Veranstaltung anlässlich des 128. Geburtstages Ernst Thälmanns in Ziegenhals

Nach Hamburg, Stralsund, Chemnitz, Beeskow, Dresden, Zeitz, Neukieritzsch und Berlin trafen sich, bei sonnigem Wetter, am 27. April 2014 ca. 150 bis 180 Menschen in Ziegenhals – vor der geschändeten und zerstörten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, um Ernst Thälmann und seinen Genossinnen und Genossen würdig zu gedenken.

Es war wiederum eine Kundgebung, die Raum bot, um verschiedene Kampferfahrungen auszutauschen und von der politischen Arbeit verschiedener Organisationen zu berichten. Ein Schwerpunkt dieser Kundgebung lag bei den beiden jüngeren Redner/-innen: Einmal bei Ece, die als Vertreterin der DIDF-Jugend zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprach, zum anderen bei Steffen W., der als Vertreter der Antifaschistischen Aktion Burg (AAB) redete.

Rede von Ece Y.:

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich begrüße euch ganz herzlich im Namen der DIDF-Jugend, welche als ein Bindeglied zwischen Deutschen und Migranten, vor allem Türkeistämmigen, fungiert. Ich fühle mich heute sehr geehrt, vor Euch sprechen zu dürfen.

Ernst Thälmann ist nicht nur ein Sohn und Führer der deutschen Arbeiterklasse, sondern er ist ein Teil der weltweiten Arbeiter. Aus diesem Grund ist er auch in der Türkei, in dem Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, ein wichtiger Wegweiser in dem Kampf für eine klassenlose Welt ohne Ausbeutung! Die letzte und geheime Sitzung des Zentralkomitees der KPD an diesem Ort schrieb Geschichte und war ein Meilenstein zur Zerstörung des Hitler-Faschismus. Leider verloren viele Mitglieder des Zentralkomitees, die sich an dieser Sitzung beteiligten, während dieser dunklen Zeit ihr Leben und erlebten dieses nicht mehr mit. Auch diesen gedenken wir heute! Sowohl in Deutschland, als auch auf der ganzen Welt wollten und wollen die Herrschenden das Gedenken an Ernst Thälmann aus den Köpfen, aus den Herzen und aus der Geschichte des Kampfes gegen Kapitalismus und Faschismus löschen. Aus diesem Grund greifen sie in den Parks seinen Namen an und versuchen seine Denkmale zu zerstören. Aber sie werden dieses nie zerstören können! Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass es Organisationen wie den „Freundenskreis Ernst Thälmann“ gibt.

Im Haus Ernst Thälmanns in Hamburg gibt es ein Zitat von ihm:

Die Geschichte unseres Lebens ist hart, deshalb fordert sie ganze Menschen. Du, ich und alle Mitkämpfer für unsere große Sache müssen alle stark, fest, kämpferisch und zukunftssicher sein.

Diese Wörter sind sehr wichtig. Ernst Thälmanns Entschlossenheit, Klassenbewusstsein, Fähigkeiten und sein Glauben an die Zukunft zeigt auch der DIDF-Jugend heute den Weg im Kampf gegen die imperialistischen Kriege, gegen den Sozialkahlschlag, gegen Rassismus, gegen die Einschränkung von Freiheiten und gegen den Abbau von demokratischen Rechten.

Ernst Thälmann ist ein Wegweiser. Denn er glaubte an die Herrschaft des Proletariats, es gibt nämlich keinen anderen Weg, um die Ausbeutung zu beenden. Ernst Thälmann ist ein Wegweiser. Er versuchte sein ganzes Leben lang die Einheit der Arbeiterklasse gegenüber dem Kapital zu schaffen.

Ernst Thälmann ist ein Wegweiser, denn er war sich sicher, dass die Herrschaft des Proletariats nur durch diese Einheitsfront gelingen kann.

Ernst Thälmann gehört nicht der Vergangenheit an, Ernst Thälmann ist heute! Das sind keine bloßen Worte.

Wir DIDF-Jugend sind gegen jegliche Art von imperialistischen Kriegen. Thälmann war auch ein Kriegsgegner.

Wir als die DIDF-Jugend arbeiten für die Einheit der Migranten und einheimischen jungen Arbeiter, Schüler und Studenten um den gemeinsamen Aufbau einer besseren Zukunft. Thälmanns erste Priorität im Kampf gegen Kapitalismus war, die Einheit des Proletariats zu schaffen und zu stärken.

Die DIDF-Jugend ist gegen alle Arten der Diskriminierung und Spaltung. Auch Thälmann lebt heute als ein Internationalist in unserem Kampf weiter!

Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Der Weg, den wir von Thälmann übernahmen, bringt uns Ehre, aber auch viel Verantwortung mit. Heute besteht die wichtigste Aufgabe darin, dass in Deutschland die Arbeiterklasse unabhängig von der Sprache, Religion und Nationalität eine Einheit bildet.

Die DIDF-Jugend erklärt sich hiermit nochmals bereit, innerhalb ihrer Macht alles zu tun, um diese Verantwortung zu erfüllen, den Kampf für diese Einheit zu verstärken. Denn nur gemeinsam sind wir stark! Vielen Dank!

(im Namen der DIDF-Jugend Ece Y.)

Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion Burg (AAB)

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde.

Im Namen der Antifaschistischen Aktion Burg [AAB] möchte ich euch, anlässlich des 128. Geburtstags des Antifaschisten und KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, hier an diesem historischen Ort, wo kurz nach der Machtübergabe an Hitler am 07. Februar 1933 der Genosse Thälmann vor dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands dazu aufrief, den Kampf gegen den Faschismus und Krieg weiterzuführen, begrüßen. Für uns ist es eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, hier sprechen zu dürfen und damit die Erinnerung an Ernst Thälmann sowie seinen Kampf wachzuhalten. Wir möchten uns dafür an dieser Stelle nochmals beim „Freundeskreis Ziegenhals“ bedanken, der uns dies ermöglichte und sich seit Jahren für den Wiederaufbau der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte stark macht!

Das Leben und Wirken des am 16. April 1886 in Hamburg geborenen Ernst Thälmann ist mit dem Aufstieg der KPD zur Massenpartei, großen Aktionen in der Weimarer Republik gegen Krieg und Faschismus sowie dem Kampf für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter verbunden. Es war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftlichen Verwerfungen, die mit der Weltwirtschaftskrise einhergingen und Paral­lelen zur derzeitigen Krise aufweist: Von Massenarbeitslosigkeit und Sozialabbau waren hauptsächlich die armen Schichten der Bevölkerung betroffen – mit einer antisemitischen und rassistischen Hetze versuchten faschistische Organisationen sich zu stärken. Die Machtübergabe an Hitler am 30. Januar 1933 und die damit verbundene, offene faschistische Diktatur in Deutschland war schließlich der Grund, weshalb eine Woche später, am 07. Februar 1933, sich rund 40 Mitglieder des Zentralkomitees der KPD im „Sporthaus Ziegenhals“ versammelten, um darüber zu beraten, wie der Kampf gegen die Faschisten am wirksamsten zu führen sei. Thälmann, der mit seiner „Ziegenhalser Rede“ die neu entstandene Situation analysierte und seine Genossinnen und Genossen auf den bevorstehenden Terror, aber auch auf den erforderlichen Widerstandskampf mit dem Ziel des Sturzes der Faschisten vorbereitete, wurde wenig später am 03. März 1933 von den Nazis verhaftet und nach fast 11 Jahren Haft auf direkten Befehl Himmlers und Hitlers am 18. August 1944 im KZ-Buchenwald ermordet.

81 Jahre nachdem Ernst Thälmann an diesem Ort zuletzt zu seinen Genossinnen und Genossen sprach und fast 70 Jahre nachdem er ermordet wurde, hat der Kampf gegen Reaktion und Faschismus nicht an Bedeutung verloren. Wir sind heute wie damals einer faschistischen Bedrohung in Deutschland ausgesetzt, die für viele Menschen bereits tödlich endete.

So war es mehr als 13 Jahre dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ mit Unterstützung deutscher Behörden möglich, Menschen mit migrantischem Hintergrund zu ermorden. In Sachsen-Anhalt wurden unzählige Menschen umgebracht, weil sie nicht in das menschenverachtende Weltbild der Neofaschisten passten. In Burg kommt es seit Jahren zu Einschüchterungsversuchen und zum Teil brutalen Übergriffen, hauptsächlich gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten, die ihren Höhepunkt nach einer antifaschistischen Demonstration am 02. November 2013 fanden, als ein 18-jähriger Nazigegner erst geschlagen und anschließend kurzzeitig von Neonazis entführt wurde. Die letzten Wochen in der Stadt waren geprägt von einer Welle von weiteren Übergriffen und Versuchen der Einschüchterung in Form von eingeworfenen Fensterscheiben, Drohungen an Häuserwänden und dem versuchten Eindringen in eine Wohnung eines Antifaschisten.

