Für Dialektik in Organisationsfragen
Stoppt das Band bei BMW für 30 Minuten, verursacht das einen Schaden von 50.000 Euro. Oder wenn das Band weitergelaufen wäre, hätte also BMW um 50.000 Euro mehr. Die Vorgeschichte dieser interessanten Enthüllung: Zwei Kollegen hatten in ihrer Pause einen wohl sehr dicken Joint geraucht, worauf sie umkippten und den Stillstand verursachten. Das Management gab bekannt, „der Schaden beläuft sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.“ (Süddeutsche Zeitung, 21. März 2017)
Mit dieser offiziellen Zahl lässt sich errechnen, dass je 7-Stunden-Schicht ein Wert von etwa 700.000 Euro entsteht. Bei angenommenen 1.000 Beschäftigten je Schicht schafft dann ein Kollege 700 Euro. Davon erhält er als Lohn – seien wir großzügig – 150 Euro je Schicht. Wo kommt der größere Restbetrag hin?
Gerade wurde im US-Magazin Forbes die Liste der reichsten Menschen der Welt veröffentlicht. Für Susanne Klatten, Unternehmerin und BMW-Großaktionärin, reicht es für Platz 38, oder auch für den Platz als reichste Frau Deutschlands. Ihr Vermögen wird auf 20,4 Milliarden Dollar geschätzt, 2 Milliarden mehr als 2016.
Dafür haben die Kollegen am Band einiges geleistet. So entsteht Profit. Was da läuft, nennen die Marxisten Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Denken wir uns nur mal aus, was so ein Bandstopp über Stunden oder Tage, was ein Streik bewirken könnte. Wenn die Arbeiter was unternehmen, müssten die Unternehmer was arbeiten.
krn