Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Seit dem 17. Dezember 2014 ist Cuba wieder in aller Munde. Damals musste die USA die letzten drei Gefangenen der sogenannten Cuban 5 freilassen. Nicht nur die cubanische Diplomatie, auch die großen Anstrengungen des ganzen cubanischen Volkes, die Aktivitäten der internationalen Solidarität haben diesen großen Sieg gegen den Imperialismus errungen.

Erst seit ein paar Monaten gibt es wieder diplomatische Beziehungen zwischen den USA und Cuba.

Dieser neue Kontakt wird von Seiten des Imperialismus eingebettet in eine Kampagne voller Vernebelung und Desinformation. Vor allem die Blockade durch die USA unter der das cubanische Volk seit mehr als 50 Jahren leidet, wird, wenn nicht geleugnet, mindest nicht erwähnt.

Die cubanischen Genossen stellen auch weiterhin diese Forderungen als Grundbedingung für normale Beziehungen zu einem anderen Land. Darüber hinaus bleibt der Kampf um Souveränität und gegen imperialistische Einmischung. Und dies ist bisher nur durch den Kampf um den eigenen Sozialismus gelungen.

Dies zu bekräftigen, können wir in vielen Reden der großartigen cubanischen Repräsentanten lesen. Beeindruckend die Stimme des 89-jährigen comandante en jefe Fidel Castro auf dem 7. Parteitag der Kommunistischen Partei Cuba vom April, die wir hier nachdrucken.

So sind die Aufgaben für die internationale Solidaritätsbewegung eigentlich schon geschrieben.

Leider haben wir für unseren Kampf einen wichtigen Genossen verloren. Wir mussten uns am 31.3.2016 von Heinz-W. Hammer verabschieden. Sein tapferes Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen.

Auch seiner Klarheit und ideologischen Stärke war es zu verdanken, dass sich die Cubasolidarität in Deutschland nach 1990 nicht zersplittert hat oder in der „kritischen Solidarität“ versank. Er war ein wichtiger Antreiber für die Gründung des Netzwerk Cuba e. V., in dem auch die Gruppe KAZ seit Gründung Mitglied ist. Die Cubasolidarität sollte eine bedingungslose Solidarität bleiben, in der verschiedene Kräfte Platz haben sollen und müssen, aber alle Projekte in enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen Cubas abläuft. Als größte bundesweite Organisation der Kuba-Solidarität ordnet es sich ein in die weltweite Unterstützung der Karibikinsel. Der Staatsrat der Republik Kuba würdigte Heinz mit der „Medaille der Freundschaft” als „Geste einer ewigen Anerkennung im Namen des kubanischen Volkes”.

Unsere Arbeit müssen wir jetzt ohne Deine klugen, beißend ironischen, witzigen Beiträge zu den aktuellen Vorkommissen machen. Ohne Dein Kämpferherz. Heinz presente!

Nehmen wir den Marsch auf und perfektionieren alles, was es zu perfektionieren gilt

Rede des Führers der Revolution Fidel Castro Ruz bei der Abschlusssitzung des 7. Parteitags der Kommunistischen Partei Kubas im Palacio de Convenciones am 19. April 2016, „58. Jahr der Revolution”.

Kommen wir also zu einem anderen Thema (Lachen).

Es stellt eine übermenschliche Anstrengung dar, ein Volk in Zeiten der Krise zu führen. Ohne sie wären Veränderungen unmöglich. Bei einem Treffen wie diesem zu sein, bei dem mehr als tausend Vetreter zusammenkommen, die vom revolutionären Volk selbst ausgewählt wurden, das in sie seine Autorität delegierte, stellt für alle die größte Ehre dar, die ihnen das Leben bietet; hinzu kommt noch das Privilig, Revolutionär zu sein, was das Ergebnis unserer eigenen Bewusstseins ist.

Warum bin ich Sozialist geworden, noch klarer, warum habe ich mich in einen Kommunisten verwandelt? Dieses Wort steht für ein Konzept, das in der Geschichte am meisten verfälscht und verleumdet wurde, und zwar von seiten derer, die das Privileg hatten, die Armen auszubeuten, welche ausgeplündert sind, seit sie aller materiellen Güter beraubt wurden, die durch die Arbeit, das Talent und die menschliche Energie hervorgebracht werden. Seit wann lebt der Mensch in diesem Dilemma im Laufe der unendlich langen Zeit! Ich weiß, dass ihr diese Erklärung nicht benötigt, aber vielleicht einige der Zuhörer

Ich spreche nur, damit man versteht, das ich weder unwissend, extremistisch oder blind bin noch mir meine Ideologie allein angeeignet habe, indem ich Ökonomie studierte.

