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KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”

Die kriminelle Energie des Kapitalismus hat Name, Anschrift und Gesicht. Diesmal:

Commerzbank / Martin Blessing

Mit gleich zwei Milliardenspritzen musste die Regierung die Commerzbank im November 2008 und im Januar 2009 vor dem Ableben bewahren. 18,2 Milliarden Euro gab der Staat insgesamt und bekam dafür ein Viertel des Geldhauses.

Chef dieser Bank war und ist immer noch: Martin Blessing.

Nicht dass er das System als Ganzes in Frage stellt,“ – meint der „Spiegel“

(21/2010) – „das wäre zu viel verlangt von einem, der nach St. Gallen auch noch in Chicago studierte, der Hochburg der neoliberalen Wirtschaftswissenschaft, begründet von Milton Friedman. Seine Frau ist Partnerin (also Teilhaberin – Anm. Corell) in der Investmentbank Goldman Sachs, deren Vater Paul Wieandt war unter anderem Chef der Bank für Gemeinwirtschaft (– das war mal der Stolz der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer – Anm. Corell), und ihr Bruder Axel führte kurzzeitig die Skandalbank Hypo Real Estate. In solchen Kreisen übt man keine Kapitalismuskritik.

Vater Werner Blessing war Vorstand bei der Deutschen Bank, ebenso wie Großvater Karl, der es trotz (oder eher wegen) Nazi-Vergangenheit in der BRD bis zum Präsidenten der Bundesbank brachte. Da hat man schließlich auch Beziehungen:

Blessing duzt sich mit dem Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen und Bundesbankchef Axel Weber, er versteht sich gut mit Angela Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann.“ (a.a.O.)

Und in wie wunderbaren geradezu aquarellhaft-hauchzarten Strichen die Spiegel-Redakteure dieses Früchtchen zeichnen: „Umso bemerkenswerter ist Blessings Bekenntnis: ‚Der Markt ist nicht perfekt. Er ist mit Irrationalität behaftet und unterliegt auch fundamentalen Fehleinschätzungen.’ … Aber dafür habe Blessing ein „klares ethisch-moralisches Gerüst… Anders als einige seiner völlig losgelösten Kollegen nimmt Blessing die Kollateralschäden wahr, die ein völlig außer Rand und Band geratenes Finanzsystem hinterlässt. Das bringt ihn ins Grübeln.“ (Spiegel 21/2010)

Reichlich spät!

Blessing hatte die Eurohypo und 2008 die Dresdner Bank übernommen in vollem Wissen über die hohen Risiken. Er wusste, dass sich „in der Bilanz der Dresdner Bank Kreditderivate mit einem Nominalvolumen von 1,2 Billionen Euro“ befanden, dazu für nahezu ein Volumen von 48 Milliarden Kredite ohne detaillierte „Informationen zu den zugrunde liegenden Sicherheiten“ (a.a.O.). Dennoch ging die Übernahme der Dresdner im August 2008 über die Bühne, wenige Tage vor der Lehman Pleite.

Die Eurohypo hatte „192 Milliarden Euro langfristig an Staaten wie Griechenland verliehen, dies aber teilweise kurzfristig refinanziert. ... Auch gewerbliche Immobilienkredite in Höhe von 82 Milliarden Euro, davon 21,7 Milliarden in den Problemländern USA, Spanien, Großbritannien, ... Zudem fanden sich im Commerzbank-Konzern strukturierte Wertpapiere mit einem Buchwert von 15,6 Milliarden Euro ...

Am 3. November 2008 wurde das Versagen amtlich. Die Commerzbank musste sich Geld vom Staat borgen. 8,2 Milliarden Euro bekam sie als stille Einlage vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) zugesagt. ... Ende 2008 erreichte die Krise die Dresdner. Um die Fusion zu retten und den Versicherer Allianz aus dem Krisenstrudel auszuhalten, spendierte die Bundesregierung weitere zehn Milliarden Euro inklusive einer 25-Prozent-Beteilgung an der Bank.“ (a.a.O.)

Warum aber blieb fast unerwähnt, wie heruntergewirtschaftet die Commerzbank selber war?“ fragt der Spiegel. Und gibt die Antwort: „Blessing, der talentierte Zahlenmensch, griff ganz tief in die Kiste der Bilanzkosmetik.“ Durch Bilanzkosmetik, also die nach dem Recht der Bourgeoisie selten bestrafte Form der Urkunden-Fälschung! Statt dem der Wahrheit etwas näher kommenden Verlust von sieben Milliarden wies die Commerzbank nach den hart am Betrug schrammenden Verschiebungen „nur“ 378 Million Euro Verlust aus.

Und nun jammert der Herr Staatsbanker, „dessen Gehalt auf 500.000 Euro gedeckelt wurde. Der in Berlin Abgeordneten die Kosten für seinen Dienstwagen erklären muss.“ (a.a.O.) Der Spiegel meldet in seiner Ausgabe 20/2010: Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank wollen die Vorstandsgehälter von 500.000 auf 750.000 steigern. Boni bis zu zwei Mio. Euro sollen ausgezahlt werden.

Solche „rein arischen“ Repräsentanten des „raffenden Kapitals“ wie den Herrn Blessing sollten man nicht vergessen, wenn die Faschisten wieder den Antikapitalismus der Volksmassen auf die antisemitische Mühle ablenken wollen und sie für die Volksgemeinschaft mit unseren urdeutschen Kapitalisten begeistern wollen.

Und: Offenbar braucht es dazu wirklich die Arbeiterklasse an der Macht, dass solche Leute zur Rechenschaft gezogen, vor Gericht gestellt, mit all ihrem Vermögen haftbar gemacht werden.

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