Für Dialektik in Organisationsfragen

Vorbemerkung zum folgenden Artikel der KKE

Das griechische Volk ist ein sehr kämpferisches Volk. Über die aktuellen Auseinandersetzungen in Griechenland erfahren wir sehr viel über das wahre Gesicht deutscher Außenpolitik in der EU.

Diese besteht in der Aushöhlung staatlicher Souveränität statt in der einst viel beschworenen sogenannten Integration.

Letztere war nie die Absicht deutscher EU-Politik, das Integrationsgeschwafel sollte im Gegenteil die wahren Interessen der Vertreter des deutschen Imperialismus hinsichtlich der EU liebevoll ummanteln und demokratische Menschen glauben lassen, es gebe die Möglichkeit für eine demokratischere EU, eine EU von unten.

Demokratie ja, aber nicht mit den Herren der Deutschen Bank, Daimler usw., sondern gerade gegen sie.

Vergessen wir nicht, dass die Niederschlagung des Faschismus 1945 von Millionen antifaschistischer Soldaten und Partisanen erkämpft worden ist, von denen viele ihr Leben nicht zuletzt auch eben für unsere Befreiung gegeben haben.

Auch den griechischen Antifaschisten, die unter Führung der Kommunistischen Partei 90% ihres nationalen Territoriums aus eigener Kraft und unter unglaublichen Opfern vom Hitlerfaschismus befreit haben, sind wir zu Dank verpflichtet.

Doch in diesen Tagen schleudert der nun wieder erstarkte dt. Imperialismus seine ganze Raubgier, Arroganz und seinen ganzen völkischen Chauvinismus gegen die griechische Bevölkerung.

Der folgende Aufsatz soll das Bild über die griechischen Arbeiter, die Bauern und Handwerker, die Intelligenz, über das ganze griechische Volk wieder gerade rücken. Nach der Befreiung vom deutschen Faschismus 1944, als die Frage stand, ob sich Griechenland neben Jugoslawien, Albanien, Bulgarien und Rumänien als ein weiterer Staat auf dem Balkan nun eine antifaschistisch volksdemokratische Ordnung geben sollte, entschied der Imperialismus, in Gestalt des britischen, mit allen diktatorischen, interventionistischen Mitteln, einen zweiten Krieg über die griechische Nation innerhalb eines Jahrzehnts zu verhängen, um die Ausbreitung des Sozialismus auf dem Balkan zu stoppen und sich in Griechenland festzusetzen.

Der britische Imperialismus, gefolgt vom amerikanischen, schreckte hierbei auch vor der Zusammenarbeit mit Kollaborateuren, die mit den deutschen Faschisten zusammenarbeiteten, nicht zurück. Das fast befreite Griechenland wurde militärisch besiegt und so für die Aufnahme in die Nato und später in die EU sturmreif geschossen.

Die im Folgenden geschilderten Kämpfe zwischen 1946 und 1949 sind hier kaum bekannt. Doch in den Erfahrungen, im Kampfeswillen des griechischen Volkes leben sie fort. Immer wieder kämpfte es mit Streiks der Arbeiter, mit Massenprotesten gegen volksfeindliche Maßnahmen und Regierungen, die mit Unterstützung der imperialistischen Mächte eingesetzt worden waren. Auch die schließlich durch einen militärischen Staatsstreich errichtete faschistische Junta (1967 bis 1974) konnte diesen Kampfeswillen nicht brechen. Der antifaschistische Widerstand wuchs. Unterstützung erfuhr er durch die Kämpfe der Völker, vor allem des siegreichen vietnamesischen Volkes, gegen den Block der imperialistischen Staaten unter Führung des US-Imperialismus. Die Junta musste zurücktreten.

Heute kämpft das griechische Volk wieder gegen den deutschen Imperialismus. Er ist es, der nun Jahrzehnte später letztendlich von der Niederschlagung des befreiten Griechenlands profitiert in seinem wiederholten Streben, den Balkan und Südosteuropa zu unterwerfen.

Stoppen wir den deutschen Imperialismus diesmal rechtzeitig, gemeinsam mit den griechischen Arbeitern und Bauern, sodass wir nicht erst wieder durch sie befreit werden müssen.

