mehr oder weniger große Teile des Kriegszielprogramms aus dem ersten Weltkrieg, darunter zuvörderst die Schaffung eines ‚mitteleuropäischen’ Großraums unter deutscher Führung, dessen Kern und erste Verwirklichungsstufe bald ‚Großdeutsch­land’ genannt wurde.“ (s. Eichholtz/Pätzold, Der Weg in den Krieg, S. 2)

Unterschiedlich waren die Auffassungen über den Weg zum Ziel. Auf der einen Seite gruppierten die Monopole, die sich gegen den wachsenden Einfluss des US-Kapitals (vor allem durch den Morgan-Trust), gegen eine „Überfremdung“ der deutschen Wirtschaft wehrten. Dieser sog. „alldeutsche Flügel“ stand für den Weg, Deutschland (ggf. in Zusammenarbeit mit Frankreich und England) zur wirtschaftlich stärksten Macht zu machen, auf „gleicher Augenhöhe“ und in Konfrontation zu den USA. Diese Kräfte, zu denen Teile der Schwerindustrie, die IG Farben, Siemens, Daimler, die Allianz u.a. zählten, waren um die Deutsche Bank gruppiert. Dem entgegen stand der „amerikanische“ Flügel, der enge Beziehungen zum US-Kapital unterhielt, er war mit der Dresdner Bank verflochten. Dort wurde die Auffassung vertreten, in Zusammenarbeit mit den USA und zunächst als ihr Juniorpartner den Kampf um die Neuaufteilung der Welt zu führen und dabei die Kräfte auf die deutsche Expansion gegen den Osten, gegen die Sowjetunion, zu konzentrieren und einen Zwei-Fronten-Krieg zu vermeiden. Zu ihnen gehörten Thyssen, die AEG, Opel u.a. Ihr wichtigster Repräsentant war der aus der Dresdner Bank gekommene Reichsbankchef und Wirtschaftsminister in der Hitlerregierung, Hjalmar Schacht (seine guten Verbindungen zur US-Hochfinanz sind auch der Hintergrund, weshalb er 1946 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher frei gesprochen wurde).

Die mächtige IG Farben, damals der weltgrößte Chemie-Konzern, hatte vor dem Machtübergabe an Hitler noch eigene Pläne gehabt. Sie hatte zunächst auf die SA-Führer Röhm/Gregor Strasser und den General Schleicher gesetzt, der eine Militärdiktatur errichten sollte, gestützt nicht zuletzt auf die rechten Führer von SPD und Gewerkschaft. Die Massen sollten ruhig gestellt werden durch Beschlagnahme von Land der Junker zur Verteilung an Bauern, die bankrotten Vereinigten Stahlwerke (die von Thyssen gegründet worden waren) sowie die seit der Bankenkrise 1931 bankrotte Dresdner Bank sollten endgültig verstaatlicht werden. Das war im Interesse der Deutschen Bank und der IG Farben, stieß aber auf heftigen Widerstand von Thyssen, aber auch von Krupp und Flick, der Junker und der Dresdner Bank, die das Zentrum des „amerikanischen“ Flügels bildete. So wurde Schleicher durch das Zusammenwirken von gewichtigen Teilen der Schwerindustrie, dem „amerikanischem“ Flügel und Junkern gestürzt und Hitler zum Reichskanzler ernannt.[2]

In der Nazi-Partei hatten sich die Monopole ihre Verbindungen längst geschaffen. Röhm und Strasser waren Männer der IG Farben, Göring war ursprünglich Vertrauensmann von Schacht und Thyssen, schlug sich ab 1935/36 auf die Seite der IG Farben, Himmler stand in enger Beziehung zu den IG Farben, auch Heß gehörte zum Einflussbereich der IG Farben. Hitler „entschied“ nach den Vorgaben der jeweils in diesem Machtkampf gerade die Überhand gewinnende Richtung.

Mit der Ermordung Schleichers, Röhms und Strassers, vor allem auf Drängen von Göring und unter Führung von Himmler war eine Option der deutschen Monopolbourgeoisie liquidiert worden, die außenpolitisch auf eine Annäherung an Frankreich hinausgelaufen wäre. Blieb der „amerikanische“ Flügel. Er hielt seine Stellungen bis 1937/38, dem Jahr als Schacht als Wirtschaftsminister und Reichsbankpräsident abdanken musste, und Thyssen sich in die USA absetzte. Maßgeblichen Anteil hatten daran die IG Farben, Siemens, die deutsche Schwerindustrie und die Finanzimperien Allianz/Münchner Rück und Deutsche Bank. Sie setzten nunmehr auf einen deutschen Alleingang. 1937 markiert dementsprechend auch, die deutlich werdende Weichenstellung von NS-Staatsführung und Wehrmachtsführung auf die Konfrontation mit Frankreich und England. Am 5. November 1937 erläuterte Hitler vor den Spitzen der Wehrmacht seine Pläne. Er bezeichnete England und Frankreich als „Hassgegner“, die eine weitere deutsche Erstarkung ablehnten. Er befahl die Vorbereitungen auf kriegerische Auseinandersetzungen u.a. mit der Tschechoslowakei und Polen, die Verbündete von Frankreich/England waren. Der damit vorbereitete Schlag gegen den Westen sollte den Rücken freimachen, um den Raubkrieg gegen die Sowjetunion zu beginnen, ohne die dort zu erwartende Beute mit den anderen Imperialisten teilen zu müssen.