Wo es auf der einen Seite den Neofaschisten ermöglicht wird, ihren Terror durchzuführen, sind auf der anderen Seite deren Opfer und Menschen, die sich dieser Gewalt entgegenstellen, staatlichen Angriffen ausgesetzt. Mit willkürlichen Personenkontrollen, Observationen, Hausdurchsuchungen, Gerichtsverfahren und Haftstrafen wird seit mehr als zwei Jahren gegen antifaschistische Strukturen in Burg vorgegangen – um jene abzuschrecken und einzuschüchtern, die eine antifaschistische sowie selbstbestimmte Praxis gegen Neonazis umsetzen. Diesbezüglich möchten wir an dieser Stelle unsere Genossinnen und Genossen in der JVA Burg sowie Deniz und Adel grüßen, die aufgrund ihres antifaschistischen Handelns, das über das staatlich akzeptierte Maß hinausging und dabei die bürgerliche Gesellschaft hinterfragte, ins Visier der Repressionsbehörden geraten sind.

Neben diesen direkten Angriffen auf uns sind antifaschistische Gedenkstätten medialen Hetzkampagnen ausgesetzt, die wie zuletzt unter anderem von der Springer-Presse initiiert werden. Mit einer Petition, die den Namen „Weg mit den russischen Panzern in Berlin“ trägt, wird in dem Jahr, in dem sich der deutsche Einmarsch in Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal jährt, die Demontage des sowjetischen Denkmals gefordert, das an die Befreiung durch die Rote Armee erinnert.

Was in Berlin derzeit nur gefordert wird, wurde an diesem Ort bereits umgesetzt. Mit dem Abriss des „Sporthaus Ziegenhals“ im Mai 2010, in dem sich die „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ befand, wurde nicht nur eine antifaschistische Gedenkstätte zerstört, sondern der Versuch unternommen, wie fast überall nach der Annexion der DDR, die Namen, Symbole und Orte, die an die AntifaschistInnen und KommunistInnen, die gegen den Faschismus und für eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft kämpften, zu säubern.

In einer ähnlichen, schon widerlichen und geschichtsrevisionistischen Manier wird außerdem gegen die ehemalige DDR vorgegangen. Anstelle einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Fehlern des Staates werden Vergleiche zum menschenverachtenden deutschen Faschismus gezogen, und diejenigen, die sich positiv gegenüber den Errungenschaften des sozialistischen Staates, wie der allgemeinen Sicherung vor Armut, dem Bildungssystem ohne strukturelle Benachteiligungen oder der weitreichende Gleichberechtigung von Frauen aussprechen, werden diskriminiert und müssen, wie zuletzt eine Lehrerin in Stendal, die meinte, sich in der DDR wohlgefühlt zu haben, mit drastischen Konsequenzen rechnen.

In Anbetracht dieser Tatsachen gilt es nach wie vor diesen Angriffen und Diffamierungen standzuhalten, sie nicht unbeantwortet zu lassen und entschlossen die eigene Geschichte zu verteidigen. So entschlossen der „Freundeskreis Ziegenhals“ seit Jahren für den Wiederaufbau der Gedenkstätte kämpft und damit das Andenken an Thälmann und alle weiteren ermordeten Genossinnen und Genossen aufrecht erhält, so gilt es auch weiterhin einen gemeinsamen Kampf gegen Reaktion und Faschismus zu führen. Nur wenn wir aus der Geschichte lernen, daraus Schlussfolgerungen für unser weiteres Handeln ziehen und uns nicht spalten lassen, können wir den legitimen und notwendigen Kampf für eine Gesellschaft führen, in der wir gemeinsam und ausgehend von den vorhandenen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Menschen über die Produktion und Verteilung von Gütern und den Aufbau des sozialen Gefüges entscheiden.

Wir stehen zwar vor großen, aber nicht unlösbaren Herausforderungen und wollen mit ein paar Worten Thälmanns unseren Redebeitrag beenden: „Wer kämpft um eine Idee, um eine große und gewaltige Idee, der muss alle Leiden in diesem unvermeidlichen Kampf ruhig, bewusst und, wie es einem ehrlichen Revolutionär gebührt, mit einer größten Energie zu ertragen wissen.“

ROTFRONT!

Aufruf
Zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns

Dem Gedenken an Genossen Thälmann

Ich kann’s nicht fassen – Thälmann lebt nicht mehr!

Der beste der Genossen ist gegangen …

Ein Vorbild war er allen um ihn her,

Den Freunden Freund – die Feinde macht er bangen. …

Doch wenn auch Thälmann uns verließ,

Darf Euch die Trauer um den Freund nicht schwächen,

Geht weiter auf dem Weg, den er Euch wies!