KAZ Arbeitsgruppe Zwischenimperialistische Widersprüche

Über die Ereignisse in Griechenland zwischen 1946 und 1949

Am 2. Juli 2006 versammelten sich im Dorf Likhoraki, tief im Grammos-Gebirge Tausende von Mitgliedern und Unterstützern der KKE und der KNE zur Eröffnungsfeier zum Gedenken an den 60. Jahrestag zur Gründung der Demokratischen Armee Griechenlands (DAG) und in Gedenken an die Tausenden Kämpfer, welche im drei Jahre andauernden Bürgerkrieg (1946-1949) im Kampf gegen die Reaktion und gegen den anglo- amerikanischen Imperialismus Widerstand leisteten. Der Ort des Gedenkens selbst hat hohen symbolischen Gehalt. Dies ist ein ehemaliger Maschinengewehrposten, von dem aus die Demokratische Armee eine der wütendsten Schlachten in den Bürgerkriegsjahren 1948 und 1949 geführt hat.

In seiner Stellungnahme zum Gedenken an den 60. Jahrestag gab das Zentralkomitee der KKE bekannt, dass der Bürgerkrieg die schärfste Periode des Klassenkampfes in Griechenland im 20. Jahrhundert darstellte. Das war der Kampf für eine Volksdemokratie gegen die korrupte monarcho-faschistische herrschende Klasse mit ihren ausländisch imperialistischen Hintermännern.

Das Recht der griechischen Kommunisten und anderer progressiver Kräfte, die Kämpfer der Volksarmee zu ehren, ist ein hart erkämpftes Recht, denn noch Jahre nach dem Bürgerkrieg wurden die Mitglieder und Sympathisanten der Volksarmee in jedweder Form bestraft.

Tatsächlich verabschiedete das griechische Parlament eine Resolution, die besagt, dass die Partisanen der Volksarmee keine „Verbrecher“ sind.

Diese historische Phase wird besonders von Propagandisten, Journalisten und Historikern innerhalb und außerhalb Griechenlands verzerrt. Ihre Absicht ist es, die Volksbewegung zu verleumden und die Kämpfe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für den Sozialismus zu unterminieren, indem sie diese Kämpfe als einen Versuch der Sowjetunion darstellen, in Griechenland eine düstere Diktatur zu errichten, als Beispiel kommunistischer Aggression und kommunistischen Fanatismus.

Gewiss, der griechische Bürgerkrieg fiel nicht vom Himmel. Er war das Ergebnis einer Serie von imperialistischen Aggressionen und Entwicklungen in der Volksbewegung, die noch in den Zweiten Weltkrieg und davor zurückreichen.

Es folgt eine kurze, anschauliche Zusammenfassung der Umstände, die zum Bürgerkrieg geführt haben, Umstände, die in späteren Artikeln noch vervollständigt werden.

1940, als die italienischen Faschisten in Griechenland einfielen, waren griechische Kommunisten gemeinsam mit anderen fortschrittlichen Kräften an vorderster Front im erfolgreichen Widerstand, ungeachtet der Tatsache, dass Tausende Kämpfer in Gefängnissen schmachteten und die KKE unter extrem schwierigen Verhältnissen als eine illegale und verfolgte Organisation wirkte.

Der Generalsekretär der KKE Nikos Zachariadis schrieb den berühmten Brief an das griechische Volk, indem zum Widerstand gegen die italienischen Aggressoren aufrief und angesichts des Volkswiderstandes ein neues Griechenland prophezeite. Nachdem schließlich das feige Regime vor der faschistischen Wehrmacht kapitulierte, begannen fortschrittliche Kräfte mit der Organisierung des Widerstandes.

Der Höhepunkt war der Sechste Parteitag der KKE im Juli 1941, der die Notwendigkeit einer Nationalen Befreiungsfront erklärte. Somit wurde die legendäre EAM mit ihrem militärischen Arm ELAS (nationale Befreiungsarmee) und später die legendäre Jugendorganisation EPON gebildet. Im Laufe der nächsten drei Jahre sollten diese heroischen Organisationen durch ihre mutigen Kämpfe die legendärsten Seiten in den Büchern griechischer Geschichte gegen die Nazibesetzung schreiben.

Ihre Effektivität kann an der Tatsache gemessen werden, dass bis April 1944 90% des griechischen Festlandes befreit werden konnten. In den von der Volksarmee befreiten Gebieten wurden erstmalig die Frauen befreit, demokratische Volksräte und -gerichte gebildet. Durch den Kampf gegen die Besatzung wurde, mit der Kommunistischen Partei an der Spitze, die Grundlagen für ein demokratisches Volksgriechenland geschaffen.

