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Hans-Günter Szalkiewicz lebt nicht mehr

Er war stolz darauf, dass er am gleichen Tag wie der Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, geboren wurde. Hans Günter Szalkiewicz konnte am 3. Januar auf 85 Lebensjahre zurückblicken. Es war, ohne dass er und wir es ahnten, sein letzter Geburtstag, denn er war wie immer kämpferisch und hatte politische und persönliche Pläne. 

In seiner Kindheit herrschten Krieg und Faschismus. Später lernte er, diese zu benennen und die Ursachen dafür zu erkennen.

Im Jahr 1946 beendete er die Grundschule und begann danach die Lehre an der Wirtschaftsschule in Senftenberg. Die anschließende Hochschulreife erwarb er an der einmaligen und hervorragenden Bildungseinrichtung der DDR – der Arbeiter-und Bauernfakultät. Sie ermöglichte nach der Befreiung jungen Menschen, sich auf diesem Bildungsweg nach ihren Fähigkeiten zu entwickeln.

Das Spezialgebiet von Hans-Günter wurde die Ökonomie mit Studium, Aspirantur, Promotion und Dozentur an der Hochschule für Ökonomie. Zu seinen Aufgabengebieten gehörten weiterhin leitende Funktionen im Ministerium für Außenhandel, in der Zentralverwaltung für Statistik, in der er die Analyse der Außenwirtschaft leitete. Seit 1977 gehörte er zur Analyseabteilung der Staatlichen Plankommission.

Nach 1990 wurde er vorübergehend Angestellter des Bundesministeriums für Wirtschaft mit einem „ruhenden Arbeitsverhältnis“. Als ABM-Kraft machte er in den folgenden Jahren mit der kapitalistischen Wirtschaft, mit der er sich analytisch bereits befasst hatte, selbst Erfahrungen.

Hans-Günter wusste, dass 1989 eine Konterrevolution stattgefunden hatte. Zunächst blieb er in der Partei, die bald PDS hieß. 1995 wurde er Mitglied der damals in Berlin noch jungen DKP. Er gehörte zur Gruppe Nordost. Für einige Jahre war Hans-Günter Vorsitzender der Berliner Landesorganisation der DKP.

Mit Genossen der Kommunistischen Arbeiterzeitung verband ihn ein freundschaftliches und streitbares Band. Über lange Jahre gab es eine praktische Zusammenarbeit im gemeinsamen Kampf um das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin-Prenzlauer Berg. Wir danken diesem standhaften und kämpferischen Genossen für seine wertvollen kritischen Anmerkungen, für seine Anregungen und Ermutigungen im Ringen um Klarheit und Einheit.

Er war ein Unbequemer und wird deshalb besonders fehlen.

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