Für Dialektik in Organisationsfragen

Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam wieder in den Krieg ziehen

Rede auf der Kundgebung am Thälmann-Denkmal im Berlin anlässlich des 72. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns (siehe auch S. 46)

Hallo ich bin Melanie, Mitglied vom Verein Unentdecktes Land.

Ich möchte euch von unserer diesjährigen Aktion zum 55. Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik berichten.

Vor unserer Aktion zum 13. August diesen Jahres gab es ein großes Presseecho und auch einige handfeste Lügen quer durch die Medienlandschaft. Vielleicht hat es der eine oder andere von euch mitbekommen.

Wir haben mit dem Transparent „Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam wieder in den Krieg ziehen“ auf dem Pariser Platz gestanden, um auf die geschichtlichen Zusammenhänge rund um den 55. Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik hinzuweisen. Wobei wir uns vorrangig dem deutschen Militarismus zuwandten und Fragen stellten wie: Warum musste die Grenze der DDR gesichert werden? Was geschah nach Öffnung dieser Grenze? Wir meinen, dass die Staatsgrenze der DDR unter anderem deshalb gesichert wurde, damit kein Krieg mehr von deutschem Boden ausgehen kann. Es war die einzig verbliebene Lösung angesichts der gewaltigen Widersprüche im Umgang mit dem deutschen Imperialismus, der im Osten vernichtet wurde und nun im Westen gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten in Stellung gebracht wurde. Jeder Vorschlag, der eine Spaltung Deutschlands verhindert hätte, ja selbst die Aufgabe der DDR für ein geeintes, entmilitarisiertes, entnazifiziertes, neutrales Deutschland, wurde von der Adenauer-Regierung abgelehnt. Nach Öffnung der Grenze dauerte es keine 10 Jahre und Deutschland, die BRD, führte wieder Krieg, bombardierte zum wiederholten Male Jugoslawien. Der deutsche Imperialismus konnte, ungehindert durch eine Grenzmauer im Osten, wieder sein Haupt erheben.

Solche Hinweise schmecken Leuten wie Hubertus Knabe nicht, der als Nazismusrelativierer bekannt und Direktor der sogenannten „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ ist. Der log, dass sich die Balken biegen, und behauptete, dass wir den „Mauerbau“ feiern wollen.

Solche Hinweise schmecken auch Leuten wie Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der als nationalistisch und rassistisch bekannten AFD, nicht. Sie verschaffte ihrer Abscheu auf unseren Verein mit den Worten Luft, ich zitiere: „... das geistige Niveau der brandschatzenden, mit faschistoiden Methoden agierenden, menschen- und demokratieverachtenden Antifa ist so tief ....

Die sollten mal ein bisschen am Hochofen oder im Bergwerk arbeiten oder überhaupt einfach etwas arbeiten.“ Zitat Ende

Knabe, von Storch und die ihnen wohlgesinnte Presse bauten eine Drohkulisse auf und verbreiteten Lügen über unsere Aktion. So kam es im Vorfeld einer Veranstaltung zusammen mit dem „RotFuchs“ zu Drohanrufen am geplanten Veranstaltungsort. Presse und Bezirksamt erzwangen, dass diese nicht in den angekündigten Räumen stattfinden konnte. Die Veranstaltung konnte dennoch, wenn auch unter erheblichem Druck und Anspannung, an einem anderen Ort sehr erfolgreich durchgeführt werden.

Trotz des großen Widerstandes von Knabe, Storch und der ihnen freundlich gesinnten Presse, beherrschte am 13.8. über mehrere Stunden ein 50 Meter großer Schriftzug den Pariser Platz und brachte eine augenscheinliche Folge der Grenzöffnung der DDR zum Ausdruck: „Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam wieder in den Krieg ziehen“.

Ihr fragt euch sicherlich, warum ich euch das alles erzähle und was das mit Ernst Thälmann zu tun hat.

Diese Grenze, die am 9. November 1989 aufgehoben wurde, sicherte die erste antifaschistische demokratische Republik auf deutschem Boden, sicherte die Umsetzung des Potsdamer Abkommens wenigstens in einem Teil von Deutschland. Sie war eines der jüngsten Länder der Weltgeschichte und wurde nicht alt.

Mitten im finstersten Kerker hat Thälmann damals dieses antifaschistische, dieses friedliebende, dieses wirklich demokratische Deutschland kommen sehen.

Die Welt, der Frieden, die Sache der Ausgebeuteten und Unterdrückten, alles steht schlechter da ohne Thälmann, ohne eine DDR.

Zum Schluss möchte ich gerne Ernst Thälmann zitieren:

Wer kämpft um eine Idee, um eine große und gewaltige Idee, der muss alle Leiden in diesem unvermeidlichen Kampf ruhig, bewusst und, wie es einem ehrlichen Revolutionär gebührt, mit einer größten Energie zu ertragen wissen.

In diesem Sinne: Rot Front