Dies jedoch blieb von der britischen herrschenden Klasse nicht unbemerkt. Sicherlich wäre eine Regierung aus Volksbefreiungsarmee mit der Kommunistischen Partei in Führungsposition eine Bedrohung für britische historische Interessen in Griechenland und im östlichen Mittelmeer.

Somit wurde während der Besatzung selbst jeder Versuch unternommen, den Kampf der EAM/ELAS zu unterminieren, hauptsächlich durch die Unterstützung der hochgradig antikommunistischen EDES-Organisation, welche durch ihre beständige Kollaboration mit den Faschisten gegen die ELAS berüchtigt wurde.

Als die Deutschen aus Griechenland vertrieben wurden, wurden diese Versuche verstärkt und können nur als eine systematische Vorbereitung für einen Angriff auf die Organe des griechischen Widerstandes gewertet werden. Im April 1944 befahl Churchill dem BBC, die Berichterstattung über die Aktivitäten der EAM/ELAS einzustellen.

Durch eine Reihe erfolgreicher Provokationen reinigten die Briten die griechische Armee in Nordafrika von linksgerichteten Soldaten, mit dem Ergebnis, dass 18.500 von ihnen in Nordafrika interniert wurden. Dies ging mit der Ausbildung der ultra-royalistischen Bataillone wie beispielsweise der Alpenregimenter der griechischen Armee Hand in Hand, um Werkzeuge gegen die Volksbewegung zu schmieden. Churchill manövrierte Politiker wie Georgios Papandreus aus der Vorkriegszeit in der ersten ökumenischen Regierung in Führungspositionen, wobei Kollaborateuren erlaubt wurde, frei zu operieren, wobei auch die royalistischen Todesschwadrone wie Grivas,X‘ gegründet wurden.

Eine Serie von Attentaten auf Vertreter der Volksbewegung führte schließlich dazu, dass EAM- Minister von Regierungsposten zurückgetreten sind.

Als zu einer Großdemonstration zum dritten Dezember aufgerufen wurde, erschoss die Polizei während des Aufmarsches auf dem Platz der Republik 15 Demonstranten und verwundete etwa 100 weitere. Nach diesem Massaker erklärte der Generalsekretär der EAM Dimitris Partsalidis, dass „das Volk für seine Freiheit kämpfen würde, koste es, was es wolle“.

Und so begann die Schlacht um Athen, die von der ELAS auf der einen und der britischen Armee und deren Kollaborateuren auf der anderen Seite geführt wurde. Die EAM unternahm zahlreiche Versuche, einen Waffenstillstand herbeizuführen, aber die Briten waren unbeirrbar, da Churchill erklärte: „Unser Ziel ist die Zerschlagung der EAM.“

Um die Voksbewegung zu zerschlagen, brachte der britische Imperialismus 60.000 Soldaten auf, 200 Panzer, Flugzeuge und so weiter und schreckte nicht davor zurück, mit Nazikollaborateuren zusammenzuarbeiten. Nach 44 Tagen heftigsten Kampfes wurden die ELAS-Einheiten aus Athen abgezogen, eine Woche später kam es zum Waffenstillstand. Am 12. Februar unterzeichnete die EAM den Vertrag von Varkiza, der u.a. festhielt, dass die ELAS und die Sicherheitsorgane entwaffnet werden, sowie andere Maßnahmen, die eine Normalisierung der Situation herbeiführen würden.

Doch bald stellte sich heraus, dass nur die EAM und die KKE sich an die Vereinbarungen halten würden. Paramilitärische Banden lancierten unter Duldung des Sicherheitsapparates eine Kampagne des Terrors. ELAS-Partisanen wurden ermordet, gefoltert, eingesperrt und wegen „Verbrechens“ angeklagt. Zur selben Zeit wurden Nazikollaborateure mit lächerlichen Strafen bedacht. Einige statistische Daten geben einen Geschmack des „Weißen Terrors“. In der Zeit zwischen dem Waffenstillstand von Varkiza und dem 31. März 1946 wurden 1.289 Widerstandskämpfer getötet, 31.632 gefoltert, 84.031 arrestiert und 8.624 inhaftiert. 677 Widerstandsbüros wurden attackiert, 165 Frauen der EAM vergewaltigt. Während der gesamten Periode mit ihren zahlreichen bürgerlichen Regierungen hat der britische Imperialismus niemals Ruhe gegeben, die demokratische griechische Bewegung zu zerschlagen und die Monarchie wieder aufzurichten.