Die militärischen und wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen des dt. Imperialismus

In den Auseinandersetzungen innerhalb der Hauptgruppen des dt. Monopolkapitals um die Fragen, mit welchen Mitteln und Methoden und in welchem Tempo die Kriegsvorbereitungen fortgesetzt werden sollten, konnten sich die IG Farben, die großen Elektrokonzerne wie Siemens und AEG, die Flugzeug-Konzerne, sowie die Monopolgruppen um Flick, Krupp und Mannesmann sowie die Deutsche Bank durchsetzen. Sie verlangten, alle wirtschaftlichen Kräfte im Innern des Landes ohne Rücksicht auf die Exportfähigkeit und Rentabilität heranzuziehen, um die einheimische Rohstofferzeugung zu steigern und zur weitgehenden Autarkie überzugehen.

Insgesamt war im Jahre 1939 die Rüstungsproduktion 12,5-mal höher als 1933.

Die Ausrichtung auf die beschleunigte Kriegsvorbereitung seit der Machtübergabe an Hitler hatte dazu geführt, dass die Rohstoff- und Devisenvorräte bald aufgezehrt waren.

Deshalb beschloss die Nazipartei einen so genannten Vierjahresplan, der vorsah, Hitlerdeutschland auf dem Gebiet der Rohstoffe und in der Nahrungsmittelversorgung autark zu machen und die deutsche Wirtschaft für die Kriegsvorbereitung noch straffer zu organisieren. Ausgearbeitet war dieser Plan worden unter der Federführung von Carl Krauch, einem Direktor der IG Farben!

Die Produktion von Schwarz- und Buntmetallen, von synthetischem Benzin, von Kautschuk und Kunstfasern sollte wesentlich gesteigert werden. Um diese Politik durchzusetzen wurde ein neues System der Lenkung und Regulierung der Wirtschaft geschaffen.

In dem Maße, wie die Profite anstiegen und damit die Macht der führenden Monopole und Banken anwuchs und die Kriegsvorbereitungen voranschritten, vollzogen sich im Kräfteverhältnis der Klassen weitere Veränderungen zugunsten der aggressivsten Kräfte des Imperialismus.

Die politische Situation der Arbeiterklasse war durch völlige Rechtlosigkeit gekennzeichnet. Das Führer- und Gefolgschafts-Prinzip hatte sich in den Betrieben vollständig durchgesetzt. Durch eine Verordnung Görings vom 22. Juni 1938 konnte jeder Werktätige an einen beliebigen Ort zu jeder Arbeit verpflichtet werden.

Starker Differenzierungsprozess innerhalb der Mittelschichten: Von 1933-1938 wurden 37.754 Konkurse, Vergleichsverfahren und Wechselproteste registriert. Von 1937 bis 1939 sank die Zahl der Handwerksbetriebe um 132.987.

Zugleich mit den Maßnahmen für den weiteren Ausbau ihres Systems unternahm die Hitlerregierung einige wichtige Schritte auf außenpolitischem Gebiet, um die internationalen Kräfte des Faschismus zusammenzufassen und einen Block der faschistischen Mächte zu bilden.

25. Okt.1936: nach der Annexion Abessiniens durch Italien und ihre Anerkennung durch Hitlerdeutschland, kam es zum Abschluss des Vertrages, der die Achse Berlin-Rom begründete.

Seit Februar 1936 hatten sich auch in Japan die faschistischen und extrem militaristischen Kreise in der Regierung durchgesetzt. Am 25. Nov. 1936 wurde der Antikominternpakt geschlossen. Diesem Pakt trat Italien am 6. Nov. 1937 bei. Er war eine offene Kampfansage an die Sowjetunion, an die revolutionäre internationale Abeiterbewegung und an alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1937 brach in der kapitalistischen Welt eine neue Wirtschaftskrise aus, die jedoch nicht alle Staaten erfasste. Sie wirkte vor allem in den USA sowie in Frankreich und GB. Die Militarisierung der Wirtschaft und die fieberhafte Aufrüstung hatten es Deutschland, Italien und Japan ermöglicht, der Krise zunächst zu entgehen und die Industrieproduktion in ihren Ländern hochzutreiben. Ende 1937 nahm der faschistische deutsche Imperialismus im Umfang der Industrieproduktion hinter den USA den 2. Platz ein.