Ich hatte keinen Präzeptor, als ich Jura und Politikwissenschaften studierte, in denen diese ein großes Gewicht hat. Natürlich war ich damals ungefähr 20 Jahre und begeisteter Sportler und Bergsteiger. Ohne Präzeptor, der mir beim Studium des Marxismus-Leninismus geholfen hätte. Ich war nichts weiter als ein Theoriker, und natürlich hatte ich damals volles Vertrauen in die Sowjetunion. Das Werk Lenins, das nach 70 Jahren Revolution geschändet wurde. Welch historische Lektion! Man kann sagen, dass nicht weitere 70 Jahre vergehen sollten, damit ein anderes Ereignis wie die Russische Revolution geschieht, damit die Menschheit ein weiteres Beispiel einer grandiosen Sozialen Revolution erlebt, die ein gewaltiger Schritt im Kampf gegen den Kolonialismus und seinen untrennbaren Begleiter, den Imperialismus, bedeutete.

Vielleicht geht jedoch heute die größte Gefahr für die Erde von der zerstörerischen Macht der modernen Waffen aus, die den Frieden auf dem Planeten untergraben und das menschliche Leben auf der Erde unmöglich machen könnte.

Die Gattung würde verschwinden, so wie die Dinosaurier verschwanden, vielleicht würden nach einer Zeit neue intelligente Lebensformen entstehen oder vielleicht wächst die Hitze der Sonne so an, dass alle Planeten des Sonnensystems und deren Satelliten schmelzen, wie zahlreiche Wissenschaftler sagen. Sollten diese Theorien einiger von ihnen wahr sein, von denen wir Laien nichts verstehen, sollte der praktische Mensch mehr erkunden und sich an die Realität anpassen. Wenn die Gattung einen längeren Zeitraum überlebt, werden die zukünftigen Generationen größere Kenntnisse haben als wir, auch wenn sie zunächst ein großes Problem lösen werden müssen. Wie kann man Milliarden von Menschen ernähren, wenn die Wirklichkeit unumgänglich an ihre Grenzen stößt, was das Trinkwasser und die natürlichen Ressourcen angeht, die sie benötigen.

Einige oder vielleicht viele von euch werden sich fragen, wo die Politik in dieser Rede ist. Glaubt mir, ich schäme mich, es zu sagen, aber die Politik ist hier in diesen gemäßigten Worten. Hoffentlich beschäftigen sich viele von uns Menschen mit diesen Realitäten und essen nicht weiter verbotene Äpfel wie in den Tagen von Adam und Eva. Wer wird die dürstenden Völker Afrikas ohne Zugang zu Technologie, ohne Regen, ohne Stauseen, wo es nur unterirdische, von Sand bedeckten Wasserdepots gibt, ernähren? Wir werden sehen, was die Regierungen sagen, die fast alle die Klimaverpflichtungen unterzeichnet haben.

Wir müssen diesen Fragen ständig nachgehen. Und ich will mich hier nicht mehr als unbedingt notwendig ausdehnen.

Bald werde ich 90 Jahre alt sein, das hätte ich nie gedacht, es geschieht nicht als Ergebnis einer Anstrengung, es ist reiner Zufall. Bald wird es mir ergehen, wie allen anderen. Alle kommen wir an die Reihe, aber die Ideen der kubanischen Kommunisten verbleiben als Beweis dafür, dass auf diesem Planeten, wenn man mit Inbrunst und Würde arbeitet, die materiellen und kulturellen Güter produziert werden können, die die Menschen brauchen, und wir müssen unermüdlich kämpfen, um sie zu erhalten. Unseren Brüdern in Lateinamerika und der Welt müssen wir vermitteln, dass das kubanische Volk siegen wird.

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass ich in diesem Saal spreche. Ich habe für alle Kandidaten gestimmt, die vom Parteitag zur Wahl aufgestellt wurden, ich bedanke mich für die Einladung und die Ehre, dass ihr mir zugehört habt. Ich beglückwünsche alle, an erster Stelle den Compañero Raúl Castro für seine großartigen Anstrengungen.

Nehmen wir den Marsch auf und perfektionieren wir, was wir perfektionieren müssen, mit größter Loyalität und vereinten Kräften, wie Martí, Maceo und Gómez, im unaufhaltsamen Schritt.

Fidel Castro Ruz

19.04.2016, 7. Parteitag der PCC, Havanna Quelle: Granma