Es sollte erwähnt werden, dass auch die Wahl einer Labour-Regierung diese Politik nicht beeinträchtigte, wobei die Zusammenarbeit der Sozialdemokratie mit dem Imperialismus im Allgemeinen, in der britischen Sozialdemokratie im Besonderen, bekannt ist.

In diesem Klima des Terrors und des kompletten Betruges boykottierten die KKE und die EAM die Wahlen am 31. März 1946.

Anfang 1946 verließen kleinere Partisaneneinheiten die Städte und zogen sich unter Selbstverteidigung in die Berge zurück. Die erste wichtige Aktion war ein Überfall auf eine Polizeistation in Litochori. Dort begann eine Serie von Auseinandersetzungen mit Regierungskräften und mit paramilitärischen Todesschwadronen. Am 28.10.1946 wurde die demokratische Armee Griechenlands gegründet.

Diese verschärfte Periode des Terrors kulminierte am 17. Juni, als das griechische Parlament durch „Notverordnungen“ jegliche Persönlichkeits- und politische Rechte aufhob und die Todesstrafe einführte.

Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, all die vielen Operationen der DAG während des Bürgerkrieges aufzuzeigen. Jedoch sollten einige Aspekte, wie das Wesen der DAG, der Provisorischen Regierung und der Taktik der Monarchofaschisten angesprochen werden.

Einige Aspekte des Terrors der Imperialisten mit ihren Verbündeten wurden bereits weiter oben benannt. Diese operierten während des Bürgerkrieges. Ein Beispiel der Barbarei dieser Aktionen war die Zurschaustellung abgetrennter Köpfe gefallener Partisanen in der Stadt Florina im Juli 1947. Dies ging mit einer systematischen Säuberung auf dem Lande einher, um die Unterstützung der DAG zu unterminieren. Ungefähr 700.000 Menschen wurden aus den Dörfern vertrieben und so wurden sie zu landesinneren Flüchtlingen in der Stadt und auf dem Land. Das Netzwerk von Gefängnisinseln und Inhaftierungslagern wurde ausgeweitet, verdächtige Soldaten, die links standen, wurden in Makronissos Yioura usw. eingekerkert. (Es wird geschätzt, dass zwischen 1947 und 1950 28.800 Soldaten in Gefängnis-Camps inhaftiert wurden).

Nachdem die USA die Federführung im Zuge der Truman-Doktrin übernommen hatten, stiegen jegliche militärische Unterstützungen dramatisch an.

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Napalm, das so zerstörerisch in Vietnam eingesetzt wurde, zuerst in Griechenland benutzt wurde.

So bei der Schlacht in den Grammos-Vitsi-Bergen im Jahre 1949. Hier wurden 388 Napalmbomben eingesetzt.

Die DAG war in jeder Hinsicht eine Volksarmee. In jeder Einheit wurden Versammlungen abgehalten, wo sich jeder Soldat äußern konnte. Ein Treueschwur wurde abgenommen, wobei jedem Kämpfer mitgeteilt wurde, wie er sich der Bevölkerung gegenüber zu verhalten habe. Die politische Erziehung wurde in jeder Einheit systematisch von den Politoffizieren garantiert. Frauen spielten mit 30% der Truppenstärke eine entscheidende Rolle und stellten 70% des Krankenpersonals und anderer logistischer Unterstützungen. Dies stellte einen starken Gegensatz gegenüber der Frauenpolitik der griechischen herrschenden Klasse vor. (Nur in den von den Partisanen befreiten Gebieten waren die Frauen politisch befreit.) Die medizinische Versorgung wurde in Trainingslagern und Krankenhäusern organisiert. 125 Gesundheitsarbeiter wurden ausgebildet. Ungeachtet der mangelhaften Versorgungslage, so wie die GS der KKE, stellte Aleka Papariga fest: „Jede notwendige Operation wurde tatsächlich getätigt.“