Die neue Wirtschaftskrise verschärfte erneut alle Widersprüche zwischen den imperialistischen. Mächten. Die reaktionärsten Gruppen des deutschen Finanzkapitals drängten deshalb besonders darauf, die Kriegsvorbereitungen weiter zu beschleunigen. Es war nicht gelungen, die einheimische Rohstofferzeugung so weit zu steigern, dass die deutsche Wirtschaft autark wurde, deshalb brachen die für einige Zeit überdeckten politischen Differenzen innerhalb der führenden deutschen Großbourgeoisie und innerhalb der militärischen Führungsclique wieder verstärkt hervor. Es kam um die Jahreswende 37/38 erneut zu Auseinandersetzungen über die Methoden und über das Tempo der weiteren Aufrüstung, aber auch über die Frage, ob Hitlerdeutschland zusammen mit den Westmächten oder unter Umständen gegen diese vorgehen sollte.

Die Gruppierung um Hjalmar Schacht, Thyssen und andere trat dafür ein, angesichts der schwierigen Rohstoff- und Devisenlage dem Export zeitweilig den Vorrang zu lassen, um für die großen Rüstungsanstrengungen eine solidere Grundlage zu schaffen und weitere Anleihen vor allem von den USA zu erhalten. Sie war der Ansicht, dass die Eroberungspläne dann weit bessere Aussicht auf Erfolg hätten.

Dieser Konzeption standen die Bestrebungen der Kreise um die IG Farben, die Elektrokonzerne, Flick, Krupp und Mannesmann entgegen. Deren Ansicht war es, das verschärfte Tempo der Rüstung und die auf die Autarkie gerichtete Vierjahresplanpolitik weiter fortzusetzen und unverzüglich, auch auf die Gefahr eines Zweifrontenkrieges hin, mit der Durchführung des militärischen Eroberungsprogramms zu beginnen.

Diese Differenzen im Lager der einflussreichsten Gruppen der Wirtschaft und der Wehrmacht waren Ausdruck dafür, dass einige der führenden Monopolisten und Generäle mit einer Reihe von Maßnahmen, die Hitler durchgeführt und vorbereitet hatte, nicht völlig einverstanden waren. Sie wollten die Annexions- und Weltherrschaftspläne des dt. Imperialismus verwirklichen, ohne dazu einen Krieg in dem Ausmaß, wie Hitler ihn plante, zu führen. Der Gruppe um den Generalstabschef des Heeres, Ludwig Beck, um den Preiskommissar Carl Goerdeler und um Hjalmar Schacht, die sich in den Jahren 37/38 zu formieren begann, ging es darum, das Risiko eine Zweifrontenkrieges zu vermeiden. Natürlich wollten auch sie den Krieg, aber wollten den Krieg gegen die Sowjetunion und alles vermeiden, was GB und die USA in den Krieg hineinziehen könnte. Sie befürchteten, dass die Politik der Hitlerregierung Deutschland von diesen beiden Westmächten isolieren würde. Diese Kräfte, die den „amerikanischen“ Flügel repräsentierten, konnten sich nicht durchsetzen und wurden kaltgestellt.

Die gesamte strategische Planung des Naziregimes richtete sich nun auf die Entfesselung eines Blitzkrieges größten Ausmaßes. Sie konnten dabei zunächst auf die Beschwichtigungspolitik („Appeasement“) also auf Zugeständnisse von England und auch Frankreich rechnen.

So konnten Hitler und seine Hintermänner davon ausgehen, dass die Westmächte nicht eingreifen würden, als Österreich besetzt wurde. Am 12. März 1938 marschierte die faschistische Wehrmacht in Österreich ein. 2 Tage danach vollzog die neue Regierung unter dem Nazi Seyß-Inquart den Anschluss an das „großdeutsche“ Reich.

Nach der „Angliederung“ Österreichs bereitete die Hitlerregierung im Sommer 1938 verstärkt die Eroberung der Tschechoslowakei vor.

Im Münchner Abkommen vom Sept. 1938 unterzeichnet von Chamberlain, Daladier, Hitler und Mussolini wurde die Tschechoslowakei gezwungen, die Sudetengebiete an Deutschland abzutreten. Am 15. März 1939 annektierte Hitlerdeutschland das restliche tschechische Territorium, errichtete das so genannte Protektorat Böhmen und Mähren und setzte in der Slowakei ein Vasallenregime unter Führung des katholischen Pfarrers Tiso.