Es kommt die Zeit, wo wir sein Sterben rächen!

(Unbekannter sowjetischer Häftling im KZ Buchenwald)

Wir rufen alle fortschrittlichen Kräfte auf:

Kampf dem neuaufkommenden Faschismus und der Kriegsgefahr!

Schluss mit Geschichtsumschreibung und Geschichtsklitterung!

Keine Umbenennungen von Straßen, Plätzen und Einrichtungen, die nach antifaschistischen Widerstandskämpfern benannt sind!

Schluss mit der modernen Denkmalstürmerei!

Schluss mit der Verteufelung des kommunistischen und antifaschistischen Widerstands!

Am 18. August dieses Jahres jährt sich zum 70. Mal der Tag, an dem Ernst Thälmann, nach über elfjähriger Kerkerhaft, in Buchenwald hinterrücks ermordet wurde.

47jährig, wurde er am 3. März 1933 in Berlin durch Verrat von Faschisten verhaftet, am 17. August 1944 von seinen Mördern aus der Bautzener Zelle geholt und ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar überführt und in den Morgenstunden des 18. August 1944 auf Befehl Hitlers erschossen. Thälmann hat kein Grab, seine Asche wurde vor dem Krematorium verstreut. Seine Ermordung fand in der bundesdeutschen Justiz bis heute keine Sühne.

In der internationalen Solidaritätsbewegung für seine Freilassung und für die Opfer des Faschismus wurde sein Name zu einem Symbol für eine unbeugsame Haltung gegenüber dem Faschismus. Ernst Thälmann, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands und Vorsitzende des RotFront-Kämpferbundes, war vor und während seiner Haftzeit weltweit bekannt und geschätzt. Er konnte wie kein anderer mit einfachen und klaren Worten den Zusammenhang von Kapitalismus, Faschismus und Krieg darstellen. Dafür hassten und hassen ihn seine Feinde, auch heute noch.

Ermordet haben sie ihn, aber die Ideale, für die Ernst Thälmann stand, sind unsterblich!

Die Erinnerung an den kommunistischen Widerstand und die Widerstandskämpfer aus der Arbeiterbewegung soll aus den Köpfen der Menschen gelöscht werden.

Heute werden Straßen, Schulen und Plätze, die nach ihm und anderen Antifaschisten benannt wurden, umbenannt, Denkmäler geschleift oder, wie in Ziegenhals, Gedenkstätten zerstört oder „umgewidmet“.

Auch in Berlin ist das Ernst-Thälmann-Denkmal durch Spekulanten, in Zusammenarbeit mit Bezirkspolitikern, vom Abriss bedroht, trotz zahlreicher Beteuerungen, trotz des Denkmalschutzes. Beschlossene Sache scheint eine Kommentierung des Denkmals durch eine Info-Tafel zu sein; im Gespräch sind Umgestaltungen des Denkmal-Areals. Wir müssen wachsam bleiben und für eine würdige Erinnerung an Ernst Thälmann eintreten.

Für den Mord an Ernst Thälmann, den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands und des Roten Frontkämpferbundes, für den Mord an Tausenden seiner Kampfgenossinnen und -genossen gibt es kein Vergeben, kein Vergessen.

Die Toten des faschistischen Terrors, des Massenmords an den Juden, Sinti und Roma in Europa, die Millionen Kriegsopfer, insbesondere die der Völker der Sowjetunion, sind uns stets Mahnung, um unermüdlich gegen Faschismus und Krieg zur Tat zu schreiten.

Die Machtübergabe an Hitler am 30. Januar 1933 war möglich geworden durch die Verflechtungen von Teilen des deutschen Kapitals, des Militärs, der Polizei und der Justiz mit den Nazis. Sie war auch möglich geworden, da die Einheit aller Antifaschistinnen und Antifaschisten, die Einheit der Arbeiterklasse nicht hergestellt werden konnte.