In den befreiten Gebieten Griechenlands wurde am 23. Dezember 1947 die Provisorische Demokratische Regierung gegründet. Die PDR wurde nach 12 Prinzipien aufgestellt, u.a. nach dem der Gleichstellung der Frau, der Schutz der Minderheiten und der Unabhängigkeit Griechenlands vom ausländischen Kapital. In den Dörfern wurden Volksräte gebildet und in den Städten Versammlungen abgehalten, welche abwählbare Repräsentanten bestimmten. In 300 Gemeinden in Nordgriechenland wurden Wahlen abgehalten und in 323 Dörfern in Peleponesien. Volksgerichte wurden gewählt mit dem Recht, Offiziere abzusetzen. (Beschwerdegerichte wurden ebenfalls gewählt.) Die Volkssprache „demotisches griechisch“ wurde eingeführt und von den von der Regierung betriebenen Schulen gelehrt, die Minderheiten wurden in ihren Sprachen unterrichtet. Bildung war frei und obligatorisch, in jedem Dorf gab es eine Schule. Der Bodenbesitz wurde geregelt und aufgeteilt. Jeder Bauer bekam ein Minimum an Land zugewiesen, die Fläche wurde aber auch limitiert. Die Errungenschaften der Regierung wurden ausgeweitet und vertieft und stellten die Grundlage für ein demokratisches Griechenland.

Nach dreijährigem Kampf, insbesondere nach der US-amerikanischen Invasion von 1948, zwang das Kräfteverhältnis die DAG nach heftigen Kämpfen in den Vitsi- und Grammosbergen, sich im August 1949 nach Albanien zurückzuziehen. In einigen Gebieten, so wie auf Lesbos, konnte noch bis 1950 Widerstand geleistet werden. Die letzten beiden Partisanen der DAG, in Kreta, Gioros Tzompanakis und Spiros Blazakis, kamen 1975 von den Bergen herunter, als die Diktatur am 24. Februar 1975 zusammenbrach.

Die Anzahl der im Bürgerkrieg Getöteten betrug etwa 150.000. Gemäß den offiziellen Angaben des Generalstabes der griechischen Armee wurden 38.839 Partisanen getötet oder verwundet, 20.128 gefangen genommen. Die Opfer der Regierungstruppen belaufen sich demnach auf 55.528 Soldaten.

Mehr als 65.000 kommunistische und andere Kämpfer der EAM und DAG waren gezwungen, Griechenland zu verlassen und Zuflucht in sozialistischen Ländern zu suchen, wobei ca. 20.000 ihrer Staatsbürgerschaft beraubt wurden, weitere 40.000 wurden engesperrt und kamen in Internierungslager wie nach Makronissos. Die Tötung von Widerstandskämpfern dauerte bis 1955 an, wobei mindestens 5.000 Hinrichtungen vollzogen wurden. Unter ihnen befindet sich der berühmte Nikos Belogiannis, Mitglied der Politbüros der KKE. Die Monarchie wurde wieder mit einem reaktionären Sytem gemäß britisch US-amerikanischer Unterwürfigkeit eingeführt, mit den üblichen Repressionen der Linken, dem wirtschaftlichen Ausverkauf, dem politischen und kulturellen Bankrott. Der Höhepunkt war die 7-jahrige Diktatur der Generäle.

Der Bürgerkrieg und die Phase der EAM-Widerstände waren bestimmend in der Ausprägung der Volksbewegung. Die KKE und ihre Verbündeten gaben niemals ihren Kampf um Demokratie und Sozialismus unter den Bedingungen der Illegalität auf. Wieder mit der Linksfront VDL (Vereinigte demokratische Linke), im Kampf für Bildung und Rechte in den Gefängnissen, in der Zypernfrage und der nationalen Unabhängigkeit, eine lebendige Volkskultur zu errichten im Gegensatz zu den sterilen Dogmen der Bourgeoisie in den 50er und 60er Jahren.

Der Kampf setzt sich nach dem Fall der Junta fort, gegen die imperialistische Intervention in Jugoslawien und im Irak, gegen die imperialistischen Zentren in den USA und in der EU.

Zur Verteidigung der Rechte und Ziele der Arbeiterklasse. So fasste Aleka Papariga dieses Vermächtnis in ihrer Rede bei Lykoraki zusammen.

Der Terrorismus und die Gewalt gegen die Kommunisten, die Widerstandskämpfer, sind die Faktoren, die zur Geburt der DAG beigetragen haben, nicht nur als Ausdruck der Verteidigung, sondern auch als der heroische Versuch, der Vision des nationalen Widerstandes Gestalt zu geben.

Wenn Kommunisten, Antikapitalisten und Antiimperialisten durch die materiellen Bedingungen selbst vor der Frage stehen „Gegenschlag oder Unterwerfung“, so kann es nur eine Antwort geben: Gegenschlag!

Quelle: Notes on the Civil War (1946-1949) – http://inter.kke.gr/News/2006new/2006-09-civil1/

Übersetzung: KAZ-Arbeitsgruppe „Zwischenimperialistische Widersprüche“