Damit hatte der faschistische deutsche Imperialismus, ohne dass auch nur ein Schuss gefallen war, das erreicht, was Hitler im Nov. 1937 als das nächste militärische Eroberungsziel bezeichnet hat.

Die außenpolitischen Erfolge der Hitlerregierung und die ersten militärischen Aggressionen, die ohne Verluste verliefen, hatten in breiten Kreisen der deutschen Bevölkerung immer mehr den Glauben erweckt, dass Hitler mit friedlichen Mitteln alles erreichen könnte.

Als Teil der ideologischen Kriegsvorbereitung trat nun der Antisemitismus verstärkt in den Vordergrund. In der Nacht des 9. November 1938 zündeten – wohlvorbereitet durch die NS-Führung – die braunen Horden im ganzen Reich die Synagogen an.

Die Ereignisse der Reichspogromnacht („Kristallnacht“) nahm der faschistische Staat zum Anlass, durch eine Flut von Gesetzen und Verordnungen die bereits angekündigte Enteignung der Juden in die Tat umzusetzen. Alle großen Konzerne bereicherten sich durch die Arisierung der in jüdischem Besitz befindlichen Betriebe und Banken. Die Deutsche Bank schluckte die Mendelsohn-Bank. Siemens verleibt sich das Kabelwerk Cassirer und die Helioth-Werke ein. Die AEG strich Hüschs Kupfer- und Messingwerke ein. Flick übernahm die mitteldeutschen Braunkohlengruben des Petschek-Konzerns und die „jüdischen“ Anteile am Rhenania-Schifffahrts-Konzern.

Hitlers Versicherung während der Münchner Konferenz, seine Regierung erhebe nach der Lösung der sudetendeutschen Frage keine territorialen Forderungen in Europa mehr, war gezielte Heuchelei, die schon durch den Einmarsch in Prag entlarvt war. Aber es ging Schlag auf Schlag weiter.

Am 22. März 1939 zwangen die Hitler-Faschisten die litauischen Regierung das Memelgebiet an Deutschland zurückzugeben.

Rumänien musste einen Tag später einen Wirtschaftsvertrag unterzeichnen, der den deutschen Konzernen die Kontrolle über die rumänische Wirtschaft, insbesondere über die Erdölproduktion sicherte.

Ende April sprach Hitler Frankreich das Recht auf Elsass und Lothringen ab.

Das britisch-deutsche Flottenabkommen von 1935 wurde für ungültig erklärt.

Der deutsch-polnische Beistands- und Freundschaftsvertrag von 1934 wurde gekündigt und die Rückgabe Danzigs verlangt.

Am 22. Mai 1939 festigte der Abschluss des so genannten Stahlpakts zwischen Deutschland und Italien den Block der faschistischen Länder in Europa, nachdem Franco-Spanien schon am 27. März dem Antikominternpakt beigetreten war. Deutschland und Italien verpflichteten sich, den anderen im Falle einer kriegerischen Verwicklung mit allen militärischen Mitteln zu unterstützen.

Seit Ende März bereitete der deutsche Imperialismus den Überfall auf Polen direkt vor.

Im Juli begann der Aufmarsch deutscher Truppen an der polnischen Grenze. In dieser Situation spielten die Regierungen Frankreichs und Englands entgegen den Interessen und Forderungen ihrer Völker ein Doppelspiel. Die wiederholten Vorschläge der SU für eine gemeinsame Abwehr der faschistischen Aggressoren waren an der Haltung der Westmächte gescheitert. Während die SU im Fernen Osten bereits Kampfhandlungen führen musste (im Jahre 1938 überfielen die japanischen Imperialisten, die sich seit 1931 bereits in China festgesetzt hatten und seit 1937 dort wieder Krieg führten, sowjetisches Territorium in der Nähe von Wladiwostok[3]), wurden im Westen die Aggressionsabsichten Hitlerdeutschlands und die beabsichtigte Bildung eines gemeinsamen Blocks gegen die UdSSR zu einer akuten Gefahr. Der SU drohte infolge dieser Lage bei völliger Isolierung ein Zweifrontenkrieg. Die Regierung der SU fasste deshalb den schweren Entschluss, einem deutschen Angebot folgend, am 23. August 1939 mit der Hitlerregierung einen Nichtangriffspakt auf 10 Jahre abzuschließen.

Mit dem Übergang zur Politik der offenen Annexionen hatte der deutsche Faschismus seinen Terror und die Unterdrückung wesentlich verstärkt.