Seit 1990 werden in Deutschland fortgesetzt Morde durch Nazis verübt. Nicht erst die NSU-Morde haben gezeigt, welches Ausmaß an Brutalität der faschistische Terror in Deutschland wieder erreicht hat. Möglich war dies durch die Verstrickungen der deutschen Geheimdienste, insbesondere des sog. Verfassungsschutzes (VS), mit Nazis und Nazi-Terroristen. Was uns an Aufklärung präsentiert wird, ist nur die Spitze des Eisbergs. Wir fordern daher die lückenlose Aufklärung der NSU-Morde; Bekanntgabe aller NSU-Mitglieder und des Umfangs der Zusammenarbeit und der staatlichen Finanzhilfen für braune Strukturen und Parteien (NPD) mittels „V-Männer“ durch Polizei und den Geheimdiensten BND, MAD und VS. Beim Anblick dieser Eisbergspitze wird auch deutlich: Die Forderungen nach Auflösung des VS und ein NPD-Verbot können daher nur ein Anfang sein. Ein Anfang, um die Position von uns Antifaschistinnen und Antifaschisten zu stärken – in einem Land, in dem die Schwarz-Braunen behaupten, sie seien politische „Mitte“ und der Staat beim Kampf gegen Rechts versagt, weil Links mit Rechts gleichgesetzt wird.

Daher: Nur gemeinsam können wir Antifaschistinnen und Antifaschisten den braunen Schlägern und Mördern, ihren Förderern und Nutznießern etwas entgegensetzen! Die kontinuierlichen und entschlossenen antifaschistischen Proteste und Blockaden wie bspw. in den vergangenen Monaten gegen die Nazi-Umtriebe in Dresden, Berlin, Cottbus oder Pforzheim sind Beispiele der Erfolge, die wir erzielen können, wenn wir uns nicht spalten lassen.

Wir rufen auf: Gemeinsam sind wir stark gegen Faschisten und Reaktion! Weg mit der Totalitarismus- und Extremismustheorie, der Formel „Rechts gleich Links“, gegen Verharmlosung des Faschismus und Kriminalisierung des Sozialismus!

Das Europa der Banken und Konzerne, konkret die Politik des deutschen Imperialismus, hat eine Reihe von Ländern – Griechenland, Portugal oder Spanien – in den Ruin getrieben. Die Bevölkerung, die Werktätigen dieser Länder bezahlen diese Krise des Kapitals. Gleichzeitig wachsen faschistische Bewegungen, wie in Griechenland die sog. „Goldene Morgenröte“, oder erzielen Wahlerfolge, wie in Frankreich der Front National. Die jüngsten Vorgänge in der Ukraine lassen uns aufhorchen. Ein Putsch, ein „regime change“, in Auftrag gegeben von den Großmächten Deutschland, Frankreich und den USA – gestützt auf Faschisten und Antisemiten, die uns als „Opposition“ ausgegeben werden. Diese offene Provokation gegenüber Russland ist ein Spiel mit dem Feuer. Stoppt den imperialistischen Raubzug gegen Jugoslawien, Somalia, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Mali, Ukraine. Setzen wir den imperialistischen Kriegsbrandstiftern unseren Internationalismus in Wort und Tat entgegen! Der Hauptfeind steht im eigenen Land: Krieg dem Krieg!

Wir nehmen den 70. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns zum Anlass, um jener Menschen zu gedenken, die Opfer faschistischer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt wurden.

Wir rufen daher gemeinsam zu folgenden Veranstaltungen für Samstag, den 23. August 2014 in Berlin auf:

Eine Veranstaltung im Karl-Liebknecht-Haus – anschließende Demonstration zum Ernst-Thälmann-Denkmal in der Greifswalder Straße – sowie dortige Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen, Musik und Kultur.

Vera Dehle-Thälmann (Enkelin von Rosa und Ernst Thälmann), Kuratorium „Gedenkstätte Ernst-Thälmann“ e.V. Hamburg, Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e. V., Ziegenhals, Revolutionärer Freundschaftsbund (RFB), e. V., Aktionsbündnis Thälmann-Denkmal, Berlin

Weitere Unterzeichner und Unterstützer sowie Näheres zum Ablauf des 23. August 2014 unter:

www.etg-ziegenhals.de

Zentrales Gedenken am 23. August 2014 in Berlin

10 Uhr bis 12 Uhr Konferenz: Im Kampf um antifaschistische Einheit!

Spaltung durch Extremismus- und Gleichsetzungstheorien – gestern und heute

Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstr. 28, Berlin)

Rosa-Luxemburg-Saal

12 Uhr bis 13 Uhr Kranzniederlegung für Ernst Thälmann

13 Uhr bis 14 Uhr Demonstration zum Ernst-Thälmann-Park

14 Uhr bis 16 Uhr Kundgebung vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal Greifswalder Str., Berlin

Genauere Angaben zu den Veranstaltungen, Rednerinnen und Rednern, Kultur, Demoroute und weiteres, werden hier zu finden sein: www.etg-ziegenhals.de