KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”

Folgender Artikel erschien in der jungenWelt vom 30.6.2016. Darin wird auch von der Preisverleihung wegen „hervorragender Leistungen zur Weiterentwicklung der Politischen Ökonomie für das 21. Jahrhundert“ an zwei Autoren der Kommunistischen Arbeiterzeitung, die Genossen Richard Corell und Ernst Herzog berichtet. Der mit einem Preis ausgezeichnete Artikel ist auch in der KAZ erschienen.

Marxistischer Blick auf Globalisierung

Elftes Forum der „World Association for Political Economy“ in Indien beendet

Im indischen Patiala haben sich marxistische Ökonomen über Probleme von „Globalisierung, Beschäftigung und Landwirtschaft“ ausgetauscht. Zu der Veranstaltung an der Punjabi- Universität vom 16. bis 19. Juni hatte die Weltvereinigung für Politische Ökonomie (World Association for Political Economy; WAPE) geladen.

Im Plenum und in Gruppendiskussionen wurde über Aspekte der marxistischen Krisentheorie, die Währungs- und Finanzkrise sowie ökonomische und politische Probleme in verschiedenen Ländern, in denen Mitglieder der WAPE leben und arbeiten, gesprochen. Der Schwerpunkt lag auf Fragen der Entwicklung der Landwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung. Besonders intensiv wurde das Thema von Vertretern aus dem Gastgeberland Indien, der Volksrepublik China sowie zahlreichen Entwicklungsländern diskutiert.

In der von der Assoziation veröffentlichten Erklärung zum Kongressende heißt es dazu: „Die Landwirtschaft steht vor besonderen Herausforderungen, weil sie durch geographische, klimatische oder andere natürliche Bedingungen begrenzt ist und der Wert des Produktes gemessen je Einheit an Land viel geringer ist als der in anderen Produktionszweigen, was nachhaltige und effiziente Entwicklung schwieriger macht. Die Landwirtschaft muss von anderen Industrien und von der Gesellschaft als Ganzes unterstützt werden und darf nicht aufhören, sich zu modernisieren und die Arbeitsproduktivität zu erhöhen, was besonders wichtig ist für die Entwicklungsländer, in denen die Landwirtschaft die Grundlage ist.

Die Politökonomen setzten sich auch mit den Themenkomplexen Armut und Ungleichheit in Indien, Chinas Reformprozess sowie Fragen und Problemen zum Wirtschaftswachstum auseinander. Auch das Projekt „Neue Seidenstraße“ – eine der gigantischen chinesischen Infrastrukturinitiativen – stand auf der Tagesordnung.

Hauptredner waren Samir Amin und Prabhat Patnaik. Der gebürtige Ägypter Amin, ein profunder Kenner der Entwicklungspolitik, sprach zum Thema „Kommunisten, engagierte Revolutionäre wie Lenin und Mao konfrontiert mit den Herausforderungen der Geschichte“. Der indische marxistische Ökonom Patnaik hatte sein Referat unter den Titel „Der Kapitalismus und seine gegenwärtige Krise“ gestellt.

Beide erhielten in der Eröffnungssitzung den Preis für ihr Lebenswerk von der WAPE. Des weiteren wurden zehn Preise für hervorragende Leistungen zur Weiterentwicklung der Politischen Ökonomie für das 21. Jahrhundert vergeben. Zu den so Geehrten gehörten auch die deutschen Wirtschaftswissenschaftler Richard Corell und Ernst Herzog mit ihrem Beitrag im „World Review of Political Economy“ vom Sommer 2011: „Die Finanz- und Währungskrise untergräbt den Euro und die nationale Souveränität“. Beide sind auch langjährige jW-Autoren.

Das Forum war vom Centre for South West Asia Study an der Punjabi-Universität Patiala unter dem Institutsleiter Balwinder Singh Tiwana organisiert worden. Unterstützung kam auch von der Indian Political Economy Association Neu-Delhi. (jW)