Hatte die KPD Ende 1932 ca. 320.000 Mitglieder, verlor sie bis zum Kriegsbeginn 60-70% ihrer Mitglieder. Insgesamt waren bis zum selben Zeitpunkt allein durch Gerichtsverfahren 225.000 Männer und Frauen 600.000 Jahre Freiheitsentzug verurteilt worden. Etwa 1 Million Deutscher hatte für längere oder kürzere Zeit in den Gefängnissen und KZs der Faschisten gesessen.

Die 2. Phase – 1939 bis zum Überfall auf die Sowjetunion 1941

Am 1. September 1939 entfesselte der faschistische deutsche Imperialismus mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Zwar hatten England und Frankreich Deutschland den Krieg erklärt, aber den Krieg führten sie nicht. Am Rhein blieb alles ruhig. Die USA erklärten am 5. Sept. ihre Neutralität im Deutsch-Polnischen Krieg. Damit ermöglichten die imperialistischen Westmächte den Hitlerfaschisten, Polen ungestört zu erobern.

Der 2. Weltkrieg begann als Zusammenstoß zweier kapitalistischer Koalitionen: des faschistischen Blocks unter Vorherrschaft Hitlerdeutschlands und des britisch-französischen Blocks. Die aggressive, antinationale Politik des deutschen Imperialismus und Militarismus war seit ihrer gesetzmäßigen Niederlage im 1. Weltkrieg stets darauf gerichtet, die Ergebnisse dieses Krieges zu revidieren, die Eroberung der Weltherrschaft erneut zu versuchen und die ungeteilte Herrschaft des kapitalistischen Systems in der Welt wiederherzustellen. Auch die britische und die französische Regierung verfolgten imperialistische Kriegsziele. Sie wollten im Krieg, unterstützt von den USA, die eigenen imperialistischen Interessen sichern, Deutschland zunächst gegen die Sowjetunion lenken bzw. als gefährlichen Konkurrenten ausschalten und die eigene Großmachtstellung in Europa behaupten.

Nach Kriegsausbruch verstärkten die Hitlerfaschisten die brutale Unterdrückung der antifaschistischen Kräfte und bauten ihr verzweigtes Terrorsystem aus. In dem Erlass vom 20. September über die „Grundsätze der inneren Staatssicherheit während des Krieges“ wurden „rücksichtslose Härte und Strenge“ gegen alle Antifaschisten, insbesondere die Ermordung von Kommunisten und Sozialdemokraten unter Ausschaltung der Gerichte, angeordnet. Am 27. September wurde unter Leitung Heydrichs das Reichssicherheitshauptamt gebildet. Es fasste alle faschistischen Repressionsorgane zusammen und koordinierte deren Tätigkeit. Diese Zentrale, deren Kern die Gestapo war, bestand aus sieben Ämtern. Im November erfolgte die Einführung der Todesstrafe für die Beschädigung von Wehrmitteln.

Schon am 9. Okt. 1939 hatte das faschistische Oberkommando der Wehrmacht (OKW) unter Bezeichnung „Fall gelb“ die Weisung zum Überfall auf Belgien, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande erlassen. Am 9. April 1940 folgten die Überfälle auf Dänemark und Norwegen. Dem schlossen sich weitere Schritte zur Stärkung der Kriegswirtschaft an.

Die Kriegswirtschaftsordnung der Hitlerregierung vom 4. Sept. 1939 stellte das gesamte gesellschaftliche Leben noch stärker in den Dienst der Rüstungsproduktion und schränkte die Produktion für en zivilen Bedarf radikal ein. In nur 0,5% der Betriebe arbeiteten 42% aller Beschäftigten. Am 17. März 1940 wurde das Ministerium für Bewaffnung und Munition geschaffen. Es hatte u.a. die Aufgabe die okkupierten Länder in die faschistische Kriegswirtschaft einzubeziehen. Zusätzlich wurden so genannte Handelsgesellschaften gebildet für die Ausplünderung durch das deutsche Monopolkapital. Die Rüstungsproduktion stieg von 1939 bis 1940 um 76%. Im Vergleich zu 1933 wuchs sie auf das 22fache. Alles das führte zu einer weiteren Konzentration der ökonomischen und politischen Macht in den Händen weniger führender Kriegsmonopole und verstärkte deren Aggressionsdrang.

Im Mai 1940 begann der Krieg gegen Frankreich, Belgien und die Niederlande. Im Juni 1940 marschierten die Faschisten kampflos in Paris ein. Zweidrittel Frankreichs waren okkupiert. Mit dem „Diktat von Compiègne“, das von General Pétain unterzeichnet wurde, verfolgte Hitlerdeutschland eines seiner wichtigsten Kriegsziele, Frankreich als Militärmacht zu vernichten, in ein von Deutschland vollständig abhängiges Land zu verwandeln und die Vormachtstellung des deutschen Imperialismus über einen großen Teil Europas zu sichern.

Die Niederlage Frankreichs veränderte das Kräfteverhältnis in Europa weiter zugunsten Hitlerdeutschlands, das zur stärksten imperialistischen Großmacht Europas geworden war. Die verschiedenen Konzerne, so z.B. die IG Farben und Carl Zeiß Jena, arbeiteten Programme aus, in denen sie ihre Ansprüche bei der „Neuordnung der europäischen Wirtschaft“ anmeldeten. Im Herbst 1940 festigten die drei aggressiven Staaten Deutschland, Italien und Japan ihr Kriegsbündnis. Sie schlossen am 27. Sept. in Berlin den Dreimächtepakt ab, der die gegenseitige Anerkennung ihrer Vorherrschaftsansprüche bei der imperialistischen „Neuordnung“ in Asien und Europa enthielt und sich gegen GB und die USA, insbesondere aber gegen die UdSSR richtete. Unter deutschem Druck mussten sich Rumänien, die Slowakei und Ungarn und im März 1941 Bulgarien diesem Kriegsblock anschließen. Das Wesen und das Ziel dieser „Neuordnung“ waren die Herstellung und Sicherung der Hegemonie des deutschen Monopolkapitals in Europa.

Auf politischem Gebiet bedeutete die „Neuordnung Europas“ die direkte Annexion ehemals souveräner Staaten, die Errichtung reaktionärer, terroristischer Regimes in den okkupierten Ländern und die Schaffung von Vasallenstaaten mit totalitären Regierungen.

Auf ökonomischem Gebiet bedeutete die „Neuordnung Europas“ die staatsmonopolistische Beherrschung der europäischen Wirtschaft durch die führenden deutschen Monopolverbände. Sie ordneten sich die okkupierten Länder auch in wirtschaftlicher Hinsicht vollständig unter.

Bis Kriegsende zwangen die deutschen Monopole ungefähr 14 Millionen Menschen zur Sklavenarbeit nach Deutschland.

Auf ideologischem Gebiet bedeutete die „Neuordnung Europas“ die Verbreitung des menschenfeindlichen nazistischen Gedankenguts in Europa.

Der Aggression in Westeuropa folgte der Krieg Hitlerdeutschlands auf dem Balkan.

Vom Herbst 1939 bis Sommer 1941 hatten der deutsche Imperialismus und Militarismus die Mehrzahl der europäischen Länder mit Waffengewalt erobert oder in völlige Abhängigkeit gebracht. In den besetzten Ländern wurde ein blutiges Okkupationsregime errichtet. Die Wirtschaft eines großen Teils Europas befand sich in der Hand des deutschen Monopolkapitals.

Die 3. Phase – Überfall auf die Sowjetunion Juni 1941 bis zum Sieg der Roten Armee vor Stalingrad

Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlerdeutschland ohne Kriegserklärung die Sowjetunion. Die deutschen Militaristen und Monopolkapitalisten hatten bereits im Sommer 1940 mit den unmittelbaren Vorbereitungen für die Aggression gegen die UdSSR begonnen. Seit dieser Zeit trat zugunsten der Vorbereitung des imperialistischen Krieges gegen den sozialistischen Staat die Kriegsführung gegen GB immer mehr in den Hintergrund.

Professor Dietrich Eichholtz schreibt in den „Rheinreden 1999“ u.a.

So kurz die Besatzungszeit in der UdSSR auch war, so kamen dort doch, so stark wie nirgends anderswo, wilder Organisationseifer und vor allem eine ungezügelte Bereicherungswut zum Ausdruck. Der Reichsminister der Finanzen persönlich beschwerte sich im Herbst 1942 über die chaotischen Zustände im Besatzungsgebiet, die eine staatliche Kontrolle und eine ,ordnungsgemäße’ Abführung von Steuern, Gewinnen usw. an die Staatskasse verhinderten. Seine Philippika, der so genannte Hyänenbrief, ist aus nahe liegenden Gründen zitierenswert. Der Minister hatte beobachtet, wie ,seit einiger Zeit Organisationen, Gesellschaften und Gebilde aller Art wie Pilze aus dem Boden schießen …

Sonderkommissare, Sonderbeauftragte, Sammeltreuhänder, wirtschaftliche Organisationen nach deutschem Muster vervollständigen das Bild …

Wir selbst wissen nicht mehr, was Behörde ist und was nicht, was zu einer Behörde gehört, zu einer behördenähnlichen Gesellschaft oder zu der großen Gruppe eigennütziger Hyänen des Schlachtfeldes … Hochbezahlte Treuhänder werden in unternehmen gesetzt, bei denen gering entlohnte Einheimische kraft ihrer besonderen Beziehungen zum Betrieb und kraft besserer Kenntnis der Verhältnisse die wirkliche Arbeit leisten. Angestellte strömen im Dienste privater Firmen oder auch öffentlicher Gesellschaften in den Osten, deren Bezüge das Erstaunen und den Unmut der Frontsoldaten hervorrufen.’[4]

Mit dem Beginn des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion veränderte sich der gesamte Verlauf des 2. Weltkrieges entscheidend. Der Charakter des Krieges gegen Hitlerdeutschland als gerechter, antifaschistischer Befreiungskrieg trat nun voll hervor.

Nunmehr bestimmte die Teilnahme des sozialistischen Sowjetstaates das politische Wesen des Krieges, die sowjetisch-deutsche Front wurde zur Hauptfront des 2. Weltkrieges und ausschlaggebend für seinen weiteren Verlauf und für seinen Ausgang. Das internationale Kräfteverhältnis veränderte sich dadurch grundlegend.

Der Sieg der Roten Armee in der Schlacht vor Moskau war von großer militärischer, politischer und moralischer Bedeutung. Erstmalig im 2. Weltkrieg erlitt die Hitlerwehrmacht eine schwere Niederlage. Bei ihrem Einfall in die Sowjetunion hatten die Hitlerfaschisten gehofft, dass es ihnen gelingen werde, die UdSSR international zu isolieren und einen antisowjetischen Block kapitalistischer Staaten zu schaffen. Unter den Bedingungen des Krieges verschärften sich die imperialistischen Widersprüche jedoch noch mehr. Die aggressiven Pläne Hitlerdeutschlands und Japans bedrohten aufs Äußerste die Interessen von GB und den USA in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. Die Ausweitung des Krieges durch den Überfall der japanischen Militaristen auf Pearl Harbour am 7. Dez. 1941 machte das sichtbar. Es blieb den führenden Staatsmännern von GB und den USA nichts anderes übrig, als mit der Sowjetunion die faschistische Wehrmacht aufzuhalten. So bildete sich bis Ende 1941 die Antihitlerkoalition, der GB, die USA und die UdSSR angehörten. Ihr schlossen sich die Völker der von Hitlerdeutschland okkupierten Länder an. Die Bildung der Antihitlerkoalition bedeutete nicht, dass sich die reaktionären imperialistischen Kräfte GB und der USA von ihren imperialistischen Kriegszielen losgesagt hätten. Das zeigte sich vor allem darin, dass die Bildung einer Zweiten Front in Europa immer wieder hinausgeschoben wurde.

Der Verlauf des Krieges an der deutsch-sowjetischen Front, insbesondere die Niederlage vor Moskau, hatte tiefgehende Auswirkungen auf die Entwicklung der Klassenkräfte, die Verstärkung des antifaschistischen Widerstandskampfes und die Stimmung aller Bevölkerungsschichten in Deutschland sowie auf die gesamte Innenpolitik des Naziregimes.

Die Hitlerfaschisten verschärften in Deutschland den Terror, um jede Äußerung der Unzufriedenheit mit ihrer Politik sofort zu unterdrücken. Im Dezember 1941 befahl das faschistische Oberkommando der Wehrmacht mit dem so genannten Nacht- und Nebel-Erlass die Verschleppung von Antifaschisten aus den okkupierten Ländern.

Die Hitlerregierung traf Anfang 1942 neue Maßnahmen zur weiteren staatsmonopolistischen Regulierung der Kriegswirtschaft und zur Steigerung der Rüstungsproduktion, um die großen Verluste an Menschen und Material auszugleichen und den Raubkrieg des deutschen Monopolkapitals mit allen Mitteln fortsetzen zu können. Am 8. Februar übertrug sie Albert Speer, einem der rücksichtslosesten Exponenten der führenden Monopole, die Leitung des Ministeriums für Bewaffnung und Munition. Es wurde mit noch größeren Vollmachten ausgestattet und entwickelte sich praktisch zur obersten Kriegswirtschaftsbehörde. Außerdem wurde beim Ministerium für Bewaffnung und Munition unter dem Vorsitz von Speer der so genannte Rüstungsrat gebildet, der zugleich ein Kriegsrat war. Ihm gehörten an: die Schwerindustriellen und Kriegsinteressenten Hermann Bücher, AEG, Philipp Kessler, Bergmann-Elektrizitäts-Werke AG, Paul Pleiger, Aktiengesellschaft Reichswerke „Hermann Göring“, Ernst Poensgen, Vereinigte Stahlwerke AG, Albert Vögler, Vereinigte Stahlwerke AG, Röchlingsche Eisen- und Stahlwerke GmbH, Hellmuth Roehnert, Rheinmetall-Borsig AG, Hermann Röchling, Wilhelm Zangen, Mannesmannröhren-Werke, sowie Generalfeldmarschall Milch, Oberkommando der Luftwaffe, Generaloberst Fromm, Befehlshaber des Ersatzheeres, Generaladmiral Witzell, Oberkommando der Marine, General Thomas, Oberkommando der Wehrmacht und General Ritter von Leeb, Oberkommando des Heeres[5] . Diese mit staatlichen Funktionen versehene kleine Gruppe von Monopolisten und Militaristen verständigte sich über alle Maßnahmen der weiteren Aufrüstung.

Im März 1942 beschlossen die Faschisten den Einsatz von KZ-Häftlingen in der Rüstungsindustrie. Im gleichen Monat ernannte die Hitlerregierung den Thüringer Gauleiter Fritz Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. Er hatte die Aufgabe, die faschistische Kriegswirtschaft mit Arbeitskräften aus Deutschland und aus den okkupierten Ländern zu versorgen. Es begann eine verstärkte Massendeportation ausländischer Arbeitskräfte nach Deutschland.

Was Albert Speer in der Organisierung der faschistischen Kriegswirtschaft war, das war Sauckel bei der rücksichtslosen Beschaffung von Arbeitskräften.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kriegsführung des deutschen Imperialismus und Militarismus waren die barbarische Ausrottung und Versklavung ganzer Völker. Hohe nazistische Beamte und SS-Offiziere beschlossen auf der „Wannseekonferenz’“ im Januar 1942 die „Endlösung der Judenfrage“, die Ermordung von 11 Millionen jüdischen Bürgern aus 27 europäischen Staaten.

Gleichzeitig stellten die Hitlerfaschisten den so genannten Generalplan Ost auf, in dem detailliert die Germanisierung und die Kolonialisierung der europäischen Länder, insbesondere die Vernichtung des Sowjetstaates, die physische Ausrottung eines beträchtlichen Teils des russischen Volkes und die Aussiedlung anderer Teile des russischen Volkes nach Sibirien festgelegt wurden. Alle wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen Hitlerdeutschlands deuteten darauf hin, dass es 1942 eine Wende im Verlauf des Krieges erzwingen wollte. Die Nazis nutzten das Fehlen der zweiten Front in Westeuropa und bereiteten am Südabschnitt der deutsch-sowjetischen Front eine neue Offensive vor.

Jedoch, der Sieg der Roten Arme bei Stalingrad leitete den grundlegenden Umschwung im 2. Weltkrieg ein.

Arbeitsgruppe Faschismus

1 Die Eigentümer der Monopole, die Monopolbourgeoisie, setzt dabei die fähigsten (was nicht in erster Linie am Sachverstand, sondern am bürgerlichen Klassenbewusstsein und –instinkt gemessen wird) Vertreter als Agenten ein, die ihre Geschäfte hochbezahlt erledigen. Diese Funktionäre des Monopolkapitals kommen dabei überwiegend nicht selbst aus der Monopolbourgeoisie – auch das ein Zeichen der Dekadenz der herrschenden Klasse. Die Unternehmen bleiben, aber ihre Eigentümer treten in den Hintergrund (in den 1960er und 1970er Jahren haben ja auch die Flicks, Krupps, Thyssen, v. Finck etc. als leitende Figuren in ihren Unternehmen abgedankt). Je mehr der parasitäre Charakter dieser Klasse deutlich wird, desto anonymer wird sie und desto drückender wird das Diktat der Richtschnur, für das diese Klasse steht: „Akkumuliert, akkumuliert – das ist Moses und Propheten!“ Und dafür lassen sie über Leichen gehen, ohne sich dabei die Hände selbst schmutzig zu machen.

2 Das hatten diese Kräfte bereits in der berüchtigten Eingabe an Hindenburg vom 19. November 1932 gefordert. Dieses Dokument, auf dem sich die Namen eines bedeutenden Teils der deutschen Wirtschafts„elite“ befindet, zeigt eindringlich, wer für den Machtantritt des Faschismus verantwortlich war.

3 Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Kapitel 10, S. 233

4 http://www.melanchton-akademie.de/aus2000/rrl-99.htm

5 Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Kapitel 11, S. 90

Spenden unterstützen die Herausgabe der Kommunistischen Arbeiterzeitung
Email Facebook Telegram Twitter Whatsapp Line LinkedIn Odnoklassniki Pinterest Reddit Skype SMS VKontakte